TortourdeRuhr 2012 – Finale

In Hattingen hab ich ausgeschlafen. Wir stehen an einem Campingplatz. Ich sattel das Rad und radel den Jungs entgegen. Zuerst übern Campingplatz und dann an der Ruhr stromauf. Idyllisch hier. Jetzt auch wieder mit Bildern…

Familie Gans beim Sonntagmorgenausflug.

Ich muss ne Weile fahren, bis ich sie finde. Thomas sieht so fit wie an der Quelle aus.

Noch eins, diesmal von Thomas…

Noch ein bisschen frisch, aber ich darf euch versprechen, das ändert sich noch im laufe des Tages.

Thomas hat wohl doch die Kreide mitgenommen…

Dann sind wir an der Hattinger Brücke. Verpflegungsstopp. 165 km stehen auf der Uhr. Inzwischen ist es 9 geworden. Auf dem Campingplatz herrscht geschäftiges Treiben. Bei Kilometer 144 bin ich ins Auto verfrachtet worden. 21 hab ich verpasst und die Umleitung wegen der Fähre auch. Dann gehts weiter.

Imposantes Stauwerk.

Damit keiner vergisst, wo wir lang laufen…

Ulrich hat sich wieder Schrittmacher gesucht. Ne Gruppe 100’er. Gunter hält von so was nichts und ist schon wieder davon gezogen. Ich bin froh, das Uli Geschwindigkeit aufgenommen hat.

Der offizielle Verpflegungspunkt bei Kilometer 174 in Bochum-Dahlhausen. Hier wird gegrillt, fast Thüringer Verhältnisse…

Unsere Versorger-Crew kümmert sich auch schon…

Noch’n Toast noch’n Ei, noch’n Kaffee, noch’n Brei, etwas Marmelade, etwas Konfitüre…

Gunter ist schon wieder wech… Ulrich braucht noch ne Viertelstunde, kann sich  nicht von Sabines Pellkartoffeln los reißen. Die sind einfach ne Wucht. Bis jetzt hat das Wetter gehalten, aber die Lücken in der Wolkendecke werden zunehmend größer. Noch so einen Hitzetag wie gestern können wir nicht gebrauchen… Meine linke Wade und mein linker Arm haben gestern in der Sonne auch schon ordentlich gelitten.

Eben haben wir’s gemacht, jetzt sind wir da, in Essen.

Die Parzellen am Wasser sind sehr gefragt.

Mir Recht, hier hat einer vor meinen Augen einen Flossenträger aus dem Wasser gezogen.

Vorwärts geht der Schritt. Ulrich rechnet schon, wann er den Punkt erreicht hat, ab dem er es auch mit Wandern bis ins Ziel schafft. Ist aber noch ein Stück. Ab und zu wird getrabt…

Immerhin ist er noch so schnell, um auf einen alten Bekannten aufzulaufen…

Jürgen Baumann. Die Zwei kennen sich vom Deutschlandlauf 2010 und den 100 Meilen beim thüringenUltra. Beim Rennsteiglauf ist er auch Dauergast. Leider steigt er am nächsten Kontrollpunkt bei Kilometer 188 aus. So schlecht sieht er eigentlich gar nicht aus.

Rudern scheint hier Volkssport Nummer 1 zu sein. Am Wochenende auf dem Ruhrtalradweg unterwegs zu sein, ist nicht unbedingt zu empfehlen.

Rushhour. Unglaublich, was hier los ist. Ich habe leider nur ein paar erwischt, es waren eigentlich viel mehr…

Nur dass man’s nicht vergisst, wir sind im Ruhrgebiet unterwegs. Da wurde Jahrhuntertelang das Geld mit Bergbau verdient…

Kilometer 188. Von ursprünglich fünfeinhalb Marathons ist einer übrig geblieben! Ulrichs Fanblock.

Gunter ist auch wieder weg. Hat schon etwas mehr als ne halbe Stunde raus gelaufen.

