Willingen 2009 Teil III

Hoffe, ihr habt dafür gesorgt, dass der Fuchs jetzt mit Muskelkater total erschöpft in seinem Bau liegt und sich von seiner Füchsin pflegen lassen muss.
Weiter geht ‘s auf unserer wilden, verwegenen Fahrt…
Runde 2 beginnt nach meiner kurzzeitigen Orientierungslosigkeit an der Zielverpflegung mit dem sehr schönen Serpentinen-Uphill auf den Ettelsberg direkt unter dem Lift.
Vorbei am Biergarten, lechtz, lechtz…
Ham die da alle ne Meise?? Hier sind ja jetzt schon alle Voll gut drauf..
Dann ein ziemlich langer, verblockter Hohlweg-Single-Trail. Hopp,hopp,hopp über Block und über Stein Pferdchen im Galopp…
Vor mir wieder ein hübscher Weiberarsch aber hier runter leider viel zu langsam. Hilft nix ich muss vorbei und AAARRRG, in Zeitlupe die Augen aufgerissen, über ‘n Lenker flieg, Landezone checken, Klappen für den unvermeidlichen Bodenkontakt ausfahren Augen noch größer und OIJOIJOIJOIJOI-Einschlag. Die Linie, die ich gesehen hab, war keine. Hinter dem Grasbüschel hat sich ein kapitaler Baumstumpf versteckt. Von ganz weit her ne Stimme, Brauchst Hilfe? Soll ich nen Notarzt rufen? Ich hör mich nur murmeln ne geht schon. Aber eigentlich könnt ich jetzt den Hubschrauber gebrauchen… Alles sortieren, einmal durchgeschüttelt und aufs Bike geschwungen ist eins, hoffentlich hat ‘s kein Fotospion gesehen. Mit der Rolle hätt ich locker SCOTT ON AIR gewonnen. So richtig klar bin ich noch nicht und das Heck schlingert wie wild… Shit Durchschlag. Das Hinterrad ist platt. Montieren ist angesagt, aber meine Hände sind noch so zittrig, ich krieg den Mantel einfach nicht runter. Hinsetz und durchschnauf…DAS Rennen ist im Eimer, den Scalp kann ich mir abschminken.
Nach 5 min bin ich endlich soweit, und neben mir hoppelt einer nach dem anderen vorbei… Schlauch raus, Schlauch rein und Luft rein, NEEE ne, die Pumpe zieht nicht, mit Topeak steh ich irgendwie auf Kriegsfuß. Ob die heimlich zu den Rothäuten übergelaufen sind?! Nach ner Viertelstunde erfolgloser Versuche Luft in den Schlauch zu kriegen, naht endlich Hilfe. Ein Artillerist Von Kanonen-Dales Truppe kommt den Hohlweg runter gejoggt, Schaltauge abgerissen. Jetzt sind wir schon zwei, die montieren. Bei ihm dauert ‘s wohl noch länger. Umbau auf Singlespeed. Freundlicherweise leiht er mir seine SKS-Airchamp. Ich hab endlich Luft und kann den ganzen Rödel wieder zusammenbauen. Wenn du es zufälligerweise hier liest, großes Anbet.
Hab mir leider deine Nummer nicht merken können. Ich hoffe dein Umbau hat geklappt und du bist noch ins Ziel gekommen..
Weiter geht die wilde, verwegene Fahrt, nur nicht mehr so wild und verwegen…
Irgendwann bin ich unten. Im Wald sitzt ne olle Indianer-Squaw und sagt das es ab jetzt nur noch Bergauf geht.. Oh Mann, Scheiß-Ureinwohner..
An irgendeinem der vielen Uphills plötzlich ein ratloser Nordwestprovinzler, geradeaus oder links rum?
Das Schild zeigt nach links du Blödmann! Nach links und immer den Berg rauf gekeult. Nach 10-15 Minuten fällt mir auf, dass es hier gar keine Reifenspuren mehr gibt. Jetzt werd ich auch unsicher. Von hinten kommt noch ein ganzeinschneller. Kurze Frage ob wir hier noch richtig sind. Naklar. OK, ab jetzt bin ich nicht mehr Schuld. Nach weiteren 5 Minuten Bergaufkeulen springt plötzlich ein aufgeregter, wild gestikulierender Grünrock aus dem Unterholz. Ihr könnt euch ‘s sicher denken, das blöde Schild ganz unten war einfach nur umgekippt…Kommando zurück und die ganzen Hömes wieder runter. Dickes Entschuldigung an die anderen 50, die dem Herdentrieb folgend, hinter mir her gefahren sind..
Damit dürfte die Karenz-Zeit für die dritte Runde auch Geschichte sein. Das Karma für dieses Rennen war von Anfang an ganz mies.
Weiter gehts auf unserem langen Weg. Immer noch viele lange Anstiege, durch Eingeborenendörfer und dann wieder so ein giftiger Anstieg. Oben stehen zwei mit ner Kamera. Absteigen geht jetzt nicht, also hoch gedrückt.
Oben dann der Kommentar: Super, hier fahren jetzt nicht mehr viele hoch. DU ARSCH, ich wollt hier schon vor ner Stunde sein!!! Jetzt bin ich also schon bei den Bergaufschiebern angelangt…
Ein, Zwei Anstiege weiter…
Die Rothäute wenden hier ne ganz gemeine Taktik an, die Vorhut wird durchgelassen und die Nachhut dann mit chemischen Waffen angegriffen. Kaum bin ich auf dem Küppel springt auch schon so ‘n Krieger aus dem Gebüsch und Pfffffffft, Brille grün, Handschuhe, Fahrrad, Shirt alles grün.
Gemeinheit. Das widerspricht eindeutig der Genfer Konvention. Fürs nächste Mal muss ich mir da was einfallen lassen. Dann wird zurückgeschossen…
Nach nem weiteren ewig langen Anstieg geht ‘s rum um den Berg und endlich hör ich die Zielmusik. Das war ‘s, einfach nur noch rein und ins Ziel gelullert.
An der Bikewäsche noch ein Privatrennen mit Doris Steenfatt um die letzte freie Pistole. Yeah, diesmal war ich schneller aber ich hatte ja auch 30 km weniger in den Beinen. Zurück zur Wagenburg. Die anderen sind natürlich alle schon da und haben ein Bier am Hals, na gut wollten auch nur die kleine Runde fahren.
Schnell duschen und dann ab zum Rodeo. Was passiert, wenn man sein Pferdchen nicht artgerecht hält, könnt ihr hier sehen.

Wenn se dann mal los gelassen werden, könn se ganz schön bockig sein. Guckst du hier…

hier…

und hier.

So, das war mein Abenteuer im Wilden, Wilden Westen. Hoffentlich hattet ihr ein bisschen Spaß beim Lesen…

Und zum Abschluss hier noch mal unsere verwegene Schwadron


Fazit
Kutsche muss ich still legen, neue Pumpe brauch ich und den Scalp vom Häuptling hab ich auch nicht gekriegt…
Scheiß-Wochenende

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