Hochrhöner – Kuppenrhönvariante Teil II

Werbepause beenden, Teil II im Terroristenkino…

Nach 10 min sitz ich wieder auf meinem Drahtesel…  Danach auch für mich der unvermeidliche Touristenmodus… Von denen gibt ’s hier auch ne ganze Menge, selbst bei dem Dreckwetter.

Die Radarkuppel. Mit 950 m der höchste Punkt der Tour. Von hieraus geht ’s quasi „nur“ noch bergab.

Fliegerdenkmal

Die Abfahrt Richtung Abtsroda ist ja mal der Hammer und hätte mir auch Spaß gemacht, wenn es nicht so schmierig wäre und ich nicht dauernd kämpfen müsste, um auf dem Bock zu bleiben.

Ein Blick zurück . Dahinten ahnt man noch, dass dieWasserkuppe da seien könnte…

Danach der Weihersberg gleich mit noch ner Kracherabfahrt. Andersrum komplett unfahrfar. Im Gegensatz zum Kreuzberg bin ich jetzt mal froh über die gewählte Fahrtrichtung. Im Hintergrund baut sich schon das nächste Highlight auf, die Milseburg.

Je näher ich komme um so imposanter wird der markante Felsen.

Der Aufstieg, Tragestrecke. Andersrum S3-S4. Es gibt ne Linie, die man fahren könnte, aber nur mit entsprechender Ausrüstung. Verpasst man die nur um 5 cm gibt’s  Aua. Nix für ne Marathon-Schwucke.

Endlich oben, Gipfelfoto ohne Terrorist aber mit Bike…

In die dazugehörige Hütte kehre ich nicht ein, ich hab noch ein paar Kilometer vor der Brust… Die Abfahrt geht über den Fahrweg runter. Immer noch verdammt steil, aber hier ist es wenigstens fahrbar. Ich hab schon befürchtet, ich muss das Bike auch wieder den Berg runter tragen…

Der Abschnitt bis nach Gotthards, eigentlich sogar bis Tann hat sich mir als sinnloses Höhenmeter fressen und vernichten ins Gehirn gebrannt. Die Wegführung ist teilweise überhaupt nicht nach zu vollziehen. Erst geht ’s über ne Schotterpiste bergab, nur um

15 min später und mit 150 hm mehr auf der Uhr nur 30 m neben der Stelle, an der ich eben los gefahren bin, an zu kommen. Von der Art gibt ’s mehrere Stellen. Ein Feldweg führt bergab, nur um 100 m weiter wieder hier oben am Waldrand an zu kommen. Dabei hätte hier oben ne direkte Verbindung bestanden. Tut mir Leid, aber nur um das Gütesiegel PREMIUM-FERNWANDERWEG ( weil die ne Mindestlänge vorweisen müssen) zu erhalten, so ne hirnlose Streckenführung, ohne an irgendeiner Sehenswürdigkeit vorbei zu führen,tz,tz,tz…

Ich hätte es ja noch verstanden, wenn der Weg runter ins Dorf geführt worden wäre, und nen Kringel um den Dorfkrug gemacht hätte, die Gastronomie will ja auch leben, aber so… neeee. Die einzige Sehenswürdigkeit, die ein Foto wert ist, ist dieser schöne Kalkmagerrasen mit nem ganzen Sack Orchideen.

Knabenkraut…, gibt ’s auch bei mir auf dem Petersberg, aber nicht in so großer Zahl…

Jetzt zeigt mir die Kuppenrhön auch, warum se so heißt. Küppel, von denen ich noch nie gehört habe, glänzen mit Anstiegen, die einfach unfahrbar sind. Meist direkt in Falllinie bergauf. Wandertag. Mein Schnitt rauscht gnadenlos in den Keller. Schweinsberg, Zinkberg, Hozzelsberg, Boxberg oder Habelberg sind nur Einige, die mir dabei in unangenehmer Erinnerung bleiben…

Tann, eine ellenlange Abfahrt vom Habel, auf der anderen Seite natürlich wieder hoch. Am jüdischen Friedhof ist Schluss, wieder Fußmarsch, jetzt sogar auf Asphalt. Aber hier ist die Steigung auch schon recht kernig. Die Apfelweinstube im Dietgeshof  kommt zum rechten Zeitpunkt. Ein Diesel und ne Rindswurst sind mir und ne Viertelstunde Sitzen gönn ich mir auch noch. 17.00 Uhr Feierabend in Deutschland…

Andenhausen, ab hier kenn ich mich wieder aus. Oben am Wald geht ’s rechts weg zum Gläser und nach Dermbach.

Heimat…

…mit Ausblick

…ein Blick zurück.

Der Trail hier runter ist auch ganz hübsch…

Die Abfahrt bis runter zur Felda und den anschließenden Uphill über den Ibengarten kenn ich schon von unserer Bärlauchtour. Was danach kommt ist allerdings  höhenmetertechnisch der absolute Oberhammer. Der Horn ist mit 578 m eigentlich nur ein Hügelchen, aber hier rauf fahren ist einfach unmöglich…

Die Bernshäuser Kutte, ein Erdfallsee ohne Zu- oder Abfluss. Danach dann ENDLICH der letzte Küttel, der Pless, der Hausberg von Breitungen.

20.30 Uhr, langsam wird ’s dunkel. Die Abfahrt ist grenzwertig. Um 21.41 Uhr bin ich am Bahnhof in Bad Salzungen. Der Hochrhöner ist Geschichte. Eigentlich wollte ich die 20 km bis Eisenach auch noch fahren, aber noch 2 Stunden durch die Dunkelheit, pitschnass, mit kalten Füßen und Händen, nö, nö, nö. Weicheiterrorist nimmt den Zug. Um 22.45 Uhr lieg ich in der Wanne, geil….

Fazit

147 knüppelharte Kilometer mit 3700 Höhenmetern. Durchschnittsgeschwindigkeit 10 km/h , Pausen inklusive. Das hab ich mir etwas anders vorgestellt, vor allem, weil viele Höhenmeter einfach , auf Grund der Steilheit, in reine Wandertätigkeit ausarten.

Die Abschnitte bis zur Milseburg haben das Prädikat Premiumklasse verdient, das Teilstück zwischen Milseburg und Tann kann jedoch getrost weggelassen werden. Das ist nur was für Masochisten.

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2 Antworten zu Hochrhöner – Kuppenrhönvariante Teil II

  1. Thorsten schreibt:

    Hallo Uwe,

    Dein Bericht ist auch nicht von schlechten Eltern! 😉
    Vorallem bist Du das an einem Tag gefahren – maximum Respekt! Und das bei diesen Bedingungen. Die Kuppenvariante scheint ja auch ganz interessant zu sein…
    Aber auch hier scheint es viele Stücke zum Schieben und Tragen zu geben. Und scheinbar ist es auch egal, in welcher Richtung man den Weg fährt. Es ist halt doch ein „Wanderweg“.
    Viele Grüße
    Thorsten

  2. physioterrorist schreibt:

    Wenn man den Streckenabschnitt zwischen Milseburg und Tann irgendwie optimieren kann supergeil, und Wandern muss man sicher in beiden Richtungen.
    Die Streckenführung am Kreuzberg ließe sich soweit verändern, dass beide Seiten fahrbar werden, den Himmeldunk und dieWasserkuppe gehen meiner Meinung nach besser in S-N-Richtung, der Weihersberg auch und bei der Milseburg ist es eh egal, ob man da hoch oder runter trägt…

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