TorTourdeRuhr 2012 – Teil I

TortourdeRuhr, der längste Ultramarathon in Deutschland. Er startet in Winterberg an der Quelle der Ruhr und folgt dem Ruhrtalradweg bis zur Mündung in den Rhein in Duisburg.

Das erste Mal hat mir Holger bei unserer Werra-Nonstop-Tour zu Fuß über 285 km davon erzählt. Ich musste es erst mal googeln, Ultraläufer hätten sicher sofort gewusst, um was es geht… Pfingsten ist es soweit. Eigentlich wollte ich da beim Inselsberg-Marathon an den Start gehen und zusammen mit Axel die neuen EBM-TeamTrikots ausführen, so sie denn endlich da wären. Wenn Ulrich sich beeilen würde und nach 20 Stunden in Duisburg angeschlägt, könnte ich es noch schaffen…

Leider ist Holger Sakuth nicht mit von der Partie. Die vermaledeite Knie-OP… So ist Ulrich Meininger der einzige Vertreter des M&H-Rennsteigteams. Bilden wir halt mit Gunter Rothe, dem Organisator des ThüringenUltra,  vom Lauffeuer Fröttstädt ne Laufgemeinschaft… Es gibt noch einen Thüringer am Start. Jörg Kupfer aus Gotha. Der läuft allerdings in einer anderen Liga, will um den Sieg mitkämpfen. Von ihm haben wir den Pausen- und Verpflegungsplan übernommen. Im nachhinein ein Fehler, aber dazu später mehr…

Freitag 18.00 Uhr startet unsere Expedition bei Thomas Möller. Der wird sich ganz speziell um die Wünsche von Gunter kümmern, während ich an Ulrichs Seite kleben werde, um ihm jeden Wunsch von den Lippen abzulesen. Sabine, Gunters Frau, steuert das Versorgungsfahrzeug Nr.1, unsere Basisstation, und Bianca wird sich im Versorgungsfahrzeug Nr.2 ebenfalls um unser leibliches Wohl kümmern. 22.00 Uhr schlagen wir auf dem Parkplatz an der Quelle in Winterberg auf. Wir sind nicht mal die ersten. 2 Wohnmobile haben ebenfalls schon Position bezogen. Während Ulrich mit der Bahn anreist und im Hotel nächtigt, bevorzugen wir die Outdoor-Variante… An der Rezeption wird Ulrich übrigens gefragt, ob er auch zu den „Dauerläufern“ gehört. Jawoll, besser gehts nicht…

Während an VF1(Versorgungsfahrzeug1) die Vorbereitungen zum Frühstück laufen ist Bianca mit VF2 dabei, Ulrich aufzusammeln…

Da isser, unser Ulrich…

Frühstück…

Der Spenden-Euro.  Typisch Ulrich, natürlich in Cent-Stücken frisch von der Bank…

Zur Erklärung, jeder Läufer musste einen Euro mit seinem Namen als Spende abgeben, um zu kontrollieren, dass er auch das Kleingedruckte gelesen hat.

Mittlerweile hat sich der Parkplatz ganz gut gefüllt.

Alles Verrückte…

Deswegen sind die alle da… 230 km, immer an der Ruhr entlang. So richtig fassbar ist das alles noch gar nicht…

Hier geht’s los, die Ruhrquelle.

Startunterlagen eingesammelt und schnell noch ein Foto für die Daheimgebliebenen…

Die zwei in der Mitte wollen das alles wirklich laufen, die Außen nehmen dann doch lieber das Rad…

Die zwei wollen auch laufen. Michael Frenz aus Berlin und Jörg Kupfer aus Gotha. Alte Bekannte und 5 Sterne-Träger vom ThüringenUltra.

Gruppenfoto. Die vor der Linse…

…und die dahinter.

Die Startliste. 56 Namen, hinter 18 wird am Ende DNF stehen.

Eins von den Begleitfahrzeugen. Im Ziel hab ich  es dann leider nicht mehr gesehen.

8.08 Uhr.

Start.

Gunter und Ulrich sind unterwegs…

…allerdings nur bis zum Auto. Wir machen uns noch rennfertig. Die richtigen Trikots werden angezogen…

…die letzten Infos werden bekannt gegeben, die Rucksäcke aufgeschnallt, die Elektronik gecheckt…

und dann sind wir endlich auf Strecke… 20 Minuten nach 8 kommen wir so ziemlich als Letzte vom Parkplatz. Nicht so schlimm, laut Plan liegen noch 36 h bis zum Anschlag an Rheinorange vor uns.

