Malevil 2010

Freitag, 18.Juni 2010. Malevil-Wochenende. Eins meiner Lieblingsrennen.

13.20 Uhr bin ich auf der Autobahn. Hektisch wird nach nem Sender gesucht, auf dem Fußball übertragen wird… Hab ja die leise Hoffnung, dass die Piste durch das Spiel etwas leerer ist und ich den allwöchentlichen Freitagnachmittagsstau der vielen Pendler umgehen kann.Hab vorher schon mal durch die Meldeliste gestöbert. Viele bekannte Namen, die Streusandbüchsen sind auch dabei, ohne die würde was fehlen, auch wenn ich die während des Rennens eher selten sehe, sind meistens ein bisserl fixer. Ich glaub, die haben schon ne Inventarnummer. Wenn die mal absagen, fällt das Rennen sicher aus…

Daniel, der Muldesegler, ist auch wieder mit von der Partie. Fährt im Ösi-Land auch den langen Kanten. Uij, da können wir ja ne Fahrgemeinschaft auf machen. Wird wohl ein permanenter Kampf gegen das Zeitlimit und den Besenwagen, hoffentlich spielt das Wetter mit. So was wie letztes Jahr brauch ich nicht unbedingt nochmal. Aber soweit ist es ja noch nicht.

Rote Karte für Klose, oh Mann. Der Freistoß danach, 1:0 für die Serben. Höchststrafe. Unglaublich, dieser verfluchte Pole… Jetzt wird ’s schwer. Den und Podolski hätte ich sowieso nicht mitgenommen und dann schießen die zwei Störche auch noch die beiden wichtigen ersten Tore gegen Australien… Heute bestätigen die zwei meine Meinung, noch dazu, weil in der zweiten Halbzeit Podolski den fälligen Elfer verschießt. Man Jogi, Elfmeter sind doch die Spezialität der DEUTSCHEN. Da läuft doch was zwischen dem Kazcynski und den Serben…

Nach dem Schreck brauch ich erstmal ne Stärkung.

Pünktlich an der Grenze fängt es an zu regnen. Die Tschechei empfängt mich nicht freundlich…

Im Zuckeltrab über tschechische Landstraßen. Hab keine Lust zu überholen, zuckel ein bisschen mit… An dem Basaltkegel mach ich ne Pause, den wollt ich mir letztes Jahr schon ansehen, da lief aber grad das „Rennen“ mit dem T5 vom Pulsschlag-Express…

Ob man da hoch kraxeln kann? Man kann…

Statt nem Gipfelbuch find ich das…

Hui, da würd ich mich aber auch ganz gern eintragen… Ich glaub, hier gefällt ’s mir.

Spricht leider nur Esperanto…Schade, außerdem muss ich weiter, die Ranch ruft…

Ein dezenter Hinweis zeigt mir, wo ich hin muss…

Gleich bin ich da…

Da isse…

Aber alles noch verdammt leer und nirgends ein bekanntes Gesicht zu entdecken…

Ich hol mir erst mal mein Nummernschild und das MME-Shirt. Brauch ja jetzt wieder eins, nachdem ich das vom Vorjahr letztes Wochenende in Willingen gründlich zerstört habe…

Für unsere Sicherheit werden hier auch keine Kosten und Mühen gescheut…

Aus der Luft kann jedenfalls nix passieren…

Das Ordnungspersonal trägt dieses Jahr aber merkwürdiges Schuhwerk…

Ob das was zu bedeuten hat?

Das Zielgelände, uijuijui. Das verspricht morgen „spannend“ zu werden…

Ein Tschechenbier später Einrollrunde. Erst zum Start nach Jablonne, dann check ich nochmal den Extrakringel vorm Ziel.

Oje,das sieht übel aus… Fango-Ganzkörper-Packung… Wenigstens haben se am größten Loch ne Hühnerleiter drumrum gebaut…

Durch den Hohlweg geht ’s zum Golfplatz…

Mittlerweile hat es wieder zu regnen angefangen..

