Pfingstcamp Ruhla 2010 – Tag 1

Montags hatte ich die Nachricht im Postfach, dass die Pfälzer schon Freitag in Ruhla aufschlagen und ob ich nicht noch ne kleinere Einrollrunde im Köcher hätte… Klar hatte ich…

15.00 Uhr sollte Treffpunkt auf dem Zeltplatz sein, ich war aber erst halb vier oben. Die zwei waren schon geschniegelt und gestriegelt, sind schon ein bisschen nervös geworden…Das übliche vorfeiertägliche Verkehrschaos, nerv… Das wird zur Zeit noch durch einige Baustellen in den Haupteinfallrichtungen verschlimmbessert. Manchmal fragt man sich, wofür es in der Stadt ein Verkehrsplanungsbüro gibt, immer alles gleichzeitig und in die Umleitung gleich noch ne Baustelle…

Ohne lange Vorrede gleich rauf auf ’s Rad und los. Zuerst gleich mal ne sportliche Steigung rauf zum Rennsteig. Während das TREK Remedy ordentlich Tempo vorgibt, hängt das Liteville 901 ein bisserl zurück. OK, mit 16,5 kg hat ’s auch ein recht stabiles Chassis. Dafür ist der Diesel ne Wucht.

Wie ein Lanz-Bulldog tuckert der das ganze Wochenende jeden Anstieg klaglos hoch… Und da waren doch einige dabei, bei denen selbst eingefleischte Marathon-Schwucken ihre Probleme kriegen…

Bergab ging ’s dafür dann im ICE-Tempo, wie auf Schienen… Naja, die Gewichtsverteilung war ja auch optimiert, der Massenschwerpunkt wurde hervorragend recht tief und mittig ins Rad integriert…

Unser Chef-Navigator hatte übrigens folgende Strecke vorgegeben…

Start Waldbad – Rennsteig – Glöckner – Dreiherrnstein – Venezianerstein – Grauer Weg – Parkplatz Ski-Lift – Tabarz – Lauchagrund – Grenzwiese – Großer Inselsberg – Gerberstein – Ruhlaer Skihütte – Altes Kulturhaus Ruhla – Waldbad

Da haben wir gleich mal alles dabei, was die Gegend so zu bieten hat, knackige Anstiege, Panorama-Ausblicke, Trails und einen anspruchsvollen Downhill…

Erster Foto-Stopp auf dem Glöckner, auf manchen Karten wird der Fels übrigens auch als Glöckler bezeichnet. Am Fuße des Felsens kann man Gedenktafeln zu Ehren der Gefallenen des Rennsteigvereins besichtigen, außerdem bietet sich von hier, dank Kyrill, ein tolles Panorama Richtung thüringische Rhön.

Weiter geht ’s über einen kurzen Trail neben dem Rennsteig bis zur Glasbach. Danach ein durchgehender Uphill-Trail bis zum Dreiherrnstein, nur unterbrochen von einer kurzen Schotterabfahrt. Erst wurzelig, dann steinig und zum Schluss einfach nur steil…

Der Dreiherrnstein.

Danach ein Stück Rennsteig bis zur Brotteroder Hütte und dann die nächsten Hömes über den Steilanstieg. Hier kommen uns zwei Vollpanzer-Fahrer entgegen gebrettert. Einer erschreckt sich so, dass er gleich mal die Linie verliert und ins Gebüsch donnert… Durch die Sehschlitze ist ja auch wirklich nicht viel zu sehen…

Der Venezianerstein… …während das 901 die letzten Meter nimmt…

… genießt das TREK schon mal Gipfelfeeling.