Da laufen se… Heinz hätte jetzt gefragt:“Ja wo laufen sie denn?“ Man Heinz, immer am Fluss entlang… We follow the River…

Wie für die Ruhr gemacht…

Die Markierung, der wir nachjagen…

Sehen noch richtig frisch aus, sind ja auch erst ein paar Kilometer gelaufen.

Ich lass mal Ulrich zu Wort kommen…

Es verspricht heute heiß zu werden, ich meine jetzt nicht nur unter den Füßen.Werra-Bedingungen…

15 % Gefälle, Thomas lässt es mal ausrollen…

Assinghausen, die Geburtsstadt von Friedrich Wilhelm Grimme. Unser erster Boxenstopp, nach 13,7 Kilometer. Lange halten wir uns nicht auf. Obwohl wir als Letzte gestartet sind, haben wir schon 4-5 Läufer aufgelaufen.

Erstaunlich, wie schnell aus dem kleinen Rinnsal ein stattliches Flüsschen wird…

Schon sind wir im Kreis Meschede. Die Temperaturen steigen…

Erste „offizielle“ Zeitnahme …

Das Tortouromobil zeigt es an. Offizieller Verpflegungspunkt Bestwig nach 28 Kilometern.

Im Kaffee Förster nach dem Motto „All you can eat“.

Wo bleiben sie denn? Sabine wartet schon mit „unserem Truppenbegleithund“… Nach 3 Stunden sind se da. Hier kriegen wir auch erste Informationen über die Spitze. Die sind natürlich schon lange durch, aber Jörg Kupfer, ihr wisst schon, der, von dem wir den Pausen-und Verpflegungsplan übernommen haben, hält sich gut, 6. Unsere Ambitionen sind da andere. Unser Ziel heißt Rheinorange.

Die ersten Staustufen. Die Ruhr, die dem größten Industriegebiet Deutschlands ihren Namen gab, wurde reichlich zur Energiegewinnung genutzt.

Nach ner kleinen Bergwertung ein Blick zurück ins Bergland.

Ok, ihr dürft auch aufs Bild…

Erst Ulrich…

dann Gunter und Thomas. Das, was wir eben hoch gekraxelt sind, müssen wir natürlich auch wieder runter. In Wehrstapel sind wir wieder unten. Der Fluss hat uns wieder. In Meschede gibt’s wieder ein Päuschen. 43,6 km stehen auf der Uhr, nach 5:08 Stunden dürfen die zwei Bämmchen und Schnittchen… Der erste Marathon ist geschafft, nur noch vier und ein halber… Langsam wird die Hitze unerträglich. Bisher waren wir viel im Wald und damit im Schatten unterwegs. Das ändert sich jetzt. Auf die Idee mit der Pause kommen noch mehr. So kommt es, dass sich nach dem Verpflegungsstopp ein ganz ansehnliches Trüppchen bildet.

Der hier gehört auch dazu. Letztes Jahr Mont Ventoux, jetzt TorTourdeRuhr. Damit es nicht zu leicht wird, mit ordentlich Gepäck und Anhänger…

Ulrich hat sich Torsten Riemer als Schrittmacher ausgesucht.

Die anderen Zwei finden die Geschwindigkeit von Torsten auch ganz OK. Benny, Kjeld, Egon und Børge…

Gunter ist auch gleich dran. Die Strecke zieht sich ewig an der Straße lang. Nächste Ortschaft ist Freienohl.

Während die Bahn durch den Berg abkürzen darf, müssen die Läufer außen rum. Immerhin sind wir jetzt wieder am Fluss.

„Idylle pur“, hier ist die beschränkte kleine Welt noch in Ordnung.

Die Zwei müssen  ordentlich Sitzfleisch haben. Bis alle durch sind, dauert’s. Die Abstände summieren sich mittlerweile. Klasse, Mädels. Meine beiden Recken sind gerade durch. Für die Kamera wird nochmal gejubelt…

In Oeventrop passieren wir einen Segelflugplatz. Ich wundere mich zuerst, warum hier der Radweg mit Netzen gesichert ist, kann aber gleich bestaunen, warum. Die Segler werden mit ner Winde hoch gezogen. Das Seil kann dann beim Ausklinken und ungünstigem Wind auf dem Radweg landen… Was sagt uns das? Auch auf dem Radweg immer schön mit Helm…

Hier haben übrigens auch Jachtbesitzer so ihre Schwierigkeiten beim Einparken.

Dann gibt es endlich wieder ne Verpflegungspause. 56,6 km auf der Uhr. Langsam wird’s psychologisch. Ulrich nimmt sich seine Auszeit. Er fällt langsam aber stetig immer weiter hinter Gunter zurück. Jetzt rächt sich, unser, Achtung, abgeKupferter Pausenplan. 15-22 km-Stints sind einfach zu lang. Wären wir mit nem 11’er Schnitt unterwegs, wäre das vollkommen in Ordnung, bei uns fehlen aber 4-5 km. Die Hitze tut ihr übriges. 28-30 ° C im Schatten, bloß es gibt keinen.

