Die Werra – 285 km nonstop zu Fuß Teil I

Wie es ausgegangen ist, konntet ihr ja alle schon nachlesen. Jetzt der ausführliche Bericht…

Bevor es los geht aber noch dies…

Pressemitteilung TG 1860 Münden e.V.

5.6.2011

 

BU von links: Holger Sakuth, Finisher Ulrich Meininger, vom Unterstützerteam Uwe Lotz, Olaf Sakuth, Michael Pflügner, Gunter Rothe, Holger Liese (TG 1860 Münden e.V.), Thomas Möller. Foto: Karin Gille-Linne

Von der Quelle bis zur Mündung

Ulrich Meininger läuft 285 Werrakilometer in 47.55 h

Am Samstag, 4.6., 15.55 Uhr erreichte Ulrich Meininger, M&H Rennsteigteam, Köln, völlig erschöpft, aber glücklich den Weserstein in der Drei-Flüsse-Stadt. Knapp 48 h vorher, Himmelfahrt 16.00 Uhr, war er mit Holger Sakuth, M&H Rennsteigteam, Eisenach, an der „Echten Werraquelle“ zu diesem Ultralauf gestartet. Ultraläufern sind Sakuth und Meininger keine Unbekannten, beide sind Finisher des Sparthathon 2009, der über 246 von Athen nach Spartha führt, und des Deuschlandslaufs 2010 vom Kap Arkona bis nach Lörrach.

Für den 48 h-Ultralauf, den Sakuth mit Ulrich Meininger geplant hatte, braucht man nicht nur eine starke Kondition, gut trainierte Muskeln und einen starken Willen, man braucht vor allem ein starkes Begleitteam. Teamchef Gunter Rothe vom Lauffeuer Fröttstädt hatte alles gut im Griff. Michael Pflügner und Olaf Sakuth begleiteten die Läufer als Fahrradcoaches von der Werraquelle bis zur Werramündung. Auch Uwe Lotz, der vierte Begleiter, hat die letzten beiden Tage wenig Schlaf bekommen. Laufzeiten und Pausen der Läufer waren genau geplant, alle 10 km eine kurze Rast, alle 50 km eine Pause von 30-40 min. Auf die notwendigen Mahlzeiten achtete das Team, Zeit für Schlafpausen blieb den Läufern aber nicht. „Besonders die zweite Nacht war hart – es wurde nicht richtig kühl und als morgens die Sonne aufging, stiegen die Temperaturen extrem schnell,“ berichtet Meininger.

Auf die Frage, wie man sich bei solchen Strapazen zum Weiterlaufen motivieren kann, antwortet er grinsend: „Im Begleitbus war sowieso kein Platz für mich eingeplant, was also blieb mir übrig?“ Für Holger Sakuth aber musste nach 261 km ein Platz im Bus freigemacht werden, leider war es ihm nicht möglich, mit Meininger auch noch die letzten 22 km über Witzenhausen an der Werra entlang bis Hann. Münden zu laufen. Am Weserstein wurde er von Läufer/innen aus Münden dennoch freudig begrüßt.

Unterwegs haben verschiedene Laufgruppen das Team unterstützt. Auch Holger Liese, Spartenleiter Ausdauersport der TG 1860 Münden e.V., hatte Meininger in Witzenhausen mit dem Rad ein Empfang genommen. Er weiß als Ultraläufer aus eigener Erfahrung um die Härten, die solch ein Lauf beinhaltet, und freute sich, dass Meininger trotz Hitze unbeschadet ins Ziel kam. „Ein bisschen verrückt muss man schon sein, um so einen Lauf auf sich zu nehmen,“ meint Liese. Und die Mitglieder des Begleitteams hatten Meininger einen speziellen Willkommensgruß auf den Parkplatz Tanzwerder geschrieben: „Jeder Idiot kann einen Marathon laufen, aber es braucht schon eine ganz bestimmte Art von Idiot, um 285 km in 47.55 h zu laufen.“

Kaum hatte man sich jedoch auf die Rückfahrt eingerichtet, gab es nur ein Thema. Am Freitag, 1.7.11 geht‘s weiter. Da ist der Start des 5. thüringerUltra über 100 Meilen, auch die 100 km sind wie immer im Angebot. Ulrich Meininger und Holger Sakuth wollen da natürlich mit dabei sein – und diesmal wieder gemeinsam ins Ziel laufen: „Nicht, dass man ‚normal und weich‘ wird.“

Wird wohl so, oder so ähnlich in der Presse in Hannoversch Münden erscheinen. Hammer, oder? Könnte man glatt so stehen lassen, wenn ihr nicht alle so neugierig wärt. Jetzt also ausführlich…

Masserberg, an Himmelfahrt 15.00 Uhr.

