Der EB-Weg-deutscher Teil: Tag 8

Tagebuch einer Reise durch den wilden Osten

Untypischerweise beginnt Tag 8 mit dem Rest von Tag 7.  Während die Preußen wieder Richtung Norden verschwinden, führt mich mein Weg zuerstmal wieder nach Westen. Dirk meint bei unserem allabentlichem Telefonat, dass ich mit dem Tal der Schwarzen Pockau etwas verpassen würde… OK, verpassen möchte ich natürlich nix. Deswegen zunächst in die „falsche Richtung“ und dann wieder in die Richtige. Zunächst geht es auf der Rennstrecke und dem Sachsenweg wieder runter nach Oberneuschönberg. Der Wald ist ordentlich aufgeweicht. 3900 Fahrradreifen haben dem Trail die entsprechende Form gegeben. Olbernhau ist nicht mehr weit. Wieder an der Saigerhütte vorbei und rauf auf den Berg. Höhenmeter gehen noch nicht richtig schön, aber immerhin sie gehen.

Für den Blick bin ich hier rauf gestrampelt, nur, um wenig später wieder unten in Olbernhau zu stehen. Die Regenwolken sind noch nicht wirklich abgezogen…

Dörfel und Rungstock heißen die magischen Ortsteile von Olbernhau. Dann darf ich über den Rübenauer Weg wieder bergauf.

Fotostopp an der Pulvermühle und am dazugehörigen Pulvermühlenteich…

Hier wird der Rungstockbach aufgestaut. Das das nicht ohne Probleme geht, versteht keine Sau…

Wen interessiert, worum es hier geht, im Gesichterbuch Rettet den Pulvermühlenteich eingeben…

Am Bach führt jetzt ein lustiger Trail bergauf.

Richtig idyllisch…

Die selbe Stelle mit nem Foto von Dirk…

Die Karte sagt, ich bin auf dem Heidenweg, mmhhh… Egal, wo ich jetzt bin, ich sollte an eine Übernachtungsgelegenheit nachdenken. Wenig später hab ich was Passendes gefunden. Den flotten Franz bin ich immer noch nicht los, aber die Abstände sind jetzt wieder annähernd auf Normalniveau. Katjas Tabletten- und Kamillenteekur scheint zumindest ein bisserl geholfen zu haben. Nahrungsmittelaufnahme langsam und mit bedacht… Ein Feuerchen wäre nicht schlecht… Birke soll ja auch nass brennen…

Jetzt mal ne Mc Gyver-Lehrvorführung… Wie mache ich Feuer? Man braucht ein Stück hartes und ein Stück weiches Holz. Der Rest ist Reibung…

OK, es geht aber auch einfacher…

… und schon brennts…

Jetzt noch Schuhe kochen…

Die Dinger sind schon wieder pitschnass… Langsam wirds. Ich hocke noch ein bisschen am Lagerfeuer und lausche dem Geflüster der Elfen und Gnome, bevor ich im Reich der Träume versinke. Ganz durch schlafen kann ich noch nicht. Tag 7 geht zu Ende und Tag 8 bricht an… Das Morgenritual wird auf das Nötigste reduziert und schon sitz ich wieder im Sattel…

Ansprung. Ja, so heißt das erste Örtchen des heutigen Tages… Am Samstag bin ich hier schon mal durch, aber in der anderen Richtung und auf Straße. jetzt fahr ich auch wieder bergauf, nur diesmal Richtung Hüttstatt. Bevor ich aber Hüttstatt erreiche, lande ich erst auf nem Trail und dann hier…

An dem Felsen lass ich das Bike stehen und lauf die paar Schritte bis zum nächsten, auf dem ganz exponiert…

diese Bank steht.

Das ist der Blick von der Bank. Na, wo bin ich? Unter mir breitet sich das  Tal der Schwarzen Pockau aus.

OK, die frage war eh nur rhetorisch. War ja klar, dass ich das gleich selbst beantworten werde…

Dirk hatte Recht. Hier hätte ich wirklich was verpasst. Wenig später bin ich in Hüttstatt. Der Weg führt gradewegs durch ein christliches Ferien-Camp. Die Kiddies sind grade am Aufstehen und schälen sich aus ihren Zelten.

An der Hüttenstattmühle geht es dann runter ins Tal der Schwarzen Pockau.

Für Dirk natürlich bergauf. Runter ist die deutlich bessere Alternative. So, wie sich das Wegerl hier zeigt, geht es bis runter.

