M&H – News 29/2010

Für alle M&H-Freunde an dieser Stelle noch das Sieger-Interview von Michaela Widder mit dem Goldhelm-Gewinner aus der TA…

Eisenacher Holger Sakuth ist TA-Sportler des Monats

  • Holger Sakuth hat in diesem Jahr bislang 3000 Trainings-Kilometer zurückgelegt. Foto: Dirk Bernkopf
Holger Sakuth, 48 Jahre, ist in 17 Tagen über 1200 Kilometer durch ganz Deutschland gelaufen. Diese Leistung beeindruckte besonders unsere Leser, die den Eisenacher mit deutlichem Vorsprung zum TA-Sportler des Monats wählten.

Rund ein Kilo Schokolade. Was fällt Ihnen beim Gedanken an so viel Süßes als erstes ein?

Schokolade geht immer, auch wenn ich natürlich darauf achten muss, was ich esse.

Aber den Goldhelm haben Sie sich nach 1200 km in 17 Tagen nun wirklich verdient. Da darf ruhig gesündigt werden!

Zum Gleich-Vernaschen, ist er zu schade, irgendwann aber schon.

Überrascht Sie die Wahl? Immerhin haben Sie mit großem Vorsprung WM-Medaillengewinner oder die THC-Torhüterin hinter sich gelassen . . .

Ich bin schon baff. Ich freue mich riesig und bedanke mich bei meinem großen Freundes- und Bekanntenkreis. Immerhin bin ich nur ein mittelmäßiger Freizeitläufer, der sich ab und zu auf die langen Strecken traut . . .

. . . und 17 Tage lang Etappen bis 90 Kilometer zurücklegt. Haben Sie sich vom Deutschlandlauf schon erholt?

Gefühlt ja, aber mein rechtes Bein ist noch geschwollen. Nach anderthalb Wochen Ruhe, laufe ich jetzt langsam wieder.

Wo liegt für Sie der besondere Reiz an Extremläufen?

Der Reiz liegt im Unbekannten. Ein Supermarathon beim Rennsteiglauf ist planbar, ein Etappenrennen nicht. Seit 2006 wage ich mich an ganz lange Strecken. Der Spartathlon über 245 km nonstop war für mich letztes Jahr ein emotionaler Höhepunkt. Ich sehe es als moderndes Abenteuer, bei dem ich meine Grenzen austeste.

Und wann haben Sie Ihre körperlichen Grenzen beim Deutschlandlauf gespürt?

Zwischen Tag neun und elf. Ich hatte heftige Schmerzen am rechten Schienbein und dann noch Halsschmerzen und Husten.

Und ans Aufgeben haben Sie da nicht gedacht?

Nie! Ich habe nur gebangt, dass ich das Zeitlimit schaffe. Aber es hat zum Glück gereicht und ab dem 14. Tag hat es wieder richtig Spaß gemacht.

Was war der schönste Moment?

Der Zieleinlauf auf der 7. Etappe in Frohndorf, als mich Freunde mit einem Plakat empfangen haben und tags darauf, als mich meine Frau überraschte.

Das sind Höhepunkte – aber wie überwinden Sie zwischendurch die Eintönigkeit des stundenlangen Laufens?

Ach, ich habe viel mit Freunden telefoniert, in Ausnahmefällen auch mal dienstlich. Ansonsten mache ich unterwegs viele Fotos oder höre auf meinem Handy Musik.

Für so einen Extremlauf müssen Sie bestens vorbereitet sein. Wann und wie viel haben Sie dafür trainiert?

Dieses Jahr sind es knapp 3000 Kilometer, die meisten davon in den frühen Morgenstunden. Die Zeit muss ich vom Schlaf abknapsen. Ich stehe gegen 3.30 Uhr auf, laufe von vier bis sieben und bin acht Uhr im Büro. Am Wochenende frühstücke ich dann mit meiner Frau und erledige danach normale Arbeiten wie Einkaufen oder Rasenmähen.

Haben Sie für 2010 schon neue Herausforderungen geplant?

Nichts Großes, drei Termine sind Pflicht: Rennsteiglauf, Thüringen-Ultra und Rennsteig-Etappenlauf. In den nächsten zwei Jahren will ich unbedingt noch 200 Kilometer laufen.

Michaela Widder / 14.10.10 / TA
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