Der EB-Weg-deutscher Teil: Tag 10

Tagebuch einer Reise durch den wilden Osten

Ich bin schon um 7 auf den Beinen. Der Lilienstein steht auf dem Programm. Allerdings zu Fuß. Mit der Fähre wird übergesetzt und dann beginnt der beschwerliche Aufstieg auf die Ebene von Ebenheit zum Fuß des Liliensteins.

Der Grund, warum ich ohne Rad unterwegs bin…Das war allerdings ein Fehler, der mich ne Menge Zeit gekostet hat. Der Nordaufgang über die Treppen ist breit genug, um ein Rad rauf zu schleppen und der Südabstieg ist absolut fahrbar. Aber der Reihe nach…

Treppen, unendliche Weiten… Die scheinen gar nicht enden zu wollen…

Endlich Licht am Ende des Tunnels… Da oben muss ich hin…

Endlich oben… Überreste des gestrigen Gewitters. Heute bleibt ’s übrigens trocken. Die Regentage sind vorbei.

Kurzer Blick zurück…

Die Aussicht ist grandios.

Blick zum Königsstein.

Der Pfaffenstein.

Dieser Feldmarschall kommt aus dem Saarland und findet Sachsen super. Kein Wunder. Seine Frau hat er nicht mitgenommen, die mag den Osten nicht. Selber Schuld. Außerdem ist das hier ossisches Kernland, das geben wir sowieso nicht her…

Der Wettinerobelisk, mein nächstes Ziel.

Nochmal ein Blick auf den majestätisch über der Elbe thronenden Königsstein.

Das isser.  Wurde aus Anlass des 800-jährigen Bestehens des sächsischen Herrscherhauses der Wettiner errichtet.

Noch ein Obelisk.

Der Blick vom südlichen Zipfel auf Bad Schandau. Um da hin zu kommen war ein bisschen Nervenkitzel zu überstehen. Ein wenig klettern und 2 Sprünge…

Das Beweisfoto mit Selbstauslöser sieht jetzt nicht so spektakulär aus, war ’s aber…

Da vorn rechts hab ich irgendwo drauf gesessen… Der Abstieg über den südöstlichen Steig gestaltet sich nicht so spektakulär wie der Aufstieg. Hätt ich mal nur mein Rad mitgenommen. Das steht noch im Hotel. Wäre Problemlos gegangen, die Leitern und Treppen am Aufstieg waren breit genug und der Abstieg war eigentlich komplett fahrbar… Wegen der frühen Stunde ist mir bis auf den Saarländer auch keine Menschenseele begegnet. Der Fußmarsch bis zur Fähre beansprucht ne Weile. Halb zehn bin ich wieder beim Fährmann…

Der Kerl rechnet jedem erstmal den günstigsten Tarif von hier bis nach St.Petersburg aus, unglaublich… Nach nem ausführlichen Frühstück im Cafè rauf auf’s Rad und ab zum nächsten Ziel, den Schrammsteinen, nicht ohne „meinem“ Fährmann nochmal einen Besuch abgestattet zu haben. Übern Radweg recht zügig nach Bad Schandau.

Der Markt… Hier halte ich mich allerdings nicht lange auf. Weiter gehts durchs Kirnitzschtal.

Die gleichnamige Bahn. Solche Straßenbahnen sind bis 1975 auch noch in Eisenach rum gekutscht, bis sie dann von einer ganzen Flotte Busse einer wohlbekannten Marke aus Ungarn ersetzt wurden… Man könnte meinen, die Eisenacher haben ihre einfach in Sachsen „entsorgt“… Ich hab noch mal recherchiert. Die Eisenacher Triebwagen sind nach Jena, Erfurt und Leipzig gegangen. Die Dinger, die hier rum fahren, stammen aus Plauen und Zwickau.

