EBM 2010 – Teil II

So, ihr könnt jetzt das Licht im Kühlschrank aus machen. Weiter im Terroristenkino…

Bereit für die Schlammschlacht. Nach ner ewigen Warterei geht ’s endlich los. Aber zunächst rücken nur die Blöcke auf. Dann auf die Straße und im Zuckeltrab zum Alp de Wettin. Steherversuche. Ich halt mich ganz links am Rand. Über die Wiese an der ganzen Kolonne vorbei. Bis zum Alp de Wettin bin ich schon so weit vorn, dass um mich rum nur noch schwarze und blaue Smilies zu sehen sind. Die beste Position, die ich im Verlaufe des heutigen Tages erreichen kann. Die neue Einführungsrunde. Der erste Anstieg relativiert gleich alles wieder. Jetzt sind die Smilies wieder Pissgelb… Finde die neue Runde recht gelungen. Das Feld zieht sich recht schnell auseinander, aber 12 km waren das sicher nicht… Genau kann ich ’s nicht sagen, bin wie ein Frisör losgefahren. Mein elektronisches Helferlein, ein Garmin 705, funktioniert nicht, weil ich das Ladekabel zu Hause vergessen habe. Nicht, dass ich das gute Stück zur Orientierung bräuchte, der integrierte Fahrradcomputer fehlt… Geschwindigkeiten, Entfernungen, Herzfrequenz, Kadenz… Besonders die Kadenz. Fahre zur Zeit Drehzahlen von unter 70! Viel zu wenig und Ursache für meine miese Bergaufperformance. Problem erkannt, vielleicht sollte ich bei Helen mal nen Spinning-Kurs belegen. Ich arbeite dran…

Das Wetter ist übrigens Spitze, quasi Bombenwetter. Der Regen hat extra fürs Rennen ne Pause gemacht und Klärchen hat alle Wolken beiseite geschoben.

Ich lutsch mal ein bisschen Windschatten…

Die neue Einführungsrunde beschert uns einmal zusätzlich den Alp de Wettin. Gut so, geniales Tour de France Feeling… Von mir gibt es dieses Jahr nicht ein Foto am Alp de Wettin, merkwürdig. Insgesamt hat das Sportografen-Team nur 14 Bilder von mir gemacht, obwohl ich überall dreimal vorbei geradelt bin. Und von den vierzehn ist eins auch noch falsch. Radelt doch tatsächlich noch jemand mit meiner 27 über die Strecke…

Skandal, ich wittere Verrat, Beschiss, Betrug… Hat hier die Wettmafia ihre Finger mit im Spiel? Oder waren es die Taliban, die sind doch immer an Allem Schuld? Vielleicht war ’s ja auch die Konkurrenz aus Amerika… Uij, wenn ich mir das jetzt so durchlese, Terrorist, Bombenwetter, Wettmafia, Taliban… da leuchtet jetzt sicher in irgendeinem dunklen Hinterzimmer in Langley ein ganzer Weihnachtsbaum rot auf und ein dickbäuchiger, glatzköpfiger, schwuler Computer-Techniker fängt nervös an zu telefonieren und sucht nach versteckten Botschaften…Wenn ihr Fahndungsfotos von mir wollt, PN genügt, ABER BITTE, BITTE, GEBT MIR MEINE BILDER WIEDER… Die nächsten zehn Jahre darf ich jetzt sicher nicht in die Staaten reisen und auf dem Flughafen werde ich ab sofort auch immer meinen Koffer öffnen dürfen…tz,tz,tz

Dafür explodieren die Zugriffe auf meinen Blog, ooch, schon wieder so ein Wort, und die werte Mitleserschaft steht jetzt auch unter Observation. Also Vorsicht, wer nicht zu meiner konspirativen Zelle gehört, sollte sich jetzt ausklinken, der Rest kann beruhigt weiterlesen…

So, genug off topic, weiter geht ’s im Rennen.

Einfahrt erste Runde.

Vor den vielen kurzen Anstiegen, besonders die nach den 180° – Kehren, hab ich ein bisschen Bammel. Ob das bei dem Schlamm alles fahrbar ist? Es ist… Der Untergrund ist trotz der Dauerbewässerung erstaunlich griffig und Staus bilden sich auch kaum. An den Wenigen komme ich problemlos vorbei, eine Spur ist immer irgendwo frei… Die einzige Stelle, an der ich wirklich mal anhalten muss, ist der Steilhang am Ziel bei Einfahrt in die zweite Runde. Bis ich dran bin vergeht ein Moment. Üb ich halt ein bisschen Gleichgewicht…

Der Anstieg gleich danach hinter der Gartenanlage geht auch, trotz Schmierseife. Im Verlauf des Rennens wird die Strecke übrigens immer trockener. Klärchen leistet ganze Arbeit. Wie der Strecke geht ’s mir auch. Wiedermal viel zu wenig getrunken, außerdem sind 40 km rum, eigentlich reicht ’s jetzt. Der hier fährt auch ne Weile vor mir rum. Ein Breitunger, ist fast Heimat…