Danach geht ’s über den grauen Weg…

…bis zum Parkplatz vom Skilift und dann den Trail neben der Straße entlang bis zum Datenberg. Irgendwie hab ich den Einstieg zum Downhill verpasst und so steigen wir erst am gefühlt 20 m hohen Roadgap(in Wirklichkeit werden ’s 4 sein) ein und düsen runter bis zur Schanze. Leider hab ich von dem Teil keine Fotos gemacht, ich hatte zu viel mit mir zu tun… Die teils exorbitanten Sprünge haben wir aus gelassen, Chickenway…Trotzdem zeigen sich gewaltige Unterschiede in der Bergab-Performance. Da kann ich mit meiner 10 Kilo Uphill-Schlampe einfach nicht mithalten…

Durch den Lauchagrund wieder hoch. Rechts und links können wir neben dem lustig vor sich hin plätschernden Bächlein eines der bekanntesten Klettergebiete Thüringens bewundern…

Die letzten Meter bis zur Grenzwiese haben es wieder in sich, aber das ist kein Vergleich zu dem, was jetzt folgt, dem Aufstieg zum Inselsberg. Blickt man vom Parkplatz aus den Weg hoch, sieht es schon verdammt steil aus, aber ich kann euch beruhigen, das ist der „flache“ Teil. Richtig fies wird es erst, wenn rechts neben euch ein Geländer auftaucht… Endlich oben, Schnappatmung… aber alle 3 Bikes sind anstandslos, mehr oder weniger schnell, hoch „gerollert“…

Die letzten Meter bis zum Gipfelglück…

Panoramablick…

Bei der Gelegenheit zeige ich den Jungs gleich mal unser Ziel für morgen, die Hörselberge. Richtig überzeugt wirken die Beiden nicht, ehrlich gesagt imposant sehen die von hier oben auch nicht aus… Aber ich glaub, das wird sich morgen ändern…

Runter geht ’s auf dem Trail, der unten um die Sendeanlage rum führt…

und dann Original-Rennsteig bis zum Dreiherrnstein. Dort nehmen wir den Hohlweg rechts. Ich kann mich noch erinnern, dass das früher der eigentliche Weg war. Warum der dann verlegt wurde, kann ich leider nicht mehr nachvollziehen. Heute liegen etliche „Weihnachtbäume“ quer, aber zum Glück so, dass alles umfahren oder überhopst werden kann…

Danach die Zufahrt zum Gerberstein. Immer noch viel Schneebruch..

Der Lange (das Trek) bleibt irgendwie mit der Pedale hängen und verdreht sich das Knie. Ausfälle gleich am ersten Tag können wir nicht gebrauchen. Nach ein paar Streicheleinheiten und ner Tüte Mitleid geht ’s auch gleich wieder…

Der Gerberstein… die Bank ist schon von zwei Wandersleuten belegt. Haben es sich hier mit Kaffee und Kuchen gemütlich gemacht und genießen die herrliche Abendsonne…Da kommen wir ja genau richtig… und auch zu einem Gipfelfoto, auf dem wir alle drei sind…

Danach die Abfahrt, für mich Schiebestück. Die Pfälzer fahren natürlich. Hier wird zum ersten mal mein Weltbild von Fahrbarkeit und Nichtfahrbarkeit erschüttert und meine Skaleneinteilung werde ich wohl auch neu überdenken müssen…

Auf jeden Fall werde ich ’s auch noch mal irgendwann probieren, allerdings nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit….

Runter zum Waldbad geht ’s dann über die Ski-Hütte. Zuerst ein Stück Forststraße, an einer Schutzhütte dann rechts weg in den Wald und ab hier auf nem Trail bis runter zum alten Kulturhaus.

An einer Bachdurchfahrt wollte sich zwischendurch noch ein Bernersennhund an meinem Vorderrad ausprobieren, nach 10m stand er dann aber eher auf Pfälzer Schlachteplatte… Bevor hier irgendwer aufschreit, war alles im grünen Bereich. Niemand wurde verletzt und der Hund lebt auch noch…

Die letzten Meter bis zum Campingplatz noch ein bisschen Pfützenspringen… geil.

Der erste Tag neigt sich dem Ende zu und klingt am Lagerfeuer aus…

Das hat schon mal Appetit gemacht…

Tag 2 demnächst in diesem Kino…

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3 Antworten zu Pfingstcamp Ruhla 2010 – Tag 1

  1. 901-Frank schreibt:

    geiler Bericht, ich bin stolz auf Dich und hab noch Tränen in den Augen vom lachen SUUUPER

  2. Remy-Frank schreibt:

    Herrlich! Genau die richtige Lektüre nach einer schönen Trailtour zum Wochenausklang.
    Klasse Bericht, weiter machen.

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