M&H-News 28/2010 – Sondermeldung

+++Blitzmeldung+++Blitzmeldung+++

Hallo liebe Freunde des M&H-Rennsteigteams,

soeben wurde bekannt, dass der Goldhelm nach EISENACH geht, juhu…

Herzlichen Glückwunsch an Holger zum

Sportler des Monats September 2010 in Thüringen.

Das ist der verdiente Lohn für eine grandiose Leistung.

Danke an Alle, die mit ihrer Unterstützung und fleißigem Tippen dazu beigetragen haben, dass das Schoko-Teil seine Reise nach Eisenach antritt…

Zur Feier des Tages trinken wir jetzt erst mal ein Bierchen und essen ne Tafel Schokolade…

Damit auch alle wissen, warum Holger diese Ehre zuteil wurde, hier noch mal der zusammenfassende Artikel vom Deutschlandlauf aus der TA von Olaf Leffler…

Holger Sakuth lief von Rügen nach Lörrach

Der Weg von Kap Arkona nach Lörrach führte Holger Sakuth und die anderen Läufer auch durch Thüringen. Foto: Dirk Bernkopf

Der Lauf quer durch Deutschland ist Geschichte. Auch für den Eisenacher Langstreckenläufer Holger Sakuth. Geblieben sind aber die Erinnerungen an 17 unvergessliche Tage, die ihn zu Fuß über 1200 Kilometer von Kap Arkona auf Rügen nach Lörrach führten.
Eisenach. Für jeden Hobbyläufer ist die Teilnahme an einem Marathon bereits eine große Sache, für die es sich zu trainieren lohnt und vor der man Respekt haben muss. Wer einmal einen Marathon erfolgreich gemeistert hat, kann ein klein wenig erahnen, welche sportliche Höchstleistung Holger Sakuth vollbracht hat. 1200 Kilometer in 17 Tagen – eine Leistung die Hochachtung einfordert. „Ab und an mag ich mich einer neuen Herausforderung stellen“, so Holger Sakuth auf die Frage, warum er sich eine solche Tortour auferlegt. „Ich hatte vor Jahren schon von diesem Lauf gehört und da in diesem Jahr der letzte Deutschlandlauf stattfinden sollte, musste ich ganz einfach teilnehmen. Der Reiz liegt im Unbekannten. Ein Supermarathon beim Rennsteiglauf ist planbar. Ein Etappenrennen über einen so langen Zeitraum und eine so lange Strecke ist es nicht mehr“, so Holger Sakuth zu seinen Beweggründen einmal quer durch Deutschland zu laufen. „Und wenn es dann gelungen ist, solch eine Herausforderung zu bestehen wie den Deutschlandlauf oder im letzten Jahr den Spartathlon über 245 km nonstop, dann stellt sich eine große innere Zufriedenheit ein, die man im Alltag so kaum erleben kann.“ In den Monaten vor dem Lauf betrug der Trainingsumfang zwischen 70 und 120 Kilometern in der Woche. „Nach Möglichkeit versuchte ich mehrstündige Läufe an 3 oder 4 aufeinanderfolgenden Tagen zu absolvieren.“ Also vor dem ersten Hahnenschrei aufstehen, von 4.30 Uhr bis 7 Uhr laufend die ersten Sonnenstrahlen des Tages genießen und um 8 Uhr pünktlich im Büro sein. Gut vorbereitet fuhr Holger Sakuth in seine alte Heimat an die Ostseeküste. Eltern und Bruder waren zum Start gekommen, ihn auf seinen langen Weg zu verabschieden. Ein erster bewegender Moment für den Langstreckenläufer, deren es auf dem Weg nach Lörrach noch viele geben sollte. Wie etwa beim Zieleinlauf der 7. Etappe in Frohndorf bei Sömmerda, als ihn Freunde mit einem großen Plakat „Eisenacher Fankurve“ begrüßten. Einen Tag später der Besuch seiner Frau, die überraschend zum Zieleinlauf nach Ilmenau gekommen war. Aber auch die Landschaft hat es Holger Sakuth angetan: „Der Lauf über die alte Rügendammbrücke, kilometerlange schnurgerade Alleen in Mecklenburg, die Überquerung der Elbe, das Kyffhäusergebirge, die Überquerung des Rennsteiges im mystischen Nebelschleier, die ersten Weinberge, der Schwarzwald, sowas prägt sich tief ein.“ Doch der Lauf hatte natürlich nicht nur seine schönen Seiten, schließlich gehen Tagesetappen von bis zu 90 Kilometern gehörig auf die Knochen. „Am Tag 9 etwa 15 Kilometer nach dem Start kam das böse Erwachen“, erinnert sich Holger Sakuth. Das rechte Schienbein schwoll immer mehr an. „Shin Splints“, eine schmerzhafte Entzündung der Knochenhaut im Schienbein, der Schrecken aller Mehrtagesläufer, hatte auch den Eisenacher nicht verschont. Und das unmittelbar vor der Kaiseretappe mit 89 Kilometer Länge und 1000 Höhenmetern. Aufhören? Daran hatte er nie ernsthaft gedacht. „Ich hatte nur furchtbare Angst, das Zeitlimit nicht zu schaffen, da ich zur Vermeidung von Schmerzen viel langsamer laufen musste.“ Nach weit über 13 Stunden hatte er aber auch diese Etappe erfolgreich gemeistert. Der Rest der Deutschlandtour war dann nur noch ein „lockeres Auslaufen“ mit Tagesetappen von „nur“ 50 bis 60 Kilometern.

In Lörrach ankommen, das war das Ziel von Holger Sakuth und weiteren 28 Läufern, die auf Rügen an den Start gegangen waren. 16 haben dieses Ziel erreicht. In der Ergebnisliste findet sich Holger Sakuth auf dem hervorragenden 8. Platz wieder. Seine Gesamtzeit für die 1200 Kilometer betrug 162 Stunden, 49 Minuten und 36 Sekunden. Doch das ist für ihn selbst bedeutungslos. Ankommen, das war sein Ziel. Und das hat er geschafft. Das war ihm wichtig. Wichtig war für den Handball-Fan auch, dass er zwei Tage nach seiner Rückkehr nach Eisenach trotz geschwollener Füße in die Werner-Aßmann-Halle kam und den Eisenacher Sieg über Düsseldorf mitfeiern konnte. Für seine sportliche Leistung wurde Holger Sakuth von der Thüringer Allgemeine auch für die Wahl zum Sportler des Monats nominiert.

Olaf Leffler / 09.10.10 / TA
Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter M&H-News abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s