Diese sechs beginnen das Unternehmen Werra. Außen Ulrich Meininger und Holger Sakuth, in der Mitte die beiden Fahrradbegleiter Michael Pflügner und Olaf Sakuth. Das Versorgungsfahrzeug wird von Gunter Rothe und dessen Frau pilotiert.

Bis zum Startpunkt an der Fehrenbacher Quelle werden die Rollen getauscht. Holger und Ulrich dürfen mit dem Rad, während Olaf und Micha zu Fuß…

15.55 Uhr…

So ihr Zwei, ab jetzt nur noch zu Fuß. Wird übrigens alles genauestens protokolliert und per GPS aufgezeichnet.

Punkt 16.00 Uhr, los geht ’s… Zuerst immer am Bächlein entlang zum Werrateich.

Idyllisch hier, die ersten 2,2 km bis hier her allerdings nicht.

Die Fahrradbegleiter haben hier einige Mühe, den Beiden zu folgen und so kommt es, dass die Zwei einmal zu früh abbiegen. Das sind dann gleich mal 1,5 Extrakilometer. Übrigens der einzige größere Verfranzer der ganzen Tour. Die Fahrradbegleiter haben ihre Hausaufgaben gemacht…

Über Schotter immer bergab bis nach Sachsenbrunn. Gut sehen se aus, die Zwei. Sind ja auch bloß noch 280 Kilometer…

Kurz vor Eisfeld. Das Werratal ist erreicht. Jetzt kann man sich schon mal vorstellen, dass das mal ein Fluss wird.

Das Eisfelder Schloss…

So geht es dahin. Hildburghausen, Grimmelshausen, der Geburtsort vom Simplizissimus, Themar… es geht in die Nacht. Alle 100 Meter ein Grill. Die Würstchen duften verführerisch. Für ne Rast bleibt aber keine Zeit, der Zeitplan, Holger drängelt schon wieder… Am Knast in Obermaßfeld vorbei, immer wieder ein eigenartiges Gefühl, wenn man diesen Trutzbau sieht. Meiningen, ne ganz besondere Freude für Ulrich. Hier wird das Meininger gebraut. Na Uli, mit ein bisschen Ahnenforschung und ein Euro fuffzig lässt sich da doch bestimmt was machen… Der Radweg ist hier immer noch ziemlich wellig. Zwischendurch teils recht giftige Anstiege. Walldorf, um 3 sind die Männertagsfeierlichkeiten noch in vollem Gange. Wasungen, Breitungen, die erste Nacht ist überstanden. In Bad Salzungen stosse ich als dritter Fahrradbegleiter zum Team. Die Nacht war recht kühl, aber die Läufer haben sie recht gut überstanden. Jetzt auch wieder Fotos. Die Dame vom MDR war allerdings schneller. Ist schon seit Immelborn dabei. Der Bericht lief am Freitag im MDR Thüringen-Journal. Hat se schön gemacht…

Bevor es allerdings weiter geht, erst einmal zurück zur Werbung. Sponsoren aufgepasst,  wenn ihr hier lesen wollt, wie toll die Funktionsunterwäsche der Firma xy funktioniert, wie super die Powergels der Firma 0815 die Leistung steigern oder wie gut uns das Navi durch die ostdeutsche Pampa führt, e-mail genügt, naja, nach entsprechenden Verhandlungen…

So zu Ehren von Uli dürft ihr jetzt ein Meininger…

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Eine Antwort zu Die Werra – 285 km nonstop zu Fuß Teil I

  1. Wasserträger von Holger schreibt:

    Hallo Uli, sitze gerade-Pfingstmontagabend-beim Hasseröder. Meininger war aus. Aber toller Bericht bis hier. Danke Dir- kann man den vielen Ungläubigen und Kopfschüttlern einen prima Eindruck vermitteln.
    Gruß Wasser-Iso..-Träger und GPS-Naviagtor Micha

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