Die Pfalz – Tag 1

Nachdem der Blog in letzter Zeit ziemlich lauflastig war, jetzt wieder mehr Konzentration auf zwei Räder…

Endlich ist es soweit. Die Pfalz ruft. War gar nicht so einfach, einen passenden Termin zu finden. Im August, der eigentlich vorgesehen war, wollte Houschter unbedingt nach bella Italia… OK, dann eben der Goldene Oktober… Allerdings seh ich ihn trotzdem nicht. Er kneift auch diesmal und schiebt ne Knieverletzung vor. Schade…Bevor jetzt ne einzelne Person aus der Pfalz auf ’s Heftigste protestiert, dann mal gute Besserung und kurier dich aus, bis Pfingsten ist nicht mehr lang hin…

Donnerstag nach der Arbeit bin ich auf der Piste. Start 19.15 Uhr.

Um 22.00 Uhr steh ich schon in Igglem bei Frank vor der Tür. Das ging aber schnell, hatte mit mehr Fahrzeit gerechnet… Eisenach liegt halt ziemlich in der Mitte, da ist es in alle Himmelsrichtungen nicht ganz so sehr weit…

Der Plan sah 3 Touren, jeweils eine am Freitag, am Samstag und am Sonntag vor… Ich vertrau da mal voll und ganz meinem Guide…

Allerdings ist seine erste Maßnahme meine CC-Schlampe gegen sein Giant Trance einzutauschen…

Das hinterlässt zunächst einen verwirrten Terroristen und dann ein ausgeschlachtetes Canyon… Heul, schluchtz…

Mein neues Spielgerät…

Vorne werkelt ne RockShox Revelation U-Turn mit maximal 130 mm Federweg und unter meinem Sattel steckt ne nigelnagelneue Kind-Shocks mit Fernbedienung….uijuijui, schweres Gerät für ne Marathon-Schwucke…

An den 10 cm breiteren Lenker muss ich mich auch erst mal gewöhnen.

Der Plan für den ersten Tag sah ne Kalmit-Runde mit Hoher Loog und Felsenmeer vor. Start war am Bahnhof in Neustadt. Gleich mal ordentlich bergauf.

Wir folgen zunächst dem roten Punkt…

später dem Uhrenweg.

Höhenmeter kann man in der Pfalz ganz gut machen. Hier mal ein Blick in die Pfalz mit dem Ziel unserer sonntäglichen Runde. Unten die Wolfsburg, oben Weinbiet.

Unser Startort liegt bei 120 und unser höchster Punkt, der Kalmit, bei 670 m. Das macht ne Höhendifferenz von 550 Höhenmetern. Das Doppelte von dem, was ich in Eisenach habe. Das Bike geht erstaunlich gut berghoch, bin immer ein bisschen schneller als das 901. So komme ich zu mehreren Fotostopps. Allerdings steigt es auch recht schnell. Es dauert noch einen Tag, bis ich mit der Absenkung der Revelation klar komme… Find das mit der Schrauberei doch recht unpraktisch, mittlerweile gibt es wohl aber auch Lösungen, die zweistufig arbeiten. Für nen Marathon ist es einfach praktikabler, da reicht ganz auf oder ganz zu… Die nächsten Bilder sind alle vom Aufstieg zur Hohen Loog.

Solange Frank den Helm nicht auf hat, geht ’s bergauf. Aber wehe, er fängt an, am Verschluß des Helms  rum zu nesteln…

Unser erstes Ziel , die Hohe Loog…

heute leider alles diesig und kaum Sicht. Die Temperatur bewegt sich auch an der Null-Grad-Grenze. Mittags sind es ganze 3,5 Grad, ja Wahnsinn…

Der Guide erklärt mir den weiteren Ablauf…

Hier hat er übrigens ganz clever den Helm unterm Trikot verstaut… Auf der Generalstabskarte nochmal ausführlich..

Feldmarschall Guderian in seinem Element… ALLES MEINS….und das und das und dahinten auch noch MEINS, MEINS, MEINS…. Die erste Abfahrt zeigt mir gleich mal, warum ich so abrupt von der Aufklärung zu den schweren Panzertruppen versetzt worden bin. Erstaunlich, was mit so nem Panzer alles geht… Bügelt einfach alles weg. Langsam gewöhn ich mich an den Schaukelstuhl.

Die Pfade sind alle ziemlich technisch, sowohl hoch als auch runter. Kein Vergleich zu den Wegen um Eisenach. Nächster Stopp Felsenmeer…

Da kommen wir her…

…und da wollen wir hin.

Bouldern inne Palz…

Ne schwebende Jungfrau…

Ausblicke…

Kalmit…

Leider ist die Kneipe zu. Langsam krieg ich Hunger.

