Harzer Hexenstieg und Co – Teil III

Tag 3 – letzter Akt in diesem Drama

Der Tag beginnt mit nem Frühstück, für das wir aber erst anstehen müssen.

Kapitel 1 – Downhill

Zeit für ein Gruppenfoto.

Man beachte Vegetas „Hausschuhe“… Ist übrigens die Jungfernbrücke und der Weg dahinter führt schnurstracks rauf zum Hexentanzplatz. Ist auch unser nächstes Ziel, aber Anto lässt sich partout nicht dazu überreden, über diese Brücke zu gehen, frag mich bloß warum… Die beiden Finnen sind auch schon ganz hibbelig, die gemeinsame Nacht im Wandschrank scheint ihnen nicht gut getan zu haben… Unser Weg führt uns zunächst zum Lift, dem zum Hexentanzplatz. Der Kerl an der Kasse ist ganz entsetzt. „Fahrräder nehmen wir nicht mit. Fahrt eins weiter.“ Damit ist der Hexentanzplatz für uns gestorben und Antos Planung schon wieder über den Haufen geworfen…

Na gut, dann eben der andere Lift, der zur Rosstrappe…Hier steht schon schweres Gerät und wartet auf den Transport nach oben. Unsere CC/Marathon-Schwucken nehmen sich daneben wie 20 “ Kinderräder aus und unsere eng anliegenden Race-Shirts sorgen auch für verwunderte Blicke…

Den Dialog mit dem Liftbetreiber kann ich auch nicht besser als Anto wiedergeben…

Da standen wir nun vorm Lift:

Liftwart: Wo wollt ihr denn hin?
hoch, Downhillstrecke
Lass ich euch nicht.
Wieso?
Nicht mit den Rädern und nicht ohne Helm!
Helm haben wir auf und fahren können wir auch.
Nicht ohne Fullface und nicht ohne Protektoren!!!

Verdutzte Gesichter. mhhh… will der uns verarschen?

2. Versuch

Liftwart: Was`n noch?
Wir wollen hoch… , zum Hotel. 4 Karten bitte!
Aber nicht auf die Strecke
Natürlich nicht. Mit den Rädern und ohne Protektoren niemals…

Auf jeden Fall haben wir am Ende das hier in der Hand.

Genial.

Marathon-Schwucken goes Downhill.

Die Finnen sind schon ganz aufgeregt, die zwei auch…

Auch Vegeta, aber ehr wegen der Höhe auf dem Lift. Wenn man von der Ostsee kommt ist halt alles über 5 m ü.NN schon Hochgebirge. Viel Platz lässt er mir jedenfalls nicht.

Erhöht den Kuschelfaktor. So ne Terroristenbrust muss was Erotisches haben…

Bevor wir uns todesmutig den Downhill hinab stürzen noch ein bisschen Kultur… und ein Erinnerungsfoto für die Hinterbliebenen…

Die Rosstrappe mit dem Hufabdruck.

Da unten ist übrigens unsere Unterkunft. 5 Sekunden Freifall und wir liegen wieder im Bett…

Diese wertvollen Hinweisschilder ignoriert Anto übrigens, so wie die zwei letzten Tage auch, heute wieder konsequent. Gruml,Gruml.

Die beiden Finnen, die sowieso immer unter chronischer Enthopfung leiden, werfen einen sehnsuchtsvollen Blick zurück…

Und dann geht ’s los.

Anto steht als Erster auf der Rampe, ausgerechnet Anto….

Die ersten Hindernisse gehen wir noch ein bisschen vorsichtig an…

doch dann geb ich Schluchti die Sporen und mit viel Flow geht ’s den Berg runter…

Den Finnen gefällt ’s…Die Sprünge lassen wir natürlich aus, aber so schwer sind die eigentlich nicht.

Wenn ich den Cerberus am Lift davon überzeugen könnte mir ne 10 er Karte zu verkaufen, hätte ich wahrscheinlich selbst mit meiner CC-Schlampe die Sprünge drin. Der Tabarzer Downhill, den wir im Rahmen des Pfingstcamps 2010 gefahren sind, ist da meiner Meinung nach deutlich schwieriger. Auf der Hälfte der Strecke kommt dann ein schneller Panzer-Fahrer von hinten angebrettert. Ich sag zu Vegeta, der als einziger noch bei mir ist, „Oha, da kommt was Schnelles von hinten, mach mal die Spur frei.“ Vegeta kriegt gleich nen Schreck, erinnert sich an seine militärische Grundausbildung und schmeißt sich augenblicklich nach links in den Dreck. Atomschlag von rechts…. Minuten später kommt er wieder aus der Staubwolke raus gekrabbelt, jetzt komplett in Tarnfarbe…Ist für heute nicht das letzte Mal. Die Zeit muss ihn mächtig geprägt haben, so oft wie der heute „in Stellung“ geht… Wir beschließen erst mal auf die Anderen zu warten. Zwischendurch noch 3 Panzerfahrer, aber ehrlich, deren Performance ist nicht wirklich besser als unsere… Und dann sind die Finnen wieder dran. Haben die Witterung aufgenommen. Wenn irgendwo ein Skandälchen aufzustöbern ist sind die zwei zur Stelle. Hier wird das Polster zum Beispiel hervorragend vom Baum geschützt…

