Rennsteig nonstop in 24 Stunden – Teil III

So, ihr habt euch jetzt hoffentlich ordentlich Kohlenhydrate angefuttert. Genau wie wir. Holger drängelt, Der Zeitplan…Und schon sind alle weg, nur Michi und ich stehen noch rum. Jörg ist fleißig am Einpacken, Corsa 1 muss weiter. Das Abendbrot am Sandwieschen steht an, und da kommt auf Jörg Schwerstarbeit zu. Und ich fummele immer noch am Reißverschluss meiner Jacke rum, verdammt, der ist kaputt und es ist schon ziemlich kühl. Ich krieg ihn noch mal zu, aufmachen kann ich ihn aber nicht mehr, hoffentlich hält ’s. Hab mir das komplett anders vorgestellt. Dachte ich würde Rad fahren und dabei warm werden. War aber nicht so, zweimal treten, 50m rollen wieder zweimal treten…Scheiße kalt…und es soll in der Nacht runter bis auf 2 Grad gehen. Das kann ja was werden…Ich wart noch ein paar Minuten, bis Jörg fast fertig ist, dann kann ich mich vielleicht 2 Minuten warm fahren…Aber warm fahren ist nicht, es geht gleich gehörig bergab. An einer Steigung am Ortsausgang von Spechtsbrunn warten wir auf die Läufer, die nen Weg durch den Wald genommen haben. Dahinten kommen die tapferen Krieger, alle frisch gestärkt und guter Dinge…

Der Berggasthof Brand mit ein paar Finnhütten, ein ehemaliges Stasi-Ferienheim im Grenzgebiet. Ne wunderschöne Anlage, trotzdem scheint ’s nicht zu gehen. Schon wieder wird ein neuer Pächter gesucht…

Gleich dahinter ein Griffelschiefer-Bruch…

…dann noch mehr Thüringer Steine…
…erst welche zum Drüberlaufen…

…dann welche mit wichtigen Informationen zum Hingucken…

…und dann wieder welche zum Drüberlaufen…

19.36 Uhr, Ernstthal. Guido, unser Abtrünniger, ruft an und will wissen, wie es läuft…Bis jetzt geht es Allen gut und wir liegen noch super im Zeitplan.
Neuhaus.

Ulrich, zählt so ne Katze eigentlich auch? Zur Erklärung, für jede Katze, die wir unterwegs sehen, zahlt Ulrich 2,50 € aufs Spendenkonto…

5 Minuten vor Acht. Plötzlich schießt Michi los, um das zu besorgen…

Ich glaub jetzt werden se übermütig…
Das Abendbrot am Sandwieschen naht..
Mengsi fährt voraus um Jörg mit Corsa 1 zu unterstützen.

Der Chef de Quisine..

Die Strecke ist gelegt, jetzt können sie kommen…

Was sonst, als Nudeln..

wie es aussieht, schmeckt ’s…

Gut gemacht Jörg.

Nach 25 Minuten geht ’s kurz vor Neun weiter. Holger drängelt immer noch.. Zuerst übern Sandberg. Micha und Mengsi fahren Straße, ich bleib bei den Läufern und fahre mit übern Berg. Mir ist kalt, ich will warm werden.

Wie man sieht ist nicht nur mir kalt. Seitdem die Sonne weg ist, ist es Zeit für Winterausrüstung…4 Grad und das im Juni!! Ich bin wie ein Friseur losgefahren, Nicht mal Schneeketten hab ich dabei..
Limbach, ein Ortsteil von Steinheid.

Langsam wird ’s dunkel. Der Dreistromstein. Er markiert die Wasserscheide zwischen den Flusssystemen von Weser, Elbe und Rhein.

Friedrichshöhe auf 800 m, die kleinste Gemeinde Thüringens. Hier wohnen nur 26 Spitzbuben…
Pechleite, Eisfelder Ausspanne… Von hier ist es nicht weit bis zur Werra-Quelle..

Der Eselsberg mit dem steinernen Aussichtsturm. Hier soll man tolle Ausblicke in alle Himmelsrichtungen haben. Das einzige, was wir sehen, sind Sterne…
22.50 Uhr. Masserberg. 70 km liegen schon hinter uns und vor uns weniger als 100 km.

Holger und Olaf sehen schon ganz schön angegriffen aus. Den anderen geht ’s auch nicht besser. Die einzige Ausnahme ist Fred. Der sieht noch aus als wäre er eben in Blankenstein aus dem Zug gestiegen..

Jetzt wird Alles an Klamotten raus gekramt, was da ist. Die Temperatur ist weiter gefallen und ein ekliger Wind ist dazu gekommen.

Corsa 1 wird umlagert…

…die heiße Brühe ist ein Gedicht…

5 nach 11 geht ’s weiter, Holger ist unerbittlich…
Ab jetzt bis zur Schmücke nur noch Straße. Im Gelände ist es jetzt zu gefährlich…Aber die Straße ist auch nicht ohne. Discogänger machen die Piste ziemlich unsicher. Wir laufen links, ein Fahrrad vorweg, eins sichert zur Seite und eins macht den Besenwagen.

Dunkelheit…Wir passieren Kahlert.

Mitternacht, ab jetzt ist Olaf 40. Wir singen ein Ständchen, das Rennsteiglied darf natürlich nicht fehlen und ne Flasche Sekt wird auch geöffnet.
Ne Viertelstunde später auf ner Tankstelle am Ortseingang von Neustadt ein ungeplanter Feierstopp.

Unser kleines Feuerwerk brennen wir 3m neben einer Gastankstelle ab. Aber uns ist so kalt, wir würden uns sogar drüber freuen…Dieser unangenehme Wind…
Während wir hier feiern dürft ihr euch ein neues Bier holen und mit anstoßen.
Werbepause…

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3 Antworten zu Rennsteig nonstop in 24 Stunden – Teil III

  1. Holger Sakuth schreibt:

    Hallo Uwe,
    gerade eben aus 2 Wochen Urlaub zurück und hier nachgeschaut. Wie immer sehr schön geschrieben, schöne Bilder. Werde mich morgen mal erkundigen ob alle anderen “Bedürftigen” dies auch schon gefunden haben.
    Holger aus Eisenach

  2. Uli vom M&H-Rennsteigteam schreibt:

    Uli hat ‘s auch gefunden, obwohl vorhin der Rechner verreckt war, wg. Hitze, jetzt geht er mit Vorbehalt wieder …

  3. Michael Pflügner schreibt:

    Hallo Uwe, komme gerade vom Biken aus dem Vinschgau, was es am 6.6. zu kalt war, hab ich schwitzend jetzt nachgeholt. Super Deine Berichterstattung – wir haben Hochachtung von meinen Biker-Kumpels für unsere Tour erhalten
    Gruß Micha

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