Schluchtenrunde

Beim letzten Heimspiel vom ThSV am 23.12 hab ich mich mit dem Doktor für ne Runde am Sonntag nach den Weihnachtsfeiertagen verabredet. Wir kennen uns zwar schon ne ganze Weile, haben es aber noch nie geschafft, mal zusammen zu biken, wenn man davon absieht, dass wir beim 24h-Rennsteig-nonstop zusammen die Fahrradbegleitung für die Läufer gemacht haben.Aber irgendwie scheint ein Fluch über unseren Verabredungen zu liegen. Als ich anrief, war er schon Wandern in Familie…
Fahren wollt ich sowieso und die Sonne lacht, also Schluchti gesattelt und los ging ’s. Warum Schluchti nicht mal die Schluchten um Eisenach zeigen? Ne Winterbefahrung von Landgrafenschlucht und Drachenschlucht hat ja was…
Zuerst, wie immer, Burschenschaftsdenkmal und Mosbacher Linde. Die ersten Meter zeigen schon, heute wird ’s spannend, während gestern auf den Hörselbergen alles super zu fahren war, hier alles vereist und spiegelglatt. Meine Spikes liegen immer noch im Spind. Schön, wenn man welche hat und dann nicht drauf zieht, wenn man sie braucht…
Bis zur Mosbacher Linde hab ich schon 3 mal Bodenkontakt, und das Bergauf. Wanderer, die von Oben runter kommen, warnen mich schon. Scheint also nicht wirklich besser zu werden. Die Trails gehen, nur die breiten Wege sind einfach unfahrbar. Irre. Durch die Wölfslöcher Richtung Landgrafenschlucht, jetzt Bergab, in einer Kurve Nr. 4. Mist, diesmal hat ’s weh getan. Nach 5 min “sammeln” kann ’s weiter gehen. Ist das ne Eierei…

Der obere Teil der Landgrafenschlucht ähnelt anfangs eher nem Northshore-Parcour. Holzstege und Treppen wechseln sich ab. Das Holz ist erstaunlich griffig und nicht vereist. Entscheidung ist also klar, fahren…

Zwischendurch immer wieder Foto-Stopps…

Die Felsen sind wunderschön mit Eiszapfen dekoriert und die Wasserfälle sind auch alle “angeschaltet“.

Väterchen Frost hat ganze Arbeit geleistet.

Ein Haufen Wanderer unterwegs heute. Ich glaub, die Meisten greifen sich an die Birne… Ist mir egal, dafür kann ich hier alles fahren. Geil…
Endlich bin ich unten. Hier im Mariental ist wieder alles vereist und die Eierei geht weiter… Schnell über die Straße und rein in die Drachenschlucht.

Viel Wasser und Eis hier. Ich muss immer wieder absteigen und schieben. Auch hier ne Menge Wanderer. Der Eingang zur Schlucht. Das große A.

Hieß früher mal Anna-Tal, nach ner russischen Zaren-Tochter, die ne Weile in Eisenach gelebt hat und zu deren Ehren das A in den Fels gemeisselt wurde… Zum Glück gibt ’s im ThüringerWaldGesetz nicht die blöde 2m Regelung. Aber im Winter ist die Drachenschlucht ja sowieso gesperrt. Hat versicherungstechnische Gründe… Also alles hier auf eigene Gefahr. Erstaunlicher Weise bin ich in der Klamm selbst die ganze Zeit allein und hab keinen Gegenverkehr. Gut so, hab ich Zeit, Fotos zu schießen.

Für DH- und Freeride-Bikes ist es hier eindeutig zu schmal. Mehr als 60 cm gehen nicht.

Hier passen nur CC- und Marathon-Schwucken durch….

Noch schnell ein Selbstauslöser-Pic mit Schluchti in der Schlucht und dann wird ’s technisch. Ein einmeterhoher Eissturz blockiert die Schlucht.

Schluchti kennt das schon. Climbing, Zerring, Schiebing, irgendwie komm ich drüber. Mittlerweile steht noch ein Verrückter mit nem Bike hinter mir. Ne 28 er Stadtschlampe. Gemeinsam geht ’s weiter das Tal rauf, immer neben dem Bach entlang. Der spektakuläre Teil liegt hinter uns, aber fahrbarer wird ’s nicht. Alles vereist…Ein Sturz und man liegt im Bach. Der Weg wird immer wieder von Northshore-Elementen unterbrochen. Oben nochmal ne längere Holzsteg-Treppenkonstruktion, danach noch 50-60 steile Höhenmeter und wir sind oben. Runter lässt sich die Drachenschlucht sicher supergeil fahren. Man sollte aber drauf achten, WANN man hier fährt. Am Wochenende und bei “normalem” Wetter ist hier immer viel Fußvolk unterwegs. Als Tourabschluss in den Abendstunden oder als Night-Ride sollte es aber möglich sein. Ich will jetzt zur Sängerwiese, der Fernbreitenbacher über die Straße wieder runter. Wohnt jetzt in Eisenach, vielleicht sieht man sich ja nochmal irgendwo im Wald… Über die Knöpfelsteiche geht ’s wieder runter. Alles scheißgefährlich, aber neben dem Weg, quasi im Wald, geht ’s. Ich muss trotzdem mehrmals absteigen und schieben. Und da, wo ich drauf bleibe, schlittert meist noch ein Bein mit. Zum Glück gibt ’s noch zwei Trails. Auf denen lässt es sich leidlich fahren.
Endlich bin ich an der Sängerwiese. Glühwein-Stopp. Bei Volker drängeln sich die Wanderer. Ich werd wie ein Alien angeklotzt. Halloooo, Zoo ist woanders… Während ich an meiner Wurst rum kaue und am Glühwein schlürfe, kommt Matej Meyer von der Wilden Sau runter gejoggt. OK, joggen kann man ’s nicht nennen, hat wohl keine Stollen unter den Turnschuhen… Ich frag ihn, ob er sein Fahrrad vergessen hat, nee Rahmen im Eimer. War ein schöner Scott-Hardtail-Rahmen. Scheiße, Carbon taugt halt nix. Mein Schluchti hat schon 3 Einschläge am Oberrohr und ist mir immer noch treu, dass bleibt auch so, bis dass die Crash-Hexe uns scheidet. Carbon kommt mir nicht ins Haus. Mein Rahmen wiegt 1400 Gramm. Ein Carbon-Rahmen ist höchstens 200-300 Gramm leichter. Die paar Gramm sind mir einfach zu teuer erkauft. Dazu bin ich viel zu viel Sturzkasper…Wir palavern noch ein bisschen über die neue Saison. Konkret kann oder will er aber (Sponsor?) nicht werden. Jedenfalls ist er auch ein Allwetter-Biker und hat, wenn sein neuer Rahmen da ist, Lust, ne Runde mit zu drehen. Goil, da kann ich mich sicher warm anziehen. Beim Rennen nimmt er mir regelmäßig 1-2 Stunden ab… Über den Fußweg zur Sophienaue geht ’s runter. Halt, nicht ganz. Den Trail zum Bach an der Straße nehm ich noch. dann geht ’s vor bis zur Sophienaue, am Prinzenteich vorbei und dann über die Straße heim.
Im Sommer ne schnelle, kurze Runde. Heute war ’s schweißtreibend. Und das lag sicher nicht an Kilometern oder Höhenmetern…

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