Willingen 2010

Endlich, heute geht die Rennsaison für mich los. Die Füchse aus Kaltennordheim haben mich im Stich gelassen. Haben Anderes vor, müssen wohl Gänse in der Rhön jagen… Freitagabend, das Wetter ist herrlich und ich bin, nachdem ich noch Frankreich gegen die Uru ’s in einem der vielen Biergärten hier gesehen habe, grade wieder auf dem Zeltplatz aufgeschlagen… Verdammt voll im Örtchen, unter anderem auch, weil die hier an diesem Wochenende unbedingt auch hier ihr großes Pow-Wow abhalten müssen.

Eins muss man ihnen lassen, witzig sind se ja, wenn man mal das Foto genauer betrachtet. Ein Koch kurz vorm Absprung… Nach ner kleinen Checker-Runde durch ’s Dorf und der Abholung der Startunterlagen noch ein kleiner Abstecher zum Dirt-Gelände. Die Jungs waren grad am Trainieren… Ein Foto musste ich natürlich auch machen.

Ist dieses Jahr alles etwas anders angeordnet. Das Expo-Gelände ist noch an der selben Stelle, wie letztes Jahr, unmittelbar an der Seilbahn. Die Dirt-Strecke befindet sich jetzt aber, zusammen mit der 4 X-Strecke auf der anderen Seite vom Zeltplatz. Diese Anordnung finde ich deutlich besser. Alles konzentrierter und für Zuschauer leichter zu erreichen. Der Zeltplatz ist auch ein bisserl anders angeordnet, jetzt an der Straße neben der Eissporthalle hoch, allerdings, im Gegensatz zum letzten Jahr, viel zu klein. Für mich ist leider kein Platz mehr, als ich um 17.00 Uhr hier einlullere.

Der Ettelsberg, da geht ’s morgen in Runde 2 und 3 hoch…

Das Festivalgelände an der Seilbahnstation von oben… Start ist diesmal im Block E um 8.00 Uhr. Ich bilde quasi die Nachhut, klaut mir allerdings ne halbe Stunde auf die Karenzzeiten 12.00 Uhr für die mittlere Runde und 14.00 Uhr für den langen Kanten. Na mal sehen…Ich leg mich jetzt erst mal hin, bin ja nicht mehr der Jüngste und brauch meinen Schönheitsschlaf… 6.30 Uhr ist wecken… Das übliche Startprocedere… Mittlerweile wird ’s Routine. Wenigstens sehen die Startnummern dieses Jahr richtig geil aus…

8.15 Uhr Startaufstellung… Mitte Block E. Um mich rum lauter Leute mit Rucksäcken, wo die wohl hin wollen? Sieht aus, wie beim Start zu nem Alpen-Cross.

Pünktlich um 8.00 Uhr geht ’s los, natürlich mit „Hells Bells“… Aber weit komm ich nicht, in der Kurve zum ersten Berg der erste Stau, keine 500 m gefahren, irre… Oma-Gang, wo ’s vorbei geht, vorbei. Lückenspringen, wenn denn mal welche da sind…

Die ersten Meter auf Dreck und schon schmeißen die Ersten sich hin… Ich muss absteigen, Wandertag… Letztes Jahr aus Block C war das deutlich einfacher… Endlich oben, 6 er Schnitt, da hätt ich auch gleich laufen können, OK hab ich ja auch zum Teil…

Freie Fahrt hab ich aber immer noch nicht. Der erste Downhill, wieder Stau, diesmal weil ein paar Rucksackträger ihr Bike runter tragen müssen, natürlich mitten in der Spur… Mit ein bisschen Mut zur Lücke komme ich vorbei…

Ne schnelle Schotterabfahrt zu ner Straße runter. Rechts Kolonne, also links vorbei… Plötzlich hängt die Spur nach links und schon folgt mein Vorderrad der Schwerkraft, nur in die falsche Richtung… Hochgeschwindigkeits-Crash unmittelbar vor nem Fotografen. Hoffentlich hat der das nicht drauf.