An der Ostrauer Mühle geht es endlich ins Gelände. Ich folge dem Malerweg.  Den wollte ich eigentlich viel länger abfahren, aber leider zeigt sich auch hier wieder das Dilemma, der ist nämlich auch fast komplett im Kerngebiet und damit für Bikes verboten. Irgendwie muss ich aber zu den Schrammsteinen gelangen…

So sieht der hier aus. Ein absolutes Sahnestückchen, wenn man mal davon absieht, dass ich hier falsch rum unterwegs bin. Wenn der überall so aus sieht, pfeiff ich auf alle Verbote und nehm den irgendwann mal komplett unter die Räder… Unterhalb des Falkensteins wird das Rad im Unterholz getarnt. Weiter geht ’s zu Fuss. Diesmal die richtige Entscheidung. Die Leitern am Aufstieg sind so schmal und steil und von Touristenmassen bevölkert, hier wäre ich nie mit dem Rad hoch gekommen, jedenfalls nicht zu dieser Tageszeit.

Zwischendurch immer wieder tolle Aussichten…

Durch diese hohle Gasse muss ich…

Es wird immer lustiger…

Die hier mussten immer hinter mir warten, damit ich freies Schussfeld hatte…

…und die haben sich verstiegen und hatten Schwierigkeiten, wieder den rechten Weg zu erreichen. Endlich oben.

Der war auch oben, aber schneller wieder unten, als er dachte…

Die Aussicht ist einzigartig. Ich lass euch mal ein paar Bildchen allein…

Da unten ist die Wildwiese zu erkennen…

Die Schrammsteine mit…

…und ohne Falkenstein und hier…

mit Terrorist…

Die Elbe, in die Richtung muss ich…

Da gehts wieder runter, ich glaub das ist der Jägersteig. Aber das ist nicht meine Richtung. Der EB-Weg führt hier als Kammweg bis zum Gr. Winterberg.

Nach ner halben Stunde Fußmarsch Richtung Gr.Winterberg breche ich ab. Mein Rad steht ja schließlich immer noch am Falkenstein und richtig vorwärts bin ich noch nicht gekommen. Wenn ich das noch zu Fuß durchziehen will wird’s drüber dunkel…

Also alles wieder retour… Das hab ich mir so eigentlich nicht vorgestellt, aber der Tag hat halt nur 24 Stunden… Über den Radweg fahre ich durch den nassen Grund wieder ins Kirnitzschtal.

Das Bahn-Depot. Weiter fährt die Bahn übrigens nicht. Hier ist Schluss. Ein Oberleitungsschaden lässt die Bahnreisenden zu Fuß bis zum Lichtenhainer Wasserfall pilgern…

Das isser… Uij, wahnsinnig spektakulär…

Ich zitiere mal aus dem wiki-dingens:

„Der ursprüngliche natürliche kleine Wasserfall vom Lichtenhainer Dorfbach hoch auf dem Sandsteinfelsen oberhalb des Kirnitzschtals war den Touristen noch nicht spektakulär genug, so dass der Bach 1830 durch ein aufziehbares Wehr angestaut wurde. Einem Lichtenhainer Bürger wurde das verpachtbare Amt des „Wasserfallziehers“ übertragen…Der Lichtenhainer Wasserfall war eine der Hauptattraktionen des historischen Fremdenverkehrs in der Sächsischen Schweiz. Insbesondere seitdem 1898 die Kirnitzschtalbahn erstmals fuhr, sind hunderttausende Touristen dorthin gekommen.

1994 wurde die historische Stauanlage restauriert; seither wird wieder wie früher jede halbe Stunde am Wehr gezogen. Unter musikalischer Untermalung lässt der „Wasserfallzieher“ das Wasser langsam kommen und zum Schlussakkord die Wassermassen sturzbachartig den Felsen hinuntergießen.“

Und so siehts aus, wenn der Wasserfallzieher am Wehr zieht…

Ein zweites Foto gelingt mir allerdings nicht von den „minutenlang“ rauschenden Wassermassen, weil ich meine Kamera so schnell nicht wieder schussbereit kriege…

Wenn ich zu Hause den Stöpsel aus der Wanne ziehe, läuft wahrscheinlich mehr raus…

Eins steht fest, Wasserfälle können die Sachsen nicht. Das können Thüringer deutlich besser.