Kann natürlich auch sein, dass das für Marathon-Schwucken, die hier schnell den Berg rauf brettern, installiert wurde. tz,tz,tz…. Unglaublich, diese Finnen, die sind ihr Geld einfach wert… Langsam gewöhn ich mich an die beiden Nervensägen…

Die Ausfahrt mit dem Finalsprung… Ich muss ne Weile warten, bis die Anderen kommen…

Macht nix, vergnüg ich mich halt solange mit den zwei Mädels, die hier sensationslüstern auf ein „Missgeschick“ lauern…

Dann sind alle da. Der Hubschrauber kann wieder abbestellt werden. Die Schwucken haben den Downhill gemeistert, juhu… Für ’s Siegerfoto…

…werden die zwei Mädels bemüht, aber vorher noch schnell ein Foto von den Beiden…

Allerdings werd ich dabei misstrauisch von allen Seiten beäugt. Was der Terrorist da wohl wieder treibt??? Tz,tz,tz…

Kapitel 2 – Petermännchens Mondfahrt

So, das war das Zückerchen, jetzt kommt die Peitsche… Anto ist schon wieder am Planen und es kommt nichts Gutes dabei raus…

Wir haben uns viel zu lange auf der Spielwiese vergnügt. Der Zeitplan und Anto sind unerbittlich…Wir müssen Strecke machen. Über der R1, einen Rennrad-Fernwanderweg, geht ’s Richtung Elbingerode. Die beiden Finnen haben aus unerfindlichem Grund genau in diesem Moment beschlossen, die Beine hoch zu nehmen und so muss ich für drei strampeln…

Es dauert nicht lange und Anto, Vegeta und Roadrunner sind am Horizont nur noch als Fata Morgana zu erahnen.

Das ist nicht meine Baustelle. Steil hoch und steil runter ist kein Problem, aber auf den mittleren Steigungen hab ich meine Probleme, da bin ich einfach nicht schnell genug. Ist halt nur ein Diesel… Die Einfahrt zur Teufelsmauer, die eigentlich noch auf dem Plan stand, verpassen wir und so kommt es zu ner üblen Forstwegballerei über 25 km. Anto, heute gibt es keine Rettung für dich… Nach 10 km ist die Rakete wieder aufgetankt, nach 15 km der Countdown runter gezählt. Abschuss, Tschüss Anto…

Tschastliwowo Puti… Nach 24 km schwenkt das Raumschiff auf eine stabile Mondumlaufbahn ein… Wenn ihr mal mit eurer Liebsten in ner lauen Herbstnacht den Mond anschmachtet, seht mal genau hin. Vielleicht entdeckt ihr ja das blaue MME-Shirt von Anto im Aristarchus.

Ist ein riesiger Krater im Oceanus Procellarum, dem Ozean der Stürme… Und winkt mal, Anto würde sich bestimmt freuen…

Elbingerode. Kurze Pause, Kohlenhydratauffüllstopp. Eigentlich ein Extrakapitel wert. Na gut, überredet.

Kapitel 3 – Elbingerode

Der Ort mit der, bezogen auf die Einwohnerzahl, weltweit größten Dichte an Jungfrauen.

Obwohl ich jetzt nicht meine Hand dafür ins Feuer legen würde, dass das wirklich alles Jungfrauen sind… Wenn ihr jetzt glaubt, das wäre das Paradies, dann muss ich euch enttäuschen, ne, ne. Ehr im Gegenteil. Für Biker ist das nämlich ein ganz gefährliches Pflaster. Das mit den Jungfrauen liegt übrigens daran…

Am Besten den Ort weiträumig umfahren. Wenn ’s wirklich nicht anders geht, immer in ner Gruppe und niemals als Einzelfahrer, denn die blutgierigen Pinguine, berüchtigte Lauerjäger,  streifen hier überall in Rudeln auf der Suche nach Frischfleisch durch den Wald…

Hier lauert ein Rudel zum Beispiel gut getarnt im Unterholz…

Bevorzugte Beute sind zurückgebliebene Jung- oder Alttiere und ich hab schon wieder den Anschluss verloren… Hab mal in der einschlägigen Fachliteratur gelesen, dass Pfeifen, Rufen, Brüllen helfen soll. Zweimal rettet mich das im letzten Moment.

Gänsehaut, ich spür jetzt noch die stechenden, lustvollen Blicke auf meinem Hintern… Die zwei Finnen brüllen am lautesten, obwohl die sich doch eigentlich alles irgendwie schön saufen…

Kapitel 4 – Drei Annen Hohne und Schierke

Endlich in Drei Annen Hohne. Die Bolzerei hat ein Ende. Jetzt kommt wieder Terroristen-Terrain. Zunächst aber erstmal ein Kalorienstopp. Zwei Waffeln mit Zucker und Zimt und ein Diesel sind mir… Anto ist schon wieder auf Erkundung. Heute hat man übrigens eine fantastische Fernsicht. Sogar die Zugspitze kann man heute von hier oben sehen, unglaublich, quasi zum Greifen nah. Hier das Foto…

und das Foto zum Foto als Beweis…

Neben der Straße und der Bahn entlang geht ’s nach diversen Markierungsarbeiten…

nach Elend. Ich fühl mich grad genauso, wie das Örtchen heißt… Durch ’s Elendstal und es wird nicht besser…

Der Ulmer Weg, steil bergauf .