Hat er zum Glück nicht, dass ist unmittelbar davor… Schnell Rad checken und wieder rauf… Am nächsten Gegenanstieg quatscht mich ein Mädel an :“Sieht aber übel aus“. Ich „Was?“ „Na dein Rücken, das Shirt ist kaputt und bluten tut ’s auch“. Ich hab noch gar nicht gemerkt, dass da was nicht stimmt. Adrenalin… Am Meisten ärgert mich, dass mein schönes MME-Shirt hin ist, das Blut kann ich verschmerzen. Kann ’s jetzt eh nicht sehen. Ist auch besser so… Später unter der Dusche wird mir beim ersten Wasserkontakt und nem Blick in den Spiegel erst mal schlecht. Das Shirt hat einen 30 cm langen Riss und genauso sieht auch mein Rücken aus. Sogar meine Radlerhose war Hämoglobin-getränkt. Shit happens… Auf alle Fälle ist jetzt endlich mal an Fahrrad fahren zu denken. Die Reihen lichten sich langsam. Diemelsee, Halbzeit erste Runde… Ich lass mir nur ein Becherchen reichen und fahre weiter. Windschatten…

Ich lass mich ein bisschen ziehen. Mein Schnitt liegt jetzt bei 18, ganz ordentlich, trotz des Gegurkes vom Anfang. Am nächsten Anstieg ne Fan-Kurve.

Die Eingeborenen haben sich hier häuslich nieder gelassen, wollen offenbar länger bleiben. Ich duelliere mich schon die ganze Zeit mit nem Kerl im gelben Post-Shirt. Am Berg ist er etwas schneller, dafür schnapp ich ihn mir dann immer wieder auf der Abfahrt. Kurz vorm Ende der letzten Runde die Wildschweinsuhle mit dem Wurzel-Uphill. Wandertag… Die Mühlenkopfschanze, danach Ende erste Runde… Den Berg wieder hoch bis zur Verpflegung. Ist diesmal deutlich besser angelegt, letztes Jahr war das alles im Zielbereich und so unübersichtlich, dass ich gleich erst mal vorbei gesegelt bin. Ohne die gütige Mithilfe von ein paar hübschen Zuschauerinnen hätte ich da nix zu futtern bekommen. Dieses Jahr ist die Versorgungsstation direkt am Einstieg des Serpentinen-Uphills zum Ettelsberg. Oben „brüllen“ die ganzen Schluckspechte auf der Alm. Jetzt könnt ich auch ’n Krug vertragen, aber vor die schönen Seiten des Lebens hat der liebe Gott…. …noch viel Schönere gesetzt. Es folgt nämlich ein ewig langer, ziemlich verblockter Downhill, geil, GEIL, SUPERGEIL, SUPERWAHNSINNSOBERAFFENGEIL.. Der „gelbe Postbote“ ist wieder da. Hier ist nicht sein Metier. Ganz langsam eiert der hier runter. Ich glaub, normalerweise fährt der lieber auf den schmalen Reifen… Am nächsten Berg hat er mich wieder und an der folgenden Abfahrt bin ich wieder vorbei… So geht ’s dahin bis zur Verpflegung. Wir unterhalten uns kurz, dann fährt er los. Ich stopf noch 3 Stückchen Kuchen in mich rein, schieße ein Foto und jage hinterher…