Stilleben…

Als echter Thüringer hat man natürlich immer nen Grill im Auto, wir sind ja nicht um sonst Grillweltmeister…

4 Steaks später, der halbe Zeltplatz brennt…

Neben mir haben sich mittlerweile zwei Plauener einquartiert… Ein lustiges Völkchen, diese Vogtländer…

Fahren das erste mal mit, Zielzeit U 6 . Uij, Ambitionierte. Die werd ich wohl erfolgreich vor mir her jagen… Im Trockenen hätt ich mir das vorstellen können, aber meine Checkerrunde verspricht Anderes…

7.00 Uhr, Wecken… Das Startritual wie immer. Um 8.00 Uhr rollern wir gemeinsam von der Ranch und stehen in der Aufstellung ziemlich weit vorn. Reihe 3 direkt unterm Startbogen. Das ist mir noch nie passiert. Toll hier, und die Aussicht…

Die beiden Plauener beim richten der Technik…

Lenka Hartlova, kassiert mich kurz vorm Ziel, aber da kämpfe ich schon mit stumpfen Waffen…

Mirka, mein Hormondoping vom letzten Jahr, soll auch hier irgendwo stehen, kann sie aber nirgends entdecken, Schade.

Der Countdown auf tschechisch, dann AC/DC auf englisch…

Um mich rum braust alles los, als wenn in 2 km das Ziel wäre… Ne lang gestreckte Linkskurve, noch auf Asphalt. Das letzte Mal, dass ich die Spitze sehe, dass muss ich doch gleich mal fotografisch festhalten. Ein blick nach rechts, ups Prominenz an meiner Seite. Schnell das Motiv gewechselt und nach rechts geknipst.

Abschuss. Renn.Schnecke in Action, genial.

Und ich bin auf den Rennstrecken dieser Welt nie mehr incognito, weil…

ab sofort, wo DAS drauf steht…

DAS drin ist….

Die Jagd ist hiermit offiziell eröffnet. Wenn ’s irgend geht bitte schöne „Arschfotos“…

Wer das allerdings im Rennen vor sich sieht, hat irgendwas falsch gemacht, denn da, wo sich mein Arsch bewegt, ist meist hinten. Erste Gelegenheit für alle Hobby-Fotografen ist das Salzkammergut. Auswertung dann nach dem Rennen bei ner Hopfenkaltschale…

So, back to race.

Die Wiesentrails, schon ordentlich rutschig. Die ersten vor AngstbremsindieWiesefahrer. Auf der letzten Wiese vorm Wald steht Tüte recht unentschlossen an der Seite. Komisch, wie ’n Schaden sieht das nicht aus, eher als wenn er auf jemanden wartet. Ne Viertelstunde später kann ich mich davon überzeugen, das bei ihm alles in Ordnung ist. An einer Steigung rast der Tüten-Express mit einem Affenzahn an mir vorbei.

Ich versuch dran zu bleiben, kurzzeitig…Wenigstens hat er mich zu ner größeren Gruppe vor mir ran gezogen, dann muss ich abreißen lassen. Tütentempo ist Terroristenverbrennungstempo. Fotos gelingen mir leider auch nicht mehr. Hab ich mal ein Motiv, dann kommt eine von den nervigen „Sie verlassen den amerikanischen Sektor“, “Herzlich Willkommen im russischen Sektor“-SMS’en und die muss ich jedes mal erst weg drücken, wenn ich ein Foto machen will. Wenig später ist meine Kamera so zu gematscht, dass sich der Verschluss nur noch mit ein paar Voodoo-Sprüchen in Funktion bringen lässt.

Konzentrier ich mich halt mal auf ’s Fahren und muss für den Bericht andere Quellen an zapfen. Mit dem hier kampel ich mich bis zum Hochwald.

Hinten drauf steht Vorsicht! Bikerarsch. Weiß jetzt nicht, worauf sich das bezieht, auf Vorsicht, auf Biker oder auf Arsch…

Das weiße Handtäschchen fährt mir auch ein paar mal über den Weg…

Der Extrakringel. Das neue Teilstück zum Stausee. Nach der Verpflegung ein Steeplechase-Parcour, runter vom Rad, rauf auf ’s Rad, runter vom Rad, rauf auf ’s Rad mit anschließendem Auf- und Ab-Singletrail. Die Änderung ist gelungen. In der schweren Abfahrt kurz vor Oybin knallen die Volvo-Hasen rechts und links an mir vorbei. Komplett schmerzfrei die Patienten. Ich bin bestimmt nicht langsam hier runter, aber was die hier machen…tz,tz,tz. Millimeter an meinem Lenker vorbei, ne Berührung und es geht für alle Beteiligten schmerzhaft aus. Das alles für 150 € Siegprämie. Jungs, am Montag muss ich wieder arbeiten. Ich hoffe, dass ich solche Pflegefälle wie euch nie auf meiner Bank haben werde… Freunde habt ihr euch jedenfalls nicht gemacht. Der Anstieg zum Hochwald, unten leidlich zu fahren, oben wie immer…Wandertag… und die Sprüche von den Touris auch wie immer…

