Rennsteig nonstop in 24 Stunden – Finale

Pünktlich um 7.15 Uhr ging ’s weiter. Allerdings ohne Jens. Den hat offensichtlich die Heimreise im Auto mit Familie Mengs mehr gereizt. Schade, ich glaub er hätte auch noch weiter laufen können, aber quälen scheint nicht so seine Sache zu sein. OK, 122 km hat er jedenfalls für die gute Sache erlaufen. Dafür ist unser Geburtstagskind Olaf wieder eingestiegen. Guido ist noch frisch und betätigt sich gleich erst mal als Babysitter für Olaf.

Hartmut und Karl-Heinz laufen noch mit bis zur Ebertwiese und drehen dann um. Ich begleite wieder Wulf und das gelbe Leibchen vom Führenden, Fred. An einer leichten Steigung nach der Ebertswiese zieht Fred an, oh ne Bergwertung. Ich versuch dran zu bleiben aber beim Antritt fliegt mir die Kette runter. Mist, verloren. Wird Zeit, dass der Antriebsstrang mal wieder erneuert wird. 5000 harte Kilometer haben ihre Spuren hinterlassen. Mittlerweile hat es sich ordentlich zu gezogen. Die Wetterfrösche haben für Mittag Dauerregen vorhergesagt. Wollen wir mal hoffen, dass das so nicht stimmt. Dauerregen ist bei der Schweinekälte das Letzte, was wir gebrauchen können. So geht ’s dahin. Bis zum Inselsberg haben wir relativ leichtes Gelände vor der Brust. Am Heuberghaus sollte eigentlich Corsa 1 stehen, aber weit und breit nix zu sehen. Erste Ausfallerscheinungen bei Corsa-1-Jörg? Leicht hatte er ’s ja nicht. Die einsamen Waldpfade in Thüringen sind halt was Anderes als die breiten Autobahnen in Berlin. Oder lag ’s am Briefing von Guido?

Und wie das immer so ist, wenn man das blöde Handy mal braucht, funktioniert ’s nicht mehr. Bei allen sind die Accu ’s leer. Hinterher stellt sich raus, dass er zum Spießberghaus gefahren ist, ups das liegt doch gar nicht an der Strecke. Naja, kann passieren. Auch er dürfte jetzt schon mehr als 24 Stunden auf den Beinen sein. Ohne Verpflegung geht ’s Richtung Abzweig Tanzbuche und dann über den gelben Weg zur Grenzwiese.

Auch hier auf dem Parkplatz keine Spur von Corsa 1. Langsam machen wir uns Sorgen. Der super steile Anstieg zum Inselsberg. Showdown. Bis zum Steilstück hab ich leichten Vorsprung, dann “geht” Fred an mir vorbei. Nach dem Steilstück hab ich ca. 50-60 m Rückstand. Da geht noch was. Aber während Fred und Wulf die Treppe nehmen, muss ich außen rum. Als ich oben bin, sitzen die zwei schon im Eingang vom Gasthaus Stöhr. Knapp verloren. Hier oben pfeift ’s fürchterlich. Auch hier nichts von Corsa 1 zu sehen. Langsam trudelt der Rest ein. Halb Zehn in Deutschland…

Zuerst Uli, dann Guido und Olaf. Und Holger bringt die Rote Laterne mit. Dann ist plötzlich Corsa 1 da. Juhu, heiße Brühe…

Aber wirklich gemütlich ist hier oben anders. Die Pause wird nicht unnötig ausgedehnt, Hausbar auffüllen und so schnell wie möglich weiter. Während das Gros der Truppe den Radweg zur Brotteröder Hütte nimmt muss Uli original über den Venezianerstein. Ich bleibe bei Uli und fahre auch original. An der Brotteröder Hütte treffen wir uns alle wieder. 10.00 Uhr. Zu allem Übel fängt es an zu regnen.

Keiner hat Lust irgendwo stehen zu bleiben. Fred und Wulf vorneweg, dann Uli und den Schluss bilden Guido, Olaf und Holger. Über ’n Dreiherrnstein geht ’s zur Glasbach, unserer nächsten Verpflegungstation. Der Regen wird immer heftiger. In Verbindung mit dem Wind ne eklige Kombination. Jörg hat den Treffpunkt am Bratwurststand schon wieder verfehlt. Er steht an der Bushaltestelle am Stein 300m weiter, bei dem Scheißwetter aber nicht so schlimm, da sind wir wenigstens wind- und regengeschützt. Das “Feld” hat sich wieder ordentlich auseinander gezogen. Ich fahr noch mal zurück, die Anderen von der Änderung informieren…Ist ein ganz schönes Stück zum Zurückkurbeln, aber so komm ich nochmal in den Genuss, den Wurzeltrail Richtung Glasbach abzureiten. Hier atmet alles schon Heimat. Ich kann die Werra förmlich schon riechen…
Fanja steigt ein und reiht sich gleich in die Führungsgruppe um das gelbe Trikot von Fred ein. Der Glöckler ist einer der letzten größeren Anstiege. Ascherbrück, Zollstock. Am Wassertretbecken wird der Regen noch ein bisschen stärker. Zum Glück ist es von hier nur noch ein Katzensprung zur Hohen Sonne. 11.40 Uhr Einlauf der Gladiatoren, bejubelt vom Fanblock sind Fred ,Wulf und Fanja da.
Holger, Olaf und Guido erreichen die Hohe Sonne 5 nach Zwölf.

Dass hier überhaupt jemand auf uns wartet, bei dem Dreckswetter…
Wulf hat nach 47 km genug und steigt hier aus. Dafür wollen Antje, Conny, Susanne und Herrmann uns trotz des Wetters begleiten. Ne Menge Hormondoping für die müden Krieger… Aber das ist auch nötig, die Kälte und die Nässe zehren doch gewaltig. Während Fred immer noch ziemlich locker drauf ist, will Uli (mit 3 Kilo Mehrgewicht) nur noch ins Ziel. Holger und Olaf kämpfen, wobei sich Olaf erstaunlicher Weise wieder recht gut erholt hat. Viertel Eins geht ’s weiter. Fanja und Fred sind sofort wieder an der Spitze. Uli läuft allein dahinter und der Rest ist am Motivieren für Olaf und Holger.

Da es Fred und Fanja nicht wirklich schlecht geht lass ich mich zu Uli zurückfallen und begleite ihn die letzten Meter.

Wilde Sau, Vachaer Stein, Clausberg.

Hier kenn ich jeden Grashalm. Auf dem Eichelberg ist unser großer Sammelpunkt.

Die letzten Kilometer runter nach Hörschel geht ’s gemeinsam.

Nach 24 Stunden und 24 Minuten stehen wir, euphorisch empfangen von unserem Fanblock, am Ufer der Werra. Wahnsinn. Der obligatorische Stein wird versenkt.

Alle sind glücklich und liegen sich in den Armen. Hier ein paar Bilder vom Zieleinlauf, die sagen mehr als Worte….

Ein bisschen gefeiert wurde natürlich auch noch…

Fazit: Es wurden 1350 € erlaufen. 675 € gehen jeweils an die Potsdamer und die Eisenacher Tafel. Danke allen Läufern, Organisatoren, Spendern und stillen Helferlein im Hintergrund und natürlich unserem 40jährigen Wetterfrosch für die tolle Idee…Jeder Zeit wieder, aber 40 wird man ja nur einmal…

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