Ich glaub, das war noch in Runde eins, bin mir aber nicht sicher.. Wenn mich nicht alles täuscht waren da grüne Nummern dran. Fährt mit seinem Kumpel quatschend nebeneinander her. Plötzlich macht der eine einen Schlenker und unser Freund in Orange verschwindet in einem extra dafür bereitgestellten Schlammloch. Treffer mitschiffs und versenkt. Schade, das ich die Knipse schon wieder verstaut habe. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr…

Runde zwei, das Hamsterrad dreht sich…

Auf der Anfahrt zur Moto-Cross-Strecke werde ich angequatscht. Ein TREK-Shirt auf nem Canyon-Bike. Da ist doch kleidungstechnisch was verkehrt…

Fährt übrigens schon seit der Einführungsrunde in meinem Sichtkreis, mal vor, mal hinter mir. Irgendwie kam er mir die ganze Zeit schon bekannt vor. Manchmal hat man ja so ein DejaVu. Jetzt werde ich aufgeklärt. Bevor jetzt dumme Sprüche kommen, Ja auch das geht noch… mir fällt ’s wie Schuppen …, na klar, das Gesicht kenne ich aus den Berichten von Schnegges Heimreise aus dem Salzkammergut. Wir tauschen uns noch ein bisschen aus, machen ein Foto von nem Terroristenarsch…

…und dann ist der Sommer vorbei. Nimmt mir bis zum Ziel noch 8 Minuten ab, aber ich muss ja auch noch ne Runde. Das wird zäh. Bis hier her ging ’s ja noch ganz leidlich aber eigentlich bin ich schon lange off limits. An der Wildschweinsuhle hat der Sportografen-Fotograf seine Arbeit übrigens vorbildlich gemacht…

1.Runde…

2.Runde…

letzte Runde…

Meine Kamera ist übrigens mittlerweile auch off limits, der Schlamm hat sein Werk vollbracht… Deshalb gibt ’s auch kein Foto von Andreas aus Herford. Wir haben uns irgendwo auf dem ersten Kringel der letzten Runde gefunden und bilden eine Fahrgemeinschaft. Der MTB-Senne-Fahrer hat dauernd Krämpfe und ist auch nicht mehr schneller. Zusammen leiden… Lutscht schon die ganze Zeit Magnesium-Präparate, hilft aber nicht. Kann auch nicht, die Krämpfe haben nämlich ihre Ursache nicht im Magnesium-, sondern im Salzmangel. An der Verpflegung geb ich ihm ne Salztablette aus meinem Druidenbeutelchen und schon geht ’s. Es stellt sich übrigens heraus, das wir in Willingen schon ne Weile miteinander gefahren sind, bis dann meine Kette den Geist auf gab. Manchmal geht ’s schon komisch zu auf der Welt…

Beim vierten Mal Alp de Wettin muss ich dann doch noch absteigen, ist eh egal.  Meine Schwächephase nützt der hier aus…

JayPKay fährt vorbei, übergibt mir die rote Laterne und nimmt mir auf den letzten Metern noch 2 Minuten ab. Dann bin ich endlich im Ziel, nach 7:10h!! Das Foto (das von JayPKay) hab ich mir bei Renn.Schnecke „ausgeborgt“. Tschuldigung, hoffe du kannst mir verzeihen…

Kann nicht mal sagen, das ich unzufrieden bin. Bin einfach nur glücklich die Strapaze überstanden zu haben. Hätte nicht viel drauf gewettet, dass ich heute ins Ziel komme. Egal, ich stehe auf der Finisher-Liste, mehr zählt heute nicht. Ich werte ’s mal als Vorbereitung für ’s 24h-Rennen auf dem Nürburg-Ring, aber ob das reicht? Ihr werdet es nachlesen können…

Sind übrigens nicht alle so schlecht. Helen, unser Fuchswelpen, die hier…

wird auf der 70 km Strecke Sieger ihrer Altersklasse, Respekt und Gratulation.

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2 Antworten zu EBM 2010 – Teil II

  1. Axel Nowak schreibt:

    Mannoman du kannst einen aber auch auf die Folter spannen. Erst hört man ewig gar nichts von dir. Da war ich schon in Sorge du wärst im Seiffener Schlamm für immer versunken. Und dann die Bierholpause. So viel kann man doch gar nicht trinken. Ansonsten wie immer ein super Bericht. Ich hoffe wir können mal zusammen eine Runde drehen. Jena die Obere Hori. Erinnerst du dich?
    Also bis dann
    Axel/Kasebi

  2. Serge Presi des MTB Senne schreibt:

    Hi tolle Seite Andreas hat uns von dir erzählt.Vielleicht sehen wir uns im Oktober.Grüße aus Bielefeld.

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