Der ist auch künstlich, läuft aber immer, zumindest im Sommer, ist 60 m hoch und befindet sich in Trusetal.

Lange Aufhalten brauch ich mich hier nicht. Ich fahr weiter zur Neumann-Mühle.

Die taktischen Daten…

Über den großen Zschand fahr ich zum Zeughaus.

Hier hab ich nochmal die Möglichkeit zum Gr. Winterberg zu fahren. Mein Vermieter meinte aber, es wäre besser, dem Kirnitzschtal weiter zu folgen und dann über Mezni Louka nach Hrensko zu fahren. Das wäre eine schöne Runde, die er auch öfters fahren würde. Ich vertraue mal dem Local.  Hätt ichs mal nur nicht gemacht. Die Geschmäcker sind halt verschieden. Die weitere Strecke beschränkt sich auf Forstweggeballer…

Die Grenze.

Die Brücke kenn ich allerdings schon. Hier waren wir schon 2007 bei unserer Pfingstradtour. Die ging als legendäre Eierlikör-Tour in die Analen ein, weil wir in jeder Kneipe, in die wir eingefallen sind, die  Eierlikör-Bestände restlos vernichtet haben.

Das Flüsschen hat auch seine Geschichte.

Hansi musste unbedingt eine Bachbettbefahrung machen. Was Hansi kann, kann Kato auch, dachte Kato, aber denkste…

Kato landet nach wenigen Metern mit nem kapitalen Bauchklatscher mitten im Fluss.

Aber heute bin ich allein und muss in die Richtung.

Dann bin ich da.

Der Vietnamesen-Markt…

Back to Germany…

Hier ist eigentlich Schluss. Der deutsche Teil des EB-Weges ist geschafft. Aber HALT. Ganz noch nicht. Die Schleife über die Bastei fehlt ja noch. Morgen werde ich also noch die Bastei unter die Stollen nehmen und danach Richtung Dresden radeln.  Das soll dann aber wirklich der Abschluss der Tour werden. Einen Tag hab ich also noch…

Weitere Beiträge zum EB-Weg  – Tagebuch einer Reise durch den wilden Osten

Der EB-Weg: Tag 11

Der EB-Weg: Tag 9

Der EB-Weg: Tag 8

Der EB-Weg: Tag 7

Der EB-Weg: Tag 6

Der EB-Weg: Tag 5

Der EB-Weg: Tag 4

Der EB-Weg: Tag 3

Der EB-Weg: Tag 2

Der EB-Weg: Tag 1

Der EB-Weg:  Prolog

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2 Antworten zu Der EB-Weg-deutscher Teil: Tag 10

  1. Dirk Neubauer schreibt:

    Hallo Uwe,

    interessanter Bericht und schöne Bilder. Was mich am meisten gefreut hat, ist die Vielzahl an Möglichkeiten am EB. Ich hatte schon befürchtet, ich wäre der Weicheitourist, da ich am Königstein in so vielen Varianten vom EB abgewichen bin. Ich hatte dich schon mit dem Rad auf der Affensteinpromenade kraxeln sehen… Aber du hast auch schöne Alternativen gefunden. Allerdings gebe ich dir recht, am Großen Winterberg hast du etwas verpasst, und zwar die Kipphornaussicht. Ich denke mal, das Polenztal und der Brand kommen noch in deinem nächsten Bericht.

    Und ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung deiner Tour. Denn im Schneegebirge, Altvatergebirge und in der Walachei warten viele schöne Bergkuppen. Ich bin schon gespannt, welche Varianten vom EB du dort findest und wünsche allseits gutes Wetter.

    Mich findest du im nächsten Jahr (2013) wieder auf dem Weg ab Zakopane, dieses Jahr bleibt beruflich und privat einfach keine freie Zeit dafür.

    Dirk

  2. Rückkkehrer schreibt:

    Klasse, daß Du es doch noch zur Beschreibung und Bildern zu Tag 10 geschafft hast 🙂
    Freu mich auf mehr und wünsche Dir eine gute Vorbereitung für den weiteren EB.

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