Endlich geht ’s mir wieder gut.

Die Kohlenhydrate greifen und außerdem sind wir wieder im Wald und auf dem Trail. Danach einen lustigen S1-Hoppeltrail runter nach Schierke…

unserem Startpunkt von Freitag.

geil…

Nochmal ein Futter- und Flaschenauffüllstopp beim Bäcker…

Kapitel 5 – Brocken und Ilse-Trails

Dann die letzte große Bergwertung des Tages, der Aufstieg zum Brocken, leider über die Fahrstraße. Anto gibt als Zielzeit 30 Minuten vor. Fünf Minuten später sind ’s dann bloß noch 15, uij… Ich fahr schon mal mit Vegeta los… In der ersten Serpentine kommt Roadrunner, im Schlepptau Anto, an uns vorbei gerauscht… An der ersten Bahnquerung bei Höhenmeter 800 muss ich auch Vegeta ziehen lassen. Schön, dass die Höhenmeter immer an der Seite angeschlagen sind…

900 hm, ein Stückchen noch. In der letzten Serpentine kommt mir Anto entgegen, hat sich Sorgen wegen der zwei Finnen gemacht… Ist ja jetzt nicht so, dass ich das nicht fahren könnte, ist halt ein alter Schiffsdiesel, der tuckert langsam aber stetig… Nach 40 Minuten bin ich oben. Die Bergwacht wird wieder abbestellt. Gipfelfoto… Ich muss meinen Charme spielen lassen und für die passende Fotografin sorgen und erwisch ne junge Muddi aus Saxn. Mid de Dechnigg is se ni so vertraud, abba dann glabbds do no…

Beim zweiten Mal dann auch bei uns…

Ab jetzt wirklich nur noch bergab… Über ’n Kolonnenweg bis zur ersten Kreuzung und dann nach rechts. Dauert ein Weilchen bis alle da sind. Roadrunner hat ein Stück geschoben weil die „Bremsen zu heiß geworden sind“. Schon klar… Der Schotterweg, dem wir jetzt folgen mutiert wenig später über S0 und S1 zu nem lustigen S2-Wegerl. Anto vorneweg, ich hinterher. Die anderen Zwei bleiben zurück… Ich versuch zweimal zu überholen, geht aber nicht, zu schmal. An nem 50 cm – Drop steigt Anto ab und ich komm vorbei… Wären wir den Weg am ersten Tag gefahren, hätte Anto hier sicher komplett den Herbert Roth gemacht… An der Stempels Buche…

Rudelsammel- und Fotostopp.

Der letzte Trail fürs Wochenende. Der Heinrich-Heine-Weg. 6,5 km feinster S1-S2 Trail immer an der Ilse lang bis Ilsenburg. Einfach geil…

Zwischendurch ein Fotostopp. Anto ist wenig später der Erste, der auftaucht.

Dann lange nichts. Wir werden unruhig. Verfahren haben können sich die Beiden nicht. Anto braust zurück.

Dann ist Anto wieder da, wenig später Roadrunner. Und endlich kommt Vegeta mit dem Rad in der Hand um die Kurve geschlumpert… Hat die Vorfahrt des fliegenden Personals nicht beachtet. So ne olle Brockenhexe hat doch tatsächlich ihr Fluggerät in Vegetas Vorderrad gerammt. Den Rest hat dann die Physik in Form von Massenträgheit und Schwerkraft erledigt, mit dem Ergebnis, das Vegeta wie nach nem Boxkampf mit Wladimir Klitschko aus sieht. KO in der 1. Runde…

Zum Glück hat der Ringarzt rechtzeitig abgebrochen… und der Kopfschutz hat genau das getan, wofür er eigentlich auch da ist…

Dann das Ende, aber das kennt ihr ja schon vom Anfang…

Fazit

Der Harz ist schon ne Reise wert. Geiles Wochenende mit geilen Leuten und geilen Trails… Gerne jederzeit wieder. Vielleicht dann im schönen Thüringen, die Einladung steht jedenfalls… Anto ist uneingeschränkt als Tourguide zu empfehlen, auch wenn seine Touren in nächster Zeit wohl etwas unter Sauerstoffmangel leiden werden…

Selbst den Finnen hat ’s gefallen. Würde mich übrigens nicht wundern, wenn wir demnächst ein Interview vom Mond in der einschlägigen Skandalpresse lesen könnten…

Weitere Beiträge zum Harzer Hexenstieg

Harzer Hexenstieg und Co – Teil II

Harzer Hexenstieg und Co – Teil I

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