Kein Wölkchen am Himmel. Außerdem isst Ulrich viel zu wenig.

Auf dem Weg nach Arnsberg. Der Abschnitt bis zum Freizeitbad NASS ist einer der längsten, knappe 20 km.

Ich sollte  die Jungs mal bestellen, vielleicht nimmt Ulrich dann was zu sich. Wusste allerdings nicht, dass die zu den bewaffneten Organen gehören. In Afghanistan bauen die Burschen ja auch nur Brunnen und Schulen, warum sollen sie dann nicht zu Hause Omma und Oppa füttern…

Mobby Dick in der Ruhr.

Idyllisch hier, zum Glück auch mit Schatten. Mit Cola krieg ich wenigstens ein paar Kohlenhydrate in Ulrich rein. Von Gunter und Thomas ist schon lange nix mehr zu sehen. Gut, dass wir zwei Versorger am Start haben. Das kann noch ein ganz langer Nachmittag, eine lange Nacht und ein noch  längerer Tag werden. Hier macht der Ruhrtalradweg ne riesige Schleife um Arnsberg rum. Der Weg nimmt kein Ende. Die Gehpassagen haben jetzt deutlich die Überzahl und werden immer länger. Währenddessen wartet Sabine auf unsere Ankunft am Freizeitpark Nass.

Für Sabine ist es auch ein harter Tag… Bianca kommt uns immer mal mit dem Radel entgegen. Ulrich kann Abwechslung jetzt ganz gut gebrauchen…

Bei Ulrich werden jetzt die Geheimwaffen ausgepackt. Bei der Hitze muss die Birne gekühlt werden, da wird schon mal ein Geschirrtuch zweckentfremdet. Bis jetzt mach ich mir über Ulrichs Zustand allerdings noch keine Sorgen. An der Werra hat er gezeigt, dass er sich nach ner Krise auch bei so nem Wetter immer wieder erholen kann.

Endlich sind wir rum um Arnsberg. Noch 3 km an de Bahn lang, dann darf Ulrich endlich auch auf die Wiese sinken. Gunter ist schon ne halbe Stunde da und sieht schon wieder recht erholt aus.

Kilometer 76. Hier erfolgt der Start der 100 Meilen-Läufer. Endlich isst Ulrich wieder, Nudeln und ein alkoholfreies Hefeweizen…

18.00 Uhr, Der Start der 100-Meilen-Läufer. Müssen erst noch ne 7-km-Schleife laufen, kommen hier wieder durch und machen sich dann gemeinsam mit den 230’ern auf die Strecke.

Unser Versorger VF1.

Bianca ist schon wieder am einräumen, ihr Rad ist auch schon verstaut.

Gunter ist schon ne gute halbe Stunde unterwegs, bis Ulrich wieder in die Gänge kommt. Zum Glück lässt langsam auch die Hitze nach.

Solange die Sonne scheint, ist Wandertag. Für euch auch. Und zwar zum Kühlschrank. Ich bin mir sicher, das Ulrich den Weg jetzt auch gern gegangen wäre…

Weiter geht es demnächst in diesem Kino…

weitere Beiträge zur TorTourdeRuhr:

TorTourdeRuhr 2012 – Teil II

TorTourdeRuhr 2012 – Finale

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6 Antworten zu TorTourdeRuhr 2012 – Teil I

  1. physioterrorist schreibt:

    An alle M&H’ler: Wie ihr seht, ist es jetzt auch möglich Videos einzubinden. Die Reporter von Rennsteig-TV dürfen also aktiv werden…

  2. Gunter schreibt:

    …wie immer ein Klasse Bericht vom Wasserträger…., bin schon neugierig auf Teil 2, muss ich mich aber sicher bis nach´m Staffellauf gedulden. :-((

  3. Ulrich M. schreibt:

    Ja, in der Tat wieder ein klasse Bericht. Ich hatte das gar nicht so mitbekommen, dass Du wieder so viele Fotos aufgenommen hattest. Obwohl ich ja (irgendwie) dabei war, finde ich Deinen Bericht total spannend – weiter so … und bis bald
    Tut mir ja doch jetzt leid, dass ich die 20 Stunden nicht eingehalten habe … Aber am 07.07.12 kannst Du das Trikot rund um den Inselsberg immer noch präsentieren.

  4. Guido Gallenkamp schreibt:

    So ein super Bericht! Vielen, vielen Dank für die schönen und persönlichen Eindrücke!

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