Eisenacher Haus – Tour 2010

Die Tour zum Eisenacher Haus hat bei den Füchsen aus Kaltennordheim schon Tradition und wird eigentlich jedes Jahr einmal in Angriff genommen. Nur so spät wie dieses Jahr sind wir noch nie gefahren. Lag daran, dass die Füchse im September 3 Wochen mit dem Rad von Kaltennordheim an die Adria gefahren sind. Auch ne schöne Geschichte, wenn denn Schlieppi dazu mal ein paar Zeilen schreibt… Für die Eisenacher Haus – Tour blieb so nur das Wochenende vom 6. November. Die Wettervorhersage war nicht wirklich ermutigend, Dauerregen bei 5-10 Grad waren angekündigt. Und leider ist das auch genau so eingetroffen. Kachelmann ist wieder frei, Mist. Schon stimmt auch die Vorhersage…

Der Eisenacher Haus – Weg ist ein Wanderweg, der von Eisenach durch die ganze Rhön bis zur höchsten Erhebung der Thüringer Rhön, dem Ellenbogen (814m) und der dazugehörigen Gaststätte, eben dem Eisenacher Haus, führt. Eisenacher Haus deshalb, weil die Hütte früher vom Eisenacher Zweig des Rhönclubs betrieben wurde. Zu DDR-Zeiten war es dann ein Ferienobjekt der DDR-Obersten, später ne Abhöranlage. Nach der Wende sollte es der Eisenacher Verein wieder übernehmen, aber solch ein riesiges Objekt war für so einen kleinen Verein nicht zu stemmen. Heute ist das Eisenacher Haus in Privathand.

Der ganze Wanderweg ist knapp 90 km lang und hat ca. 2200 hm. Die Garmin-Dinger sind sich da immer nicht ganz einig… Mittlerweile ist der Weg auf seiner ganzen Länge hervorragend mit nem grünen EH auf weißem Grund ausgeschildert.

Start traditionell 8.00 Uhr am Eisenacher Bahnhof. Für mich geht ’s allerdings schon um 6.00 Uhr los. Muss mit dem Auto erst nach Kaltennordheim, damit ich dann abends wieder nach Hause komme. Eigentlich wollte ich ja hin und zurück mit dem Rad, aber Crusher aus Erfurt hatte sich angesagt, und der brauchte ne Mitfahrgelegenheit zurück nach Eisenach. Ich bin übrigens froh, dass ich das nicht gemacht habe, bei dem Wetter wäre das ne üble Quälerei geworden. Um 7.00 Uhr dann Start in Kaltennordheim mit Schlieppis Auto und nem Fahrradanhänger.

Biene, Schlieppis Holde, muss die Kiste dann wieder nach Hause fahren.

Andi dehnt sich schon mal für die bevorstehende einstündige Autofahrt…

Eigentlich war ein Bus geplant, aber der Kachelmann hat dann dafür gesorgt, dass die ganze Truppe in Schlieppis Auto passt. Weicheier…Crusher, der in Eisenach zu uns stößt, vergrößert unsere verwegene Schar dann auf Fünf.

Mit ner Dreiviertelstunde Verspätung geht ’s dann 8.45 Uhr los.

Pünktlich zum Start fängt es an zu regnen.

Die fünf Verrückten, v.l.n.r. Schlieppi, Andi, Wölfi, PT, Crusher

Wolkenbruch.

Die Kastanienallee kurz vorm Burschenschaftsdenkmal.

An der Mosbacher Linde. Heute ist hier ein Schlittenhunderennen. Wir sollten aufpassen, dass wir nicht zu Hundefutter mutieren…

Der Drachenstein. 200 hm zur Hohen Sonne sind geschafft und wir sind schon komplett durch. 2000 fehlen noch… Wölfi macht gleich mal einen auf Model, zeigt uns, was er alles für tolle Klamotten hat…

Wir brauchen 45 Minuten für ne Strecke, die sonst in 20 geht. Das verspricht nichts Gutes für den Zeitplan. 16.30 Uhr wird ’s dunkel. Große Pausen können wir uns nicht leisten. Die erste Abfahrt über ’s Schwalbennest zum Wilhelmsthaler See – Schmierseife.

Am Schloss vorbei zum Zeltplatz am Altenberger See.

Traditioneller Bierstopp, diesmal allerdings nicht. Die Saison ist hier schon beendet. Die Bilder sind übrigens alle wegen dem Kondens- und Regenwasser unscharf. Später gibt ’s dann gar keine mehr, die Kamera kommt in die Tüte. Etterwinden, Möhra. Die Waldpassagen kosten. Man hat immer das Gefühl, als wenn einer hinten festhält.

Die Dicke Eiche kurz vorm Zeppelinstein. Ich warte mal auf die Anderen. Andi, Wölfi und Crusher bummeln ein bisschen…

Da sind sie endlich…Heute auch keine Rast am Zeppelinstein.Hier ist nix zum Unterstellen, es gießt immer noch… Wir fahren weiter bis nach Tiefenort, besichtigen schnell den örtlichen Erdfall, die Dinger sind ja jetzt in Thüringen in mode,…

und kehren dann beim Bäcker im Neukauf ein. Aufwärmstopp, für jeden erst mal ein heißer Kaffee.