Jetzt könnt ich Mirka gebrauchen, aber weit und breit nüscht zu sehen. Immer nur gelbe Nummernschilder, die den Berg in nullkommanix hier hoch brettern. Das ist deprimierend…Zwischendurch darf ich auch immer wieder mal Radel fahren. Meine Kette quietscht mittlerweile auch wieder ganz ordentlich. Die Wiesentrails vom Anfang und der ganze Dreck und Schlamm haben dafür gesorgt, dass es am Öl nicht mehr liegen kann, ist nämlich keins mehr da…

An der nächsten Verpflegung ist die Service-Station erst mal mir. Ganz ohne Gebärdendolmetscher kann ich das hübsche Mädel dazu bringen, sich über mein Bike her zu machen und pffffffft, pfffffffffft, pfffffft schon tropft die Kette wieder und ich auch, geil. Die Organisation hier ist einsame Spitze. Klasse, weiter so. Hier wird sich nicht nur um die Volvo-Affen gekümmert…

Der lange Plattenweg auf dem Weg zur Lausche. Jetzt läuft ’s bei mir gut und ich darf sogar überholen. Die hier ist meine Aufstiegshilfe…

…mit der ist es mal anders rum. Die schenkt mir auf der Abfahrt ein und ich darf am Berg wieder aufholen. Der hier bedankt sich brav bei mir, weil er sonst grade aus gebrettert wäre.

Hab im letzten Moment gesehen, dass es links hoch geht… Später erfahre ich, dass sich Renn.Schnecke genau hier verfranzt hat, Drecksnavis…

Ganz oben wieder Wandertag… Auf dem Lausche-Trail einer der zwei Plauener vor mir. Hat ne Krise. Donner gleich vorbei und fahr auch ordentlich Vorsprung aus.  An einem Anstieg kurz vor der vorletzten Verpflegung passiert ’s. Die Kette wickelt sich auf und verklemmt sich so, dass ich fünf Minuten brauche, bis das Ding wieder gangbar ist.

Es dauert nicht lange und der Plauener ist wieder durch. Ab sofort geht mein kleines Kettenblatt nicht mehr. Am Anfang probier ich das  mittlere durch zu treten, aber no Chance… Bis zum Ziel nimmt mir Micha noch gut ne Viertelstunde ab. Aber selbst ohne Schaden wäre eine Zeit unter sieben Stunden heute für mich nicht machbar gewesen.

Die hier rutscht auch noch durch…

Lenka Hartlova, die aus der Startaufstellung…

Sebastian, der andere Plauener, nimmt mir fast ne Stunde ab, 6:21 irre…

…und hätte ich gewusst, dass der hier…

…, Daniel, der Muldesegler, nur anderthalb Minuten hinter mir ins Ziel kommt, hätte ich hier…

…gewartet und wir hätten uns wieder einen Zielsprint wie vor zwei Jahren geliefert. Übrigens schönes Trikot, ich hoffe es fällt auch mal ein Kasten ab…

Die Siegerehrung verpasse ich leider…

…was die wohl im Mund hat? Ich hoffe, es ist ein Kaugummi…

…weil ich beim Duschen ein Date mit Renn.Schnecke habe. Wie immer bin ich natürlich zu spät. Die hier warten auch alle schon…

Frauen…tz,tz,tz

Fazit

Geiles Wochenende, hammerharte Strecke, schön war ’s, ach ja…


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4 Antworten zu Malevil 2010

  1. Waldorf und Statler schreibt:

    Hallo Uwe!
    In unserer Loge ist noch ein Platz frei, du bist genau der richtige Mann um ihn zu besetzen! Deine Fachkommentare zum Thema Fußball haben uns überzeugt!
    „…Den und Podolski hätte ich sowieso nicht mitgenommen…“

    Deutschland – England 4:1
    1:0 Klose
    2:0 Podolski

  2. AlterSachse schreibt:

    HI Uwe,
    beim stöbern auf Deinem Blog, finde den EB Bericht so geil, bin ich auch hier zum Malevil Text gekommen und muss sagen einfach geiler Bericht. Und ja 2010 hatte es die Strecke ganz schön in sich aber durch das Hochwasser hat sich die Strecke 2011 noch mal verschärft. Jetzt gibt es noch mehr Trails hoch und runter die es in sich haben. Wünsche Dir jetzt schon für 2012 ein geiles Rennen.
    Gruß

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