Die 24 Stunden vom Nürburgring – Teil II

Los geht ’s. Halt nicht ganz. Erst noch aufrücken bis zur Startlinie. Die ist nämlich noch  gut 500 m entfernt. Vor uns standen noch die ganzen Rennradler, die erstmal auf die Strecke geschickt werden wollten…

Die Rennradler kurz vorm Start

Start…

Dann Start auch für uns. Ist schon ein tolles Gefühl, selbst über die Rennstrecke zu fahren, die man sonst nur  im TV bewundern darf. Im Fernsehen kommt es übrigens nicht annähernd rüber, wie steil und bergig die Strecke eigentlich ist. Die erste Runde nütze ich erstmal zum Kennenlernen des Kurses.

Die schwierigste Stelle, der kurze Anstieg…

mit dem anschließenden Downhill. In der Nacht wird das sportlich. Hier kann man übrigens gewaltige Unterschiede in der Bergabperformance beobachten. Mir gefällt der Abschnitt am Besten… Runter hab ich kein Problem. Aber die vielen kleinen Anstiege zehren…

Die Staffeln und die 8-Stunden-Fahrer geben gleich mal richtig Gas. Die Einzelfahrer lassen es deutlich gemütlicher angehen. Karl-Heinz Braasch, der DIMB-Fahrer mit der E-4009 sagt zu mir“ Lasse ruhig fahren, hinten werden die Enten fett“. Recht hat er. Am Ende wird er 9. mit 40 Runden. Ich hab eigentlich vor, komplett durch zu fahren. Später stellt sich aber heraus, ohne Verpflegung für mich ein unmögliches Unterfangen. Nach einer Runde hat sich alles sortiert. Ich fahre ne ganze Weile mit Udo Ahmann mit der E-4016, wird am Ende Achter mit 42 Runden. Mal ist er vorn, mal ich. Nach 10 Runden trennen sich dann unsere Wege. Sehe ihn dann erst am nächsten Morgen wieder. Unsere Pausengestaltung scheint auseinander zu gehen. Ist übrigens praktisch, dass auf den Startnummern die Namen stehen. Steffen Helbig schießt mit nem Wahnsinnsspeed an mir vorbei. Hab das Gefühl, dass er mich zweimal pro Runde überholt. Kann natürlich auch daran liegen, dass ich so langsam bin… Nach 10 Runden kenn ich jedenfalls fast jeden Sponsor, der auf seinem Shirt steht.

Ganz so schlimm ist es übrigens nicht. Es gibt einige Stellen, bei denen sich die Fahrer entgegen kommen. So kann ’s passieren, dass man sich 2-3 mal pro Runde sieht….

In der Nacht sehe ich ihn dann nicht mehr, macht ja auch nichts, das Shirt kenn ich ja jetzt in- und auswendig… . Legt ne längere Pause ein… Am Ende wird er 11. mit 36 Runden. Tüte rauscht auch ständig an mir vorbei. Fährt im Zweierteam mit seinem Bruder als Black and White Racing Team. Werden am Ende 17. mit 45 Runden. Zunächst erwische ich aber nur seinen Bruder Sven. Das ist mir glatt einen Fotostopp wert…..

Tüte krieg ich auch noch, aber bis dahin muss ich mich noch 20 Stunden gedulden.

In der Zwischenzeit mach ich erstmal ein paar Bildchen von der Strecke…

Die Zielgerade…

Immer noch die Zielgerade, jetzt aber deutlich näher am Ziel…

Die Mercedes Benz Arena mit der ersten Kurve nach dem Ziel…

Die Boxengasse. Den Abschnitt haben wir uns mit den Rennradlern geteilt. War kreuzgefährlich, besonders in der Nacht. Rechts und links keinerlei Absperrungen und ständig Leute, die über die Strecke liefen… Hatte selbst zwei Beinahe-Crashes…

Richtig schön, die Eifel. Das ist die Sicht kurz vor den zwei Rampen rauf zur Burg… Rechts unten sieht man den Beginn der langen Schotterauffahrt nach dem Downhill von der Burg.

Von mir gibt ’s übrigens auch Fotos, insgesamt 56. Man kann nicht sagen, dass die Sportografen ihre Arbeit verweigert hätten. Wenn nur alle so engagiert ihren Job gemacht hätten, wäre das ne tolle Veranstaltung geworden…

…hier hab ich noch Spaß…

…hier schon ein bisschen weniger…

…und hier,naja…

Wusste gar nicht, dass ich so schlecht aussehen kann…, aber im laufe des Tages und vor allem der Nacht wird es auch dafür noch ne Steigerung geben…

Nach 7 Runden sind meine Flaschen leer. Auffüllstopp, ratet mal wo, genau, auf ‚m Klo… Unglaublich, aber ne traurige Tatsache. Zum Glück ist das Klo nur wenige Meter neben der Strecke. Der Wasserhahn ist aber nicht immer frei. Mal macht einer sein Bike sauber, mal wäscht ein Mädel das dreckige Geschirr ab… Zum Glück haben aber alle Mitleid und lassen mich vor… Nach 10 Runden brauch ich dann die erste Pause. Meine Gels sind alle. Ich muss irgendwas essen, aber gut geht ’s nicht. Irgendwie wird alles immer mehr im Mund. Ein halbes Brötchen und zwei Knacker, mehr geht nicht. Nach ner halben Stunde bin ich wieder auf der Piste. Ab sofort fahre ich nur noch fünfer-Stints. Die ersten drei Runden gehen halbwegs, die letzten zwei quäl ich mich dann fürchterlich über die Strecke…

Besonders der Aufstieg zur Burg mit seinen kurzen giftigen Rampen und der lange Schotteranstieg zum nächsten Downhill danach machen mir, je länger das Rennen dauert, zu schaffen. Ein Foto ohne Mädel bei nem Rennen geht bei mir nicht. Für das Foto hab ich extra zwei Umdrehungen mehr getreten.

Das ist übrigens die erste Rampe zur Burg. Danach folgen noch zwei.

Der Schotteranstieg, hier werde ich grade von nem Staffelfahrer versägt…

Kurz gelutscht…

gleiche Höhe…

…und Tschüss.

Im Wald geht ’s mir deutlich besser.

Der relativ leichte und schnelle Downhill von der Burg. Die nächste Runde gleich nochmal…

Das nächste Bild ist die Rampe vom zweiten Trail.

Die ersten zehn Runden kann ich se fahren, danach, wie die meisten Anderen auch, nur noch zu Fuß. Das Foto ist von der vorletzten Runde. Für die Sportografen hab ich ’s noch mal hochgedrückt…

Der Downhill danach, hier kurz vor der 180°-Kehre.

Langsam wird ’s dämmrig.

Die Nacht der langen Messer…

Ich mach ne Pause. Muss meine Lampe montieren, im Wald geht ’s nicht mehr ohne  und Verpflegungsnachshub brauch ich auch.

Gelegenheit für euch, den Alkoholpegel wieder auf ein vernünftiges Maß rauf zu bringen. Werbepause… Teil III demnächst in diesem Kino…

 

 

 

 

 

 

 

 

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