Der EB-Weg-deutscher Teil: Tag 6

Tagebuch einer Reise durch den wilden Osten

Die Nacht ist keine, wenn man mal davon ab sieht, dass es dunkel ist. Zum Schlafen komm ich jedenfalls nicht. Abendbrot fällt aus. Ich krieg einfach nix runter. Dabei muss ich dem Körper irgendwas anbieten. Rein in den Schlafsack, raus aus dem Schlafsack und ab ins Gebüsch. Ne Viertelstunde später liegt das Ergebnis 2 m weiter im Wald. Kandinsky wäre stolz auf mich. Ich krabbele wieder in meinen Schlafsack, nur um das Spiel 20 Minuten später zu wiederholen. Ich scheiße wie ne Kuh pisst. Fotos erspar ich euch mal lieber, sonst werd ich noch von der FSK gesperrt. Zum Glück sind meine beiden Finnen nicht mit dabei. Die hätten keine Skrupel gehabt… Die Stirnlampe geht jedenfalls nicht mehr aus.

Soviel Wasser, wie ich trinken müsste , gibt es gar nicht. Um 2, vielleicht ist es aber auch um 3, man verliert bei der vielen Scheißerei komplett das Zeitgefühl,  fängt es zu allem Überfluss auch noch zu regnen an. Was sag ich , es schüttet. Den Schlafsack krieg ich gradeso noch trocken ins Gepäck. Hier bleiben hat keinen Zweck. Also dem Weg und meiner Stirnlampe folgen… Irgendwann bin ich am Ortseingang von Wolkenstein. Welch Wunder, ein Rastplatz mit Dach. Der ist jetzt mir, naja, Viertelstundenweise… Wenn ihr mal nach Wolkenstein kommt, wundert euch nicht, dass hier die Eichen besonders gut wachsen… Dämmerung, langsam wird ’s wieder hell und das liegt diesmal nicht an meiner Stirnlampe. Dafür fängt es wieder an zu regnen. Mörderregen! Megamördermonsterregen. Die Sicht reicht nicht mal mehr bis zur Straße, und die ist nur 15 m entfernt. Hier beweg ich mich jetzt nicht mehr weg… Um 9 ist der Spuk vorbei. Ich konnt doch tatsächlich noch ein, zwei Stündchen schlafen. Dann sitz ich wieder im Sattel.

Keine 50 Meter von hier hab ich gepennt, und ich meine jetzt horizontal und nicht vertikal. Dirk hat das Motiv auch gefallen…

Wenn man nicht nur auf die hübsche Brücke über die Zschopau stiert, sondern auch mal einen Blick nach oben riskiert, sieht man das Schloss von Wolkenstein.

Der EB-Weg ist jetzt erstmal Geschichte. Mir geht es richtig schlecht. Jetzt muss ich zusehen, das ich überhaupt bis nach Seiffen komme. Das ganze Unternehmen steht kurz vor der Aufgabe. Das Rennen in Seiffen kann ich mir jedenfalls abschminken. In meinem Zustand geht nicht mal die Einführungsrunde, dabei wollte ich den langen Kanten… Eigentlich gehöre ich ins Krankenhaus und nicht mit dem Fahrrad auf die Landstraße.

Die B171 ist mir. 30 km bis Buffalo… Mein Schnitt beträgt unterirdische 10km und das auffe Straße! Alles über 5% Steigung muss ich schieben. Dehydriert und unterzuckert ist ne eklige Kombination. Pausen ohne Ende und immer ein wachsames Auge aufs nächste Gebüsch… Scheiße im wahrsten Sinne des Wortes. Bin ich froh, dass ich nicht nur Bibshorts mitgenommen habe… In Marienberg wird Klopapier gebunkert. Zum Fotografieren hab ich keinen Nerv mehr. Deshalb muss ich mal wieder auf den Fundus von Dirk zugreifen.

Das Rathaus.

Das Denkmal des Stadtgründers Herzog Heinrich von Sachsen.

Ich schlepp mich weiter über die B171 in Richtung Seiffen. Dann das…

Die Kniebreche. Umleitung, da müsste ich eigentlich durch. Hier wird schwer gebaggert. Da kann ich mich nicht einfach durchmogeln. Hinter der Baustelle liegt Zöblitz. Da muss ich hin. Nach ner kurzen Pause im Gebüsch Kartenstudium. Über Neusorge gibt ’s nen Wanderweg. Oh Gott, schon wieder mit ordentlich Höhenmetern. Völlig ausgepumpt lande ich in Zöblitz.

Ich brauch schon wieder ne Pause. Der Penny-Markt ist erstmal mir. Irgendwie müssen Flüssigkeit und Kohlenhydrate in meinen Körper.

In Ansprung wieder Schiebestrecke. So ein Mist… Schlepp- und Kriechterrorist. Zum Glück sieht mich hier keiner. Die EBM-Teilnehmer müssen die Umleitung über Pobershau fahren. Olbernhau.

Die Saigerhütte, liegt direkt an der Straße Richtung Seiffen. Jetzt ist es nicht mehr weit. Noch ein bisserl an der Flöha entlang und dann den Seiffener Grund hoch. Plötzlich bimmelt mein Handy. Kato will wissen, wo ich bin und wann mit meinem Eintreffen zu rechnen ist. Schön, ich werde schon erwartet. Die Jungs wollen runter und Startnummern ziehen. Endlich steh ich auf dem Zeltplatz. 4 Stunden für die 30 km über die Landstraße, Wahnsinn.

Nächste Übung Zeltaufbau. Luxus pur. Ich hab ein Dach über ’n Kopf, geil. Ich hau mich gleich hin und schlaf erstmal zwei Stunden… Dann doch noch ein Besuch im Start und Zielbereich. Selbst das laufen fällt mir schwer. Den Bergsprint lass ich ausfallen. Nochmal den Berg runter und wieder rauf, dazu hab ich jetzt keine Lust mehr. Wie ’s weiter geht dann im Bericht zu Tag 7. Werbepause, die hab ich mir auch verdient…

Weitere Beiträge zum EB-Weg  – Tagebuch einer Reise durch den wilden Osten

Der EB-Weg: Tag 11

Der EB-Weg: Tag 10

Der EB-Weg: Tag 9

Der EB-Weg: Tag 8

Der EB-Weg: Tag 7

Der EB-Weg: Tag 5

Der EB-Weg: Tag 4

Der EB-Weg: Tag 3

Der EB-Weg: Tag 2

Der EB-Weg: Tag 1

Der EB-Weg:  Prolog

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