Und dann bin ich unten. Zunächst mit der Strömung bergab bis zum Hinteren Grund, dann übers Wasser und auf der anderen Seite und gegen die Strömung wieder stramm bergauf bis zum Gasthof Berghaus. Noch ein bisschen durch den Wald und schon steh ich auf dem nächsten Felsen, der eigentlich ein Stein ist.

Der Katzenstein, ja Wahnsinn. Sogar das Wetter spielt mit.

Auf der anderen Seite ist Hüttstatt zu erahnen.

Ein Blick nach unten…

und einer nach oben.  Die Wetterfahne  zeigt das „Fegeweib vom Katzenstein“.

Der Sage nach stand vor langer Zeit auf dem Katzenstein eine Burg und auf dem gegenüberliegenden Felsen auch eine, das Raubschloss „Liebenstein“. Eines Tages ließ der Burgherr des Liebensteins die Burg auf dem Katzenstein aus seiner Kanone beschießen. Zum Glück für die Katzensteiner hatten sie in ihren Burgmauern ein Fegeweib, das fegte die anfliegenden Kugeln mit einem Besen einfach ins Tal.

Hier ist es schön, ich mach erstmal Frühstück… Irgendwann ist leider alles aufgefuttert. Ich muss weiter. Wenig später bin ich wieder am Talgrund.

Dieses Tal ist absolut Sehenswert. Es gibt hier übrigens noch ne ganze Reihe weiterer Aussichtsfelsen. Russenstein, Teufelsmauer, Stiftskanzel oder Löwenkopffelsen sind nur einige davon. Leider führt der EB-Weg an denen aber nicht vorbei.  Hier hat der legendäre Stüpner,Karl , der Robin Hood des Erzgebirges, sein Unwesen getrieben. Miriquidi-Land. Wer hier mal Biken möchte, sollte sich die Seite Miriquidi-Bike-Trails zu Gemüte führen. Da sind einige ganz interessante Touren beschrieben.

Lustige Wasserfälle rechts und links…

Ab sofort bin ich wieder in der richtigen Richtung unterwegs. Immer mit der Strömung und gen Osten…

Die Kniebreche. Hier stand ich Samstag schon einmal.

Immer noch unpassierbar. Den elenden Anstieg über Neusorge nehm ich diesmal aber nicht. Ich probiers jetzt links. Auf der Karte ist ein Wegerl eingezeichnet, das nicht so steil aus sieht. In Zöblitz ist der Penny-Markt wieder mir. Essen geht mittlerweile wieder. Nochmal die B171 nach Olbernhau. Nach Seiffen fahr ich allerdings nicht nochmal. Vorher biege ich Richtung Neuhausen ab. Den Schwartenberg, über den der EB-Weg eigentlich geht, lass ich rechts liegen. Ist auch nicht so schlimm. Da oben war ich schon. Die Samstagrunde vom MadEast hat mich da oben drübber geführt. Bei der Veranstaltung  haben die Jungs auch ein hübsches Foto von mir gemacht…

So sieht übrigens der Blick auf Neuhausen aus.

in Neuhausen erwischt mich wieder ein Regenguss.

Ich schaffe es grade so in das Wartehäuschen des Busbahnhofes.

10 Minuten später scheint schon wieder die Sonne…

Aprilwetter im August… Das ist übrigens das Schloss von Neuhausen, Schloss Purschenstein. Wer Lust und Zeit hat, kann sich hier auch das Nußknacker- und das Glashütten-Museum ansehen… Ich hab keine… Mein Weg führt mich Richtung Cämmerswalde.

Ein Blick zurück. In der Bildmitte ist am Horizont noch der Schwartenberg zu erkennen. Der Blick nach vorn zeigt die Rauschenbachtalsperre.

Die Strecke kenn ich schon vom Mad East. Da ging es auch über die Staumauer.

Dat isse. Die Seite ohne …

und die mit Wasser. Was für ein Blau…

Das ist übrigens ne Gaststätte. Nennt sich „Flugzeug“, weiß jetzt gar nicht warum…

Hier steht ne MIG 21, ein MI 4 und ne IL 18 im Vorgarten. Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Was dem Einen sein Gartenzwerg, ist dem Zweiten sein Schwibbogen und dem Dritten halt ein Flugzeug…

Nochmal ein Blick zurück. Der weitere Weg führt mich zum Gasthaus Grenzhof in Deutschgeorgenthal. Auf meiner Karte ist der EB-Weg auf der anderen Seite des Stausees eingezeichnet, aber die Beschilderung vor Ort ist eindeutig. Ich segle gleich mal zu weit und lande direkt vor nem Fidschi-Markt. Huch, ich bin ja schon bei den Tschechen, Ĉesky Jiretin… Ins Tschechische will ich heut aber gar nicht. War wohl noch so vom Mad East einprogrammiert… In Deutschgeorgenthal führt der EB-Weg an der Straße entlang Richtung Rechenberg-Bienenmühle. Aber der geht bergauf und soo gut geht es mir immer noch nicht, dass ich da jetzt Bock drauf hab. Deswegen eine kleine Streckenänderung,  immer auf dem Grenzweg entlang.

