Trails der Region II – Der Mühlhäuser Landgraben

Der Mühlhäuser Landgraben stand schon lange auf meiner to-Do-Liste. Jetzt hat ’s endlich geklappt. Soo bekannt ist der Mühlhäuser Landgraben jetzt nicht, das gleich jeder weiß, worum es geht. Hier kann man ’s nachlesen… Wer zu faul zum klicken ist, kann’s auch hier…

24,4 km feinster Trail und was für die Kultur ist, auf Grund seiner Geschichte, auch noch dabei. So sieht die Strecke aus…

Mittags starten wir in Eigenrieden.

Wir heißt, heute fahre ich mal nicht, wie sonst üblich, allein. Der Plan sieht vor, bis zur Sollstedter Warte , über’n Dün bis zur Burg Scharfenstein und dann auf dem HET-Weg über Lengenfeld unterm Stein wieder zurück Richtung  Eigenrieden zu fahren. So kann ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Einerseits den Landgraben fahren, andererseits den HET-Weg erkunden, auf dem ich im Frühjahr vom Brocken nach Eisenach radeln möchte… Nach wenigen Kilometern zeigt sich aber recht schnell, dass das heute auf gar keinen Fall zu schaffen ist.  Diese Runde scheint doch eher ne ausgewachsene Tagestour zu sein. Mein Zeitmanagement lässt mal wieder zu wünschen übrig. Außerdem habe ich die „Schwierigkeiten“ des Landgrabens vollkommen unterschätzt.

Da geht’s lang…

und so sieht die Markierung aus, der wir nun folgen müssen, oben die Neue, unten eine schon etwas Ältere…

Huch, der Wegewart scheint hier nicht auf Zack zu sein. Die Brücke ist mal wech… Ob’s das letzte Hochwasser war?

Die Brücken am Landgraben sind bis auf die über die Unstrut im Allgemeinen in erbärmlichen Zustand. Naja, so schlimm ist das allerdings nicht. Durch die Gräben kann man ja auch ganz gut mit dem Bike… Die eigentliche Schwierigkeit sind allerdings die Wurzeln und Steine. Technisch ist das nicht so problematisch, mehr als S2 wird’s nie, aber auf Dauer kostet es Einiges an Körnern. Größtenteils bewegt sich alles auf S1-Niveau. Was Gefedertes würde es deutlich einfacher machen.

Das ist übrigens ein Stein, der mal neben der Strecke steht…

Die nächsten 20 Kilometer sehen in etwa so aus.

Das ist mal Eine, die schon fertig ist…

und die hier erfordert schon einiges an Gottvertrauen…

Die Zufahrt zum Brückchen lädt offenbar zu nem Päuschen ein… OK, hab ich Zeit für ein paar Fotos…

Hallimasch, das reicht, um ne ganze Kompanie satt zu kriegen.

In Bickenriede entlässt uns der Wald kurzzeitig.

Der Landgraben bildet übrigens auch eine religiöse Grenze. Er trennt das evangelische Mühlhausen vom katholischen Eichsfeld… Die werden schon gewusst haben, warum die hier nicht rein durften… Ich wusste gar nicht, dass die Katholiken einen so eigenartigen Humor haben…

Das ist das Ortseingangsschild. Das die Katholiken eine besondere Beziehung zum Totenkult haben war mir ja schon bewusst, aber gleich aus dem ganzen Ort nen Friedhof machen…tz,tz,tz. Die Geier kreisen schon, ohhhh…

Ok, sind Kraniche, Geier passen aber besser…

Rein in den Ort müssen wir zum Glück nicht. Der Weg führt drum rum und verschwindet auch gleich wieder im Wald.

Wieder eins der vielen Brückchen…

Für einen Snack zwischendurch ist auch noch Zeit…

Dann sind wir an der Lengefeder Warte. kurze Verschnaufpause.

Eine der ganz wenigen Gelegenheiten, Festes oder Flüssiges zu sich zu nehmen. Von hier aus geht es ne halbe Ewigkeit bergab bis ins Tal…

Das ist übrigens ein Blick zurück. Auf der anderen Seite, also jetzt auf meiner, geht’s es ziemlich stramm bergauf. Auf der letzten Rille sicher fahrbar, heute Schiebestück.

Fahrradständer hat’s hier auch . Hier die Schlammversion…

und hier die aus Holz…

Wer Wurzeln nicht mag ist hier definitiv Fehl am Platz. Von denen gibt es hier allerdings alle Varianten…

Große Dicke mit Moos drauf…

kleine, Heimtückische, die sich zwischen Steinen verstecken…

knorkelige…

Boa-Constrictor-Wurzeln…

Wurzelteppiche…

schaltungsmordende Luftwurzeln…

Kroko-Wurzeln, Wurzeln,Wurzeln,Wurzeln.

Ne böse Riesenwurzel…

So schlängelt sich der Weg immer um die Bäume rum. Mir macht’s tierisch Spass. Aber ich kenn Jemanden, der Jemanden kennt…

Das Foto hatte ich schon mal im Thüringer Bilderrätsel…

Da hinten, im evangelischen Teil, kann man sie erkennen…

An der Horsmarer Warte verlassen wir den Wald kurz, überqueren eine Bahnstrecke und verschwinden auf der anderen Seite gleich wieder im Reich der Wurzeln…

Bisserl unscharf, naja, man kann’s trotzdem erkennen, das Wurzelwerch…

Ihr verpasst übrigens nix. Außer nem schmalen Weg durch den Wald mit vielen Wurzeln ist nicht viel zu sehen. Großartige Ausblicke Fehlanzeige. Aber darauf kommt es hier auch nicht an.

Noch ne Schlangenwurzel…

Das Wetter ist übrigens grandios. Herrlichster Sonnenschein…

Hier ist mal der Graben zu sehen, auf dessen Grat sich das Wegerl die ganze Zeit dahin schlängelt…

Die Eigenröder Warte.

So sieht se aus.

Ne Grillhütte hat’s hier auch…

Nach 3 Stunden Wurzelgehoppel steigen wir hier aus. 3,9 Kilometer bis zur Sollstedter Warte wären es noch, aber wir müssen noch zurück zum Auto. Die Kraftreserven vom Cube Access sind aufgebraucht. Ich bin ehrlich, so anstrengend hatte ich mir das auch nicht vorgestellt… Hat sich gut gehalten, das Cube…

Der Mühlhäuser Landgraben ist ein richtig feines Wegerl und eine dicke Empfehlung wert. Daumen hoch.  Wer den noch nicht kennt, unbedingt in die to-Do-List aufnehmen. Allerdings lässt er sich meiner Meinung nach anders rum etwas besser fahren. Ohne Höhenmeter geht es auch nicht ab. Es wimmelt geradezu von kleinen, fiesen Anstiegen, die auf Dauer ordentlich  an den Oberschenkeln saugen.

Unser Rückmarsch ist relativ unspektakulär. Über die Straße nach Dingelstädt. Dort besichtigen wir die reißende, wilde Unstrut…

Ok, mit Schuhgröße 30 bleibt man hier trocken…

Und hier gibt es gar kein Wasser mehr. Ist die Quelle.

Hier beginnt der Unstrut-Radweg. Soll auch sehr schön sein.

Das ist übrigens das einzige Mal, dass wir den HET-Weg streifen. Zumindest weiss ich jetzt, dass der HET-Weg ausgeschildert ist. Über Küllstedt rollen wir auf Landstraße zurück zu unserem Startpunkt.

Schön wars…

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