Der General auf seinem Feldherrnhügel…

Gruppenfoto

Noch ein Ausblick…

Der Endpunkt unserer nächsten Abfahrt ist auch ne Kneipe, leider hab ich den Namen vergessen, irgendwas mit Klausentalhütte oder so ähnlich. Für Korrekturen bin ich offen, wer also geografische Fehler findet, immer posten.. Die Abfahrt hat ’s in sich. Gibt wohl 2 Möglichkeiten. Wir nehmen die etwas leichtere, die aber auch länger ist… An nem ollen Baumstamm ist dann angerichtet. Dumm-Terrorist wird übermütig. Statt dem Weg zu folgen und dem Baumstamm rechts zu umfahren will ich drüber hopsen… Das Ergebnis ist ne Pfälzer Gourmet-Spezialität. Gespickter Terrorist im eigenen Saft mit Esskastanie auf Laubbett… Wer sich schon mal in Esskastanien gesuhlt hat, weiß, wovon ich spreche.

Ne Opuntie (ein Kaktus) kann nicht schlimmer sein. Eine Woche später puhle ich immer noch Stacheln aus meinem Körper… Mein Selbstbewusstsein hat ordentlich gelitten weil auch die rechte Hüfte gehörig was abgekriegt hat. Dann ne Serpentine mit ner üblen Steilstufe. Ich steig ab, aber Frank jagt mich gleich wieder hoch. „Hier wird gefahren“, uij. Der Kupferbolzen guckt schon, aber ich fahr ’s und es geht. Zwei Serpentinen später noch mal Bodenkontakt. Diesmal war ’s ein Ast, der sich unter dem Laub versteckt hat. Jetzt reicht ’s. Terroristensammelstopp. Die Kneipe kommt gerade recht. Leberknödel mit nem Hefeweizen. OK, noch nicht ganz landestypisch, aber ich taste mich ran…

Nachdem ich mich wieder regeneriert habe, geht ’s wieder hoch zur Hohen Loog. Der Aufstieg kostet wieder ein paar Körner, verschafft mir aber wieder ein bisschen Selbstvertrauen für die dann folgende Abfahrt. Diesmal geht ’s den Treppenweg runter, den wir beim Aufstieg noch links liegen gelassen haben. Das 901 brettert vorneweg und das Giant folgt willig. Als mir Frank beim Aufstieg sagte, dass wir hier wieder runter fahren, hätte ich nicht geglaubt, dass das ohne Absteigen funktioniert, aber die Technik bügelt alles platt. Runterwärts geht das Giant einfach genial. Ich fang sogar an zu hopsen und die Sprünge werden von Mal zu Mal größer…

Dann stehen wir wieder am Parkplatz. Wow, geile Runde, wenn nur die beiden Bauchklatscher nicht gewesen wären… Vor allem an Stellen, wo man nur mit dem Kopf schütteln kann… Hier mal das Höhenprofil…

Die Gipfel sind Hohe Loog, Felsenmeer, Kalmit und zum Abschluss nochmal der Hohe Loog.

Den Abend verbringen wir dann bei Dennis in Altrip mit Pizza und Bier, nachdem er ne Lehrvorführung in Sachen Gabelwartung gegeben hat. Für die defekte Gabel sorgt übrigens Gabi. Schade, dass heute ne Fox-Gabel auf dem Programm steht, meine Reba RockShox sieht auch nicht besser aus…

Die Planung für den zweiten Tag sieht eine Tobi Tobsn-Tour zum Drachenfels vor. Ich bin gespannt…

Dennis spielt dabei übrigens ne besondere, wenn auch kurze Rolle.

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5 Antworten zu Die Pfalz – Tag 1

  1. 901-Frank schreibt:

    Lang erwartet, und wieder herrlich gelacht. Hast gerade ’ne neue Gabel erfunden 😉 „Fox“ Revelation klingt aber nicht schlecht.

    Gruß Frank

  2. 901-Frank schreibt:

    Noch eine kleine Anmerkung Neustadt liegt bei rund 120m und unser 1tes Ziel die Loog bei 620m und außerdem hätt ich besser mein Korsett tragen sollen ;-))).
    Das WE war richtig gut, bist jederzeit wieder herzlich willkommen.

  3. 3Essen-Originol schreibt:

    Hallo in den Westen unseres schönen Bundeslandes,
    das wurde aber auch Zeit Dein Schluchti in den Ruhestand zu schicken! Ich dachte schon Du willst Dich ewig dem techn. Fortschritt verschließen. Das Giant Trance hatte ich vor meinem Fusion auch schon auf der Liste. Geiles Bike! Ich hoffe Du bist damit nächstes Jahr beim EBM etwas schneller die Abfahrten runter 🙂
    Tja und das mit Fox und RockShocks lernst Du sicher auch noch.
    War wieder einmal ein toller Bericht. Danke und eine unfallfreie Winterzeit wünscht Dir Gernot.

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