Noch eineinhalb Stunden bis zum Zeitlimit für die Große Runde, dass wird knapp. Ne lange Abfahrt bis runter auf ein Asphaltsträsslein, in den Ort und dann rechts wieder den Berg hoch. Oberhalb der letzten Häuser dann ne 180° Kurve, plötzlich tret ich ins Leere. Kette runter? Ne, viel schlimmer. Das Ding liegt im Dreck, gerissen… Das war’s, Ende Allende… Mein Kettenschloss liegt irgendwo im Wald auf meinem Eisenacher Home-Trail… Da hab ich mich letzte Woche schon mal lang gemacht. Die Kleinteile hab ich noch nicht wieder aufgefüllt… Ein Schrei, ein Fluch, das Rad landet erst einmal im Graben… Der Hiwi, der hier als Streckenposten eingeteilt ist, ruft gleich mal bei Mutti an und bestellt mir ein Taxi. 10 Minuten sitz ich mit meiner Kette im Gras, da kommt ein anonymer Samariter vorbei geradelt und fragt mich, ob ich ein Kettenschloss brauch. Na geil, jetzt kommt wieder Bewegung in meine müden Knochen. Das Taxi bestell ich gleich mal ab. Nach weiteren 10 Minuten sitz ich wieder auf dem Rad, mit gehörig Wut im Bauch… Danke übrigens an den edlen Spender… Ich fahre,juhu, aber nur noch 40 Minuten bis Buffalo… Mit Vollgas den Berg hoch. Ich sammel fleißig ein. Eben sind se noch an mir vorbei gelullert. 20 – 30 werden ’s sein. Dann die Grafitti-Sprayer, die jede Nummer verzieren müssen.. Noch 10 Minuten… Von Willingen noch nix zu hören. Ein Steg über einen Bach, an dem ich gepflegt vorbei brettere, zurück nicht, dann eben mitten durch den Bach… Scheinen vor mir, den Spuren nach zu urteilen, schon mehr gemacht zu haben… Mittlerweile hat ’s angefangen zu regnen. 2 Minuten, endlich hör ich die Musik, aber das wird jetzt nix mehr… 14 Minuten zu spät lullere ich durch ’s Ziel.

Shit. Muss ich wohl nächstes Jahr nochmal ran…Mit nem besseren Startplatz und ohne Defekt könnte ich 30-40 Minuten schneller sein und dann ist die Große Runde auch machbar… Immerhin hab ich meine Zeit vom letzten Jahr( Bericht Teil I Bericht Teil II Bericht Teil III) um ne halbe Stunde verbessert, aber da ist ja auch nicht Alles so gelaufen, wie ich mir das gewünscht hätte… Jetzt gönn ich mir aber erst mal das…

Dann Bikewäsche und danach duschen, mit den bekannten Folgen… Wieder in Zivil schlendere ich noch mal über ’s Festivalgelände, aber schön ist anders. Der Regen hat zu genommen und kalt ist es auch noch geworden.

Nanu, was ist denn hier los? Keine Bullen da? Alle ausgeflogen. Ah, da stehen ja welche…

Geschminkte…

…und Ungeschminkte. Entscheidet selber, was besser aussieht. Fahrräder gibt es hier auch ne Menge. Für jeden was dabei…

hier eins für Leute, die nicht allein fahren wollen…

eins für Puristen…

was Nostalgisches…

Promi ’s sind auch unterwegs.

Stefan Herrmann, der Technik-Guru. Hier erklärt er den zwei Mädels grad am fi’zi:k-Stand, wie die versenkbare Sattelstütze funktioniert, oohhh…

Interessante Antriebstechnik gibt ’s auch zu bewundern.

Modell Cancellara…

ein Zahnriemenantrieb in Verbindung mit ner Dose…

was gekapseltes für Katzenfreunde…

eine interessante Federungslösung, schweineleicht, sieht aber irgendwie Kacke aus…

die Alzheimer-Brigade, sogar an ner Starrgabel vergessen die die Hälfte…

bei Endorfin geht ’s auch schon los…

Zum Schluss noch zwei Suchbilder, bei beiden ist irgendwas falsch…

Fazit Schön war ’s. Hat Spaß gemacht. Bin nächstes Jahr wieder dabei. Hab ja noch was gut zu machen…

 

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