Überall das Selbe… Wahrscheinlich schon Vorräte für die Trophäen von Rennschnecke… Am Teichhaus brauch ich nen Verpflegungsstopp.  Hefeklöße mit Vanillesoße und Heidelbeeren. Drei Boxenstopps später ist der Teller endlich leer. Rückfall in meine analfixierte Schaffensperiode? Bis hierher hat Katjas Therapie gehalten… Anderthalb Stunden später bin ich wieder auf der Piste.

Die Hochzeitsallee… Hier haben Hochzeitspaare Bäume gepflanzt. Ein Stückerl weiter gibts auch schon ein paar Lücken. Da hat wohl die „Säge“ gewütet…

Ein Blick in die Tschechei. Die Wolken sehen schon wieder bedrohlich aus. Hier bildet übrigens der Hirschbach die Grenze.

Der Weg führt immer an einem Bahndamm entlang.

Der Bahndamm gehört zu einer stillgelegten Strecke, auf der seit 1885 Holz und Kohle transportiert wurde. Heutzutage ist die Trasse nur noch im Winter als Teil der Skimagistrale Erzgebirge freigegeben.

Der alte Bahnhof von Hermsdorf-Rehefeld.

Heute ist der Alte Bahnhof ein Sporthotel. Beim Mad East war hier ne nette Verpflegungsstation.

Diese Messlatte zeigt die Schneehöhen an. Zum Glück steht der Zeiger heute auf null.

Rehefeld-Zaunhaus. Ich bin im Tal der Wilden Weißeritz angekommen.

Das Zaunhaus. Hier lebte früher ein Zaunknecht, der dafür verantwortlich war, dass der Zaun zwischen dem Sächsischen und dem Böhmischen immer schön instand gehalten wurde. Die Sachsenfürsten hatten was gegen illegale Grenzübertritte des königlich-sächsischen Jagdwildes… Mauer und Zaunbau hat offensichtlich eine gewisse Tradition in Deutschland… Und so sieht es heute aus…

Der EB-Weg führt jetzt eigentlich links am Haus vorbei Richtung Kahleberg und Altenberg. Ich mag aber heute keine Höhenmeter. Die letzten Tage haben ordentlich gezehrt. Deshalb fahr ich nach rechts über den Kreuzweg über den Großen Lugstein nach Georgenfeld und Zinnwald.

Das Georgenfelder Hochmoor. Der Große Lugstein ist nicht mehr fern…

Dat isser…

Zinnwald.

Die Grenzabfertigungsgebäude…

Der Geisingberg. Auf den hab ich auch keinen Bock mehr. Höhenmeter sind heute für Physioterroristen kontraproduktiv. Außerdem bin ich im Weichei-Modus. Es ist schon spät und ich sehne mich nach nem schönen weichen Bett und ner warmen Dusche. In Geising werde ich fündig. Das erste mal auf meiner Reise, dass ich ein festes Dach über dem Kopf habe. Vorher fahr ich aber noch da vorbei.

Wer ’s nicht lesen kann, sollte sich einen Termin bei Fielmann holen. Man kann aber auch da nachlesen.

Da unten verschwindet das Wasser wieder im Berg. Übrigens ein schöner Trail hier runter…

Das Eisstadion von Geising. Jedes Jahr im Mai für 3 Tage das Zentrum des Bike-Sports beim Mad-East. Langsam neigt sich meine Reise dem Ende entgegen. Morgen verlasse ich das Arzgebirg. Die Sächsische Schweiz, der unumstrittene Höhepunkt der Tour, wartet auf die Reifenspuren vom Physioterroristen, mit nem ganzen Sack voll Bildern… Jetzt geniess ich erstmal die heiße Dusche und das Klo. Ganz ausgestanden ist die Scheiße nämlich noch nicht…

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Der EB-Weg: Tag 11

Der EB-Weg: Tag 10

Der EB-Weg: Tag 9

Der EB-Weg: Tag 7

Der EB-Weg: Tag 6

Der EB-Weg: Tag 5

Der EB-Weg: Tag 4

Der EB-Weg: Tag 3

Der EB-Weg: Tag 2

Der EB-Weg: Tag 1

Der EB-Weg:  Prolog

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