Andi

Crusher

Schlieppi

Uij, da sieht man mal, was Kälte anrichten kann, ich hoffe, es bleibt nix zurück…

Man glaubt ja gar nicht, wie leicht man mit dreckigen Radklamotten „Kontakte“ knüpfen kann…

Die junge Dame ist schon über die Alpen geradelt. Wie kalt es heute ist, kann man übrigens auch sehr gut nachvollziehen… Kann aber auch sein, dass es an Schlieppi lag… Nach 45 Minuten geht ’s weiter, den Bäckerstand lassen wir geflutet zurück. Allein aus meinen Klamotten ist bestimmt ein Eimer raus gelaufen. Der nächste Anstieg zur Krayenburg lässt uns vergessen, dass wir eigentlich frieren. Die anschließende Abfahrt nach Merkers hat es auch in sich, Längs- und Querrillen, die man unter dem dichten Laubteppich nur erahnen kann. Der nächste Anstieg zum Salzberg, dem Revier der Herren zu Buttlar, hat es wieder in sich. Harvester haben dafür gesorgt, dass die Wege teils völlig grundlos sind. Die Abfahrt nach Dietlas ist die Steilste der ganzen Tour.

Das ist übrigens der Sitz der Herren von Buttlar in Dietlas. Auf der anderen Seite dann gleich der heftigste Anstieg nach Martinroda. In Diretissima den Berg hoch. Hier hat ’s mehr als 25 %. Bei der Schmierseife ist das heute sportlich. Zweimal muss ich runter vom Rad, kann aber jedesmal wieder aufsteigen. Oben kurzer Kohlenhydratstopp. Zu lange kann man sowieso nicht stehn. Arschkalt, die einzige Chance ist in Bewegung zu bleiben. Im anschließenden Waldstück ist dann mehr los, als in der Eisenacher Innenstadt. Treibjagd. Hoffentlich halten die uns nicht für Wildschweine, von der Farbe her sind wir jedenfalls nicht mehr zu unterscheiden… Nach nem ekligen Wiesenanstieg Wolferbütt. 2 km weiter in Mariengart, Crusher ist platt. Der Wiesentrail kurz vorher hat ihm alle Körner ausgesaugt. Biene muss ran. Das Taxi wird nach Bremen bestellt. Das ist gar nicht so einfach, weil in dieser Einöde kein Netz zu kriegen ist. Die 5 km bis dahin muss er noch irgendwie durchhalten. Während Schlieppi und ich Crusher nach Bremen schleppen, muss Wölfi montieren. Dornenschnellentlüftung…

20 Minuten später stehen wir am Ortseingangsschild von Bremen. Die Details werden geklärt, dann lassen wir Crusher zurück und sind nur noch zu viert.

Fünf kleine Negerlein wollten zum Eisenacher Haus,

in Bremen war der Crusher dann als Erster einfach raus…

Vier kleine Negerlein…

50 km, noch 38… Der nächste Anstieg rauf zum Stern Richtung Lenders hat ’s wieder in sich. Zwar ist alles auf Schotter, aber zu Beginn und am Ende gilt ’s zwei üble Rampen zu überwinden..

Wölfi hat ’s schon geschafft…

Andi ist da und  kurz drauf auch Schlieppi…

Übrigens das letzte Foto des Tages…

Ein kurzes Überbrückungsstück durch den Wald, dann noch ne Rampe, diesmal auf Asphalt…

Lenders, vier kleine Negerlein machten eine Reise,

„Ich fahr ab jetzt allein“ sagt Andi dort ganz still und leise…

Drei kleine Negerlein,

Wölfi meint,“Der Andi, der Andi fährt jetzt nicht allein“ und schon warn wir nur noch zu zwein…

Zwei kleine Negerlein…

Jetzt wird die Strecke nur noch nach den zu fahrenden Rampen eingeteilt. Zwei haben wir noch…

Die erste von Andenhausen hoch zum Horbel auf ekelhaft steilem Kolonnenweg am NaBu-Turm vorbei…

Ächz, schnauf… Seitdem wir allein fahren hat sich unser Schnitt von unterirdischen 9 auf 10,5 erholt.

Hier beginnt die Anfahrt zur letzten Steigung. Vorher aber bei Klings noch ein tiefer Wiesentrail. In Kaltenwestheim beginnt dann der 9 km lange Schlussanstieg. Mittlerweile ist es schon recht spät und es wird finster. Den letzten Trail fahren wir komplett im Dunkeln. Halb sechs sind wir oben. Crusher wartet schon in meinem Auto und hat uns mit seinen ständigen Anrufen, wo wir denn bleiben, ordentlich genervt. Hier mal das Höhenprofil…

Selbst das Finisher-Bier fällt heute flach. Schlieppi wird schnell ins Auto gepackt und in Kaltennordheim abgeliefert und dann geht ’s heim. 19.30 Uhr muss ich in der Assmann-Halle sein. Der ThSV spielt gegen Rheinhausen… Zwei Minuten nach halb sitz ich auf meinem Platz…

Die GPS-Daten zur Tour gibt ’s hier

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2 Antworten zu Eisenacher Haus – Tour 2010

  1. crusher schreibt:

    Sehr treffend beschrieben, war diesmal echt ne Tortur für mich, nachdem ich letztes Jahr so gut durchgekommen bin. Naja, und Sorry wegen der Anrufe, hab doch nur wissen wollen, ob alles gut ist, weil es schon dunkel geworden war. 😉

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