Wir folgen dem Südufer des Baldeneysees. Ein richtig schönes Naherholungsgebiet. Und es scheint auch so, als ob das ganze Ruhrgebiet genau hier unterwegs ist.

Haus Scheppen. DER Motorradtreff in der Essener Gegend.

Die Walhalla des Ruhrgebiets, die Villa Hügel, der ehemalige Sitz der Krupp-Dynastie. Die Hitze wird, genau wie gestern, wieder unerträglich. Das Thermometer hat die 30 ° C-Grenze geknackt.

Das Sperrwerk, dass für den schönen See verantwortlich ist.

Pedelec-Fahrer machen aus dem Radweg eine Autobahn. Das ist übrigens eine Lücke im nicht abebbenden Strom der Zweiradfahrer. Spass macht das nicht mehr…

In Werden wechseln wir die Flussseite. Plötzlich ist Ulrich weg. Die Wegführung ist hier durch eine Baustelle etwas verwirrend. Auf den Ruhrwiesen finden wir uns allerdings relativ schnell wieder. Uli wollte wohl nur mal testen, was passiert, wenn wir getrennt werden.

Das Geschirrtuch wird wieder raus geholt. Al Kaida im Ruhrgebiet… Übrigens hat Ulrich einen neuen Begleiter gefunden. Dietmar Rosenau. Der war 2010 auch schon mal in Fröttstädt am Start. Allerdings nicht auf der 100 km-Runde, sondern „nur“ über die 75 Kilometer der DUV-DM im Cross- und Landschaftslauf.  Die zwei haben beschlossen, solange der Planet so drückt, nur noch zu gehen. Ulrichs Rechenspielchen haben nämlich ergeben, dass wir es jetzt auch mit Wandern bis ins Ziel schaffen.

Die dritte Regatta des heutigen Tages, und die mit dem meisten Publikum. Richtig schwierig, sich auf dem Radweg an den Menschenmassen vorbei zu schieben. Wer hier zur TorTourdeRuhr gehört, ist leicht zu erkennen. Schlurf und schlepp. Frisch sehen se nicht mehr aus. Ich darf übrigens auch zum 100 000’sten Mal ungläubig staunenden Rentnerohren erklären, was die hier machen, wo sie herkommen und wohin sie wollen.

Am Promenadenweg noch mal ne Pause.  Die 200-Kilometermarke ist geknackt. Gunter ist schon weg und Sabine mit Versorger 1 auch. Der Vorsprung wird wieder größer. Jetzt ist es ganz gut, das wir zwei Fahrzeuge am Start haben. Dietmar macht nur wenige Meter weiter ebenfalls einen Boxenstopp. Nach 20 Minuten sind beide wieder auf Strecke. In Kettwig wird wieder die Ruhrseite gewechselt. Noch 5 km bis zum offiziellen Verpflegungspunkt bei km 207 in Mintard direkt unter der Autobahnbrücke der A52. Zum Glück haben wir hier Schatten. Der nächste Abschnitt bis Mühlheim hat keinen… Ich hab schon den ganzen Tag meine Jacke an. Mein Arm ist trotz Lichtschutzfaktor 30 total verbrannt und die linke Wade ich auch schon recht knusprig. Ne lange Hose zieh ich jetzt aber nicht mehr an. Schattenspringen, warten bis Ulrich ran ist und dann zum nächsten hüpfen… Kurz vor Mühlheim ist erstmalig Duisburg ausgeschildert.

Dietmars Versorger spendiert ne Mütze voll Eis zur Kühlung für die Birne.

