Mad East 2012 – Sonntag

Sonntag, Tag 3. Heute geht es etwas moderater zu. Nur 75 km und 2000 hm.

Um 8.00 Uhr ist die Nacht zu Ende. Der Parkplatz hat sich merklich geleert. Die Berliner sind gestern schon nach Altenberg, dem heutigen Startort, umgezogen. Nur Gisela ist noch da. Gesternabend war gemeinsames Public Viewing in Altenberg angesagt.  Das Spiel selber war gääähn, aber trotzdem wurde es spät. Gisela wollte unbedingt mit dem Rad heim, ich hatte dafür allerdings keinen Draht mehr. Spontan hab ich ihm den Wasserfall-Trail vorgeschlagen, aber bei Dunkelheit ohne Licht und mit 3-8 auf’m Kessel sicher keine gute Idee. Einfach nur die Straße runter war sicher die deutlich bessere Variante. Zum Glück ist alles gut gegangen. Unser Zeltlager wird abgebrochen und mit ner Träne im Knopfloch verabschieden wir uns von Gisela, allerdings nicht, ohne uns für’s nächste Jahr hier an gleicher Stelle wieder zu verabreden. Am Sonntag um 9 einen Kaffee in Altenberg zu bekommen ist gar nicht so einfach. Die meisten Cafés machen erst um 10 auf. Das hier auch…

Für mich macht diese junge Dame…

allerdings ne Ausnahme. Der erste Kaffee ist meiner. Meine Finnen sind auch schon hibbelig und so kommt, was kommen muss. Das edle Heißgetränk landet nicht in meinem Magen, sondern auf meinem Bein. Wenn ich bis jetzt noch nicht wach war, jetzt bin ich’s… Die Reinkarnation von Rumpelstilz im Arzgebirg.  Die Finnen verkrümeln sich ganz schuldbewusst ins hintere Eckchen. In Amerika wäre ich jetzt Millionär. Die erste Hilfe der Dame war übrigens vorbildlich und ohne Kaffee (im Magen) brauchte ich auch nicht von dannen schleichen…

So sieht’s frisch aus…

eine Woche später so…

Hätte nicht gedacht, das mein Bein so schnell heiß enthaart wird… Scheiß auf Kartoffelschäler, Heißwachs und Enthaarungscreme. Im ersten Moment überlege ich, ob ich überhaupt an den Start gehen soll. Es brennt wie Feuer, nein wie heißer Sachsenkaffee, verflucht, verflucht, verflucht… Ich bin eigentlich wegen 3 Rennen hierher gefahren. Meinen Finnen kann ich die Geschichte vom Sonntag doch auch nicht vorenthalten. Was bleibt also anderes übrig, als die Radhose an zu zwicken und in der Startaufstellung zu verschwinden… Überall radeln sich die Ambitionierten schon warm, das brauch ich heute nicht. Für mich hat das Sachsenkaffee erledigt… Das Bündchen sitzt natürlich genau auf der „Wunde“. Wird kurzer Hand hoch gerollt, sieht zwar Scheiße aus, funktioniert aber halbwegs. Das Ergebnis am Ende des Tages ist auch noch ein knackiger Sonnenbrand auf der Kalkleiste, die sonst unter der Hose versteckt ist… Aber soweit ist es noch nicht…

Startaufstellung.

Ich hab mich ziemlich weit hinten eingereiht. Vor mir die Brandes-Truppe…

Ein EBM Shirt…

Links die Mädels, Birgit Reichel und Evi Oehmichen… Mit denen hatte ich gestern ein paar „vergnügliche“ Stunden…

Bianca hat zusammen mit den Finnen auch ein paar Fotos geschossen.

Außer Fotos recherchieren meine beiden Finnen  auch, dass überraschender Weise der Führende, Stefan Danowski, nicht mit in der Startaufstellung steht. Wenn ihr wissen wollt wieso, und warum Stefan Holländer nicht mehr leiden kann, solltet ihr hier mal rein klicken… Wieder ein Platz in der Gesamtwertung nach „vorn“ geklettert. Jetzt brauchen nur noch 127 auszusteigen und ich bin auf dem Podest… yeah

Langsam steigt die Spannung…

Los geht der Peter…

Rennschnecke ist auch auf Kurs…

Benno mit seinem Eingangrad und RunterRauf, einer der Preußen, heute als Tagestourist unterwegs, auch…

Katrin Strämel von Bikeland 262 ist ebenfalls noch dabei und wenn man dem jungen Mann mit der 1000 mal unter den Arm schaut, icke ooch…

Und alle wollen gleichzeitig den Skihang hoch. Das das nicht funktioniert, war mir schon im vorhinein klar…

Fußmarsch gleich am Anfang. Wobei ich hier noch tapfer auf dem Rad sitze(2.v.l.). Vor mir Evi und neben ihr der „dritte“ Finne Kimmo, zusammen mit seiner Frau Heli heute übrigens die einzigen echten Finnen, die mir über den Weg laufen, bzw. fahren…

Nach dieser Starteinlage dann endlich fahren… Die Beine scheinen heute deutlich besser zu funktionieren, als gestern. Woran das liegt kann ich noch nicht sagen, ob an der erhöhten Durchblutung der Oberschenkelmuskulatur durch Sachsenkaffee, oder der Teilheißenthaarung, ick wees es nich. Da werd ich wohl noch mal mit Axel plauschen müssen… Birgit Reichel, meine Samstag-Bekanntschaft, die am Skihang noch neben mir war, fällt zurück. Kommt am Ende leider auch nicht in die Wertung. Was da schief gelaufen ist, weiß ich nicht,  Schade.  Die erste Abfahrt, runter zur Putzmühle, ist die selbe wie Samstag. Runter geht immer gut. Ich hab ja auch genug Federweg on Board… Danach gleich wieder rauf zu ner Straßenkreuzung. An der durfte ich letztes Jahr ewig montieren…