In der Innenstadt von Mühlheim ist eine Umleitung wegen des Stadtfestes ausgeschildert. Ich fahre voraus zum scouten. Bis Ulrich ran ist hab ich meist den Weg gefunden. Wir sammeln noch ein paar Läufer auf, die den Weg nicht gleich gefunden haben. Darunter ist auch Jörg Kupfer. Wir sind jetzt 32 Stunden unterwegs und auf Grund von Gunters defensiver Zeitplanung, 35 Stunden als Zielzeit, immer noch einigermaßen im Soll. Jörg wollte da schon lange ein Bierchen am Rheinorange schlürfen. Jetzt zählt nur noch ankommen an dem hässlichen orangenen Klotz am Rhein. Nach 37:15 h schafft er es dann auch. Generalprobe für Griechenland misslungen, da kanns ja nur klappen beim Spartathlon. Gunter will übrigens auch. Ulrich nicht. Einmal reicht, meint er. Der hatte das Vergnügen schon 2009. Ich drücke jedenfalls die Daumen für die Thüringer Abordnung.

Das Wassermuseum, nochmal ein Verpflegungsstopp. Noch 14 Kilometer. Hört sich nicht mehr viel an, nach 216 Kilometern, kann aber trotzdem noch zu weit sein, wie das Beispiel von Alissa Draper zeigt. Die hat nach 220 km aufgegeben. Lumpige 10 Kilometer vor dem Ziel. Welch ein Drama.

Hier kann man schon mal Griechenland-feeling schnuppern…

Das Ruhrufer.

Am Horizont sind schon die Hafenanlagen von Duisburg zu erkennen.

Dietmar vor Ulrich, noch. Ulrich wäre nicht Ulrich, wenn sich das nicht noch ändern würde.

Ich darf auch mal auf ein Foto.

Da läuft er dem Sonnenuntergang entgegen…

Währenddessen darf Gunter ein  ganz besonderes Glücksgefühl geniessen…

Anschlag in 34:13 Stunden als 15.

Bianca wollte uns auch entgegen fahren und uns auf den letzten Metern begleiten. Weit ist sie aber nicht gekommen, Dornenschnellentlüftung.

die Hafenanlagen…

Jetzt ist es wirklich nicht mehr weit.

Dahinten isses, das komische Ding in Hollandrot. Muss ein unglaubliches Glücksgefühl sein, endlich Rheinorange in greifbarer Nähe vor sich zu haben.

Siegerbild, zu ehren von Gunter im Finisher-Trikot vom thüringenultra. Mit dem Orange des M&H-Rennsteigteams hätte man auch gar nicht gesehen, das Ulrich angeschlagen hat.

Noch ein Leidendes für die Presse…

36:15 Stunden und 24.

Dem haben wir die ganzen „Strapazen“ zu verdanken, Jens Vieler, der Cheffe.

Und der die vielen schönen Bilder auf der Homepage.

Ulrich gönnt sich erstmal ein kühles Blondes.

Geile Veranstaltung.

Torsten Riemer hat es übrigens auch geschafft.

39 Stunden 42 Minuten immer an der Ruhr entlang bis zu diesem Moment. Wahnsinn.

Die Hall of Fame (wer’s nicht lesen kann, einfach anklicken)…

Gratulation an Alle, die’s geschafft haben. Der Name ist Programm. Dieses Jahr war es wirklich eine üble Tortur.

Am Sonntag hab ich dann die TorTourdeRuhr spontan auf 2,3 km nachgestellt und das Haus von Thomas  bis nach Duisburg an den Rhein „geschoben“…

Jetzt dürft ihr wieder zum Kühlschrank und ein Siegerbier schlürfen. Keine Werbung, diese Geschichte endet hier…

Weitere Beiträge zur TorTourdeRuhr:

TorTourdeRuhr 2012 – Teil I

TorTourdeRuhr 2012 – Teil II

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2 Antworten zu TortourdeRuhr 2012 – Finale

  1. Ulrike Laschke schreibt:

    Ein wundervoller Bericht und wirklich tolle Bilder!

  2. Michael Pflügner schreibt:

    Glückwunsch an die Finisher Uli, Günter, Jörg … Euch Radbegleiter Uwe und Thomas und die Verpflegungs-Crew. Super Leistung – erinnert mich bissel an Werra 2011 – toller Bericht Uwe!
    M vom M&H Rennsteigteam

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