Nach rauf kommt wieder runter… Wasn das??? Geil… Ne Bachdurchfahrtsorgie…

Da, wo der letzte Fahrer zu sehen ist, ein Matschloch. Da bleib ich natürlich gepflegt stecken. Das ging aber sicher nicht nur mir so. Schlamm bis an die Knöchel. Zum Glück wird gleich darauf bei der ersten von drei Bachdurchfahrten dafür gesorgt, dass alles wieder blitzblank ist… Der Kollege hier hat sich offensichtlich besonders dreckig gemacht und gleich mal ein Vollbad gebucht…

Der anschließende Wiesentrail …

Ein Berliner Eisenschwein…

Benno im Eingang-Überholmodus…

Hier wird um jeden Millimeter gekämpft…

Rennschnecke, auch auf der Überholspur…

Verpflegung in Hermsdorf.

Benno im Anflug…

Der Foto-Mann…

Das Streckenapplaudierkommitee… Na, die Würstchen haben wohl ein bisschen müde gemacht?

Das Buffet ist reichlich gedeckt. Daumen hoch… Hier fahr ich auf David Hillig auf. Steigt aber recht unmotiviert aufs Rad und biegt auch statt nach links rechts ab. Ich dachte erst, er hat sich verfahren und will hinterherbrüllen, aber sah doch recht kontrolliert aus. Aufgabe, warum kann nur David erklären… Nach technischem Defekt oder Sturz sah es jedenfalls nicht aus…

Dann gehts wieder rein in den Wald. 2 Rampen, an einer muss ich wieder runter vom Rad. Aber nicht freiwillig, wäre eigentlich fahrend gegangen, aber einer der vielen Füßgänger springt mir völlig unmotiviert ins Rad und zwingt mich auch zum laufen… Naja, nicht so schlimm, für den Rest des Tages wird dafür nur noch gefahren. Heute werd ich nicht nur überholt, ich darf auch mal, sogar am Berg. Ein ganz seltenes Glücksgefühl…

Auf der Abfahrt nach Holzhau darf ich wieder überholen. 20 Fahrer werden geschnupft. Aber gleich kommt die Asphaltampe, da werden die alle wieder vorbei rauschen…

Die hier mein ich. Hier kämpft sich  grade Axel hoch…

Dafür hab ich auch noch Zeit. Mitglieder des AK (Applauskommitee) Holzhau mit Wink- und Klatschelementen…

Die gefällt meinen beiden Finnen auch. Ist für die Musikbeschallung und Motivation verantwortlich… Übrigens hier sind höchstens 5 wieder an mir vorbei gestrampelt…

Dann folgt ein elendlanger Radweg durch den Wald. Ich glaub, der Streckenabschnitt heißt Alter Ringelweg. So was brauch ich eigentlich gar nicht. Dieses Jahr ist es mir eindeutig zu Asphalt- und Forstweglastig. Bisserl mehr Trail wäre für’s nächste Jahr schön, wenn ich das mal so anmerken dürfte… Ihr habt doch genug davon. Wäre Schade, wenn das MAD gestrichen werden müsste…

Windschattengeballer. Von hinten kommt ein Tandem mit Affenzahn und nem EBM-Shirt im Schlepptau. Und Schwupps, schon sind se vorbei. Da kann ich mit Fat Albert nicht mithalten…

Mittlerweile haben auch zwei richtige Finnen zu mir aufgeschlossen. Kimmo und Heli Ovaska. Wir fahren ne ganze Weile zusammen. Mal ich mal die zwei vorne… Aus dem Wald raus, aber der Untergrund wird nicht besser. Jetzt gehts über Feldwege zum Wendepunkt der Strecke. Noch ne Verpflegung vor dem Seniorenheim.

Danach der Anstieg zur Staumauer. Ich lass die zwei Finnen vor, die sind am Berg etwas schneller als ich. Hätte ich gewusst, das die gleich absteigen, hätte ich das nicht gemacht. Ich kanns komplett fahren. Hab ich jetzt so nicht erwartet. Kimmo feuert mich beim Überholen an: „Pedal Damn it“, Jawoll…

Oben…

Ureinwohner beim Angeln. Die Vorfahren der zwei sind übrigens dafür verantwortlich, das England eigentlich ursächsisches Kernland ist. Angelsachsen halt…

Am Flugzeug fahren wir heute nicht vorbei. Runter nach Deutschgeorgenthal. Im Tiefflug über die Grenze ins Tschechische nach Cesky Jiretin und gleich mal durch den Vietnamesenmarkt.

Der tschechische Dorfsheriff… Der Gleichstellungsbeauftragte hat dafür gesorgt, dass das ne Frau ist. Mir auch gleich ein Bildchen wert… Danach wieder ewig lang bergauf, aber alles Asphalt. Manchmal komm ich mir vor wie auf nem Brevet… Weshalb ich hier Federweg mit hab, können mir meine zwei Finnen auch nicht sagen… um mich rum wird schon wieder geschoben. Nee, ich heut nicht, bin zu faul zum Laufen, hab gestern schon genug… Von mir aus könnte das Wochenende jetzt beginnen. Ich sollte vielleicht mal ne längere Etappenfahrt mit machen.

Übern Hochzeitsweg geht es zur letzten Verpflegung in Neuhermsdorf.

Die „Lücken“ vom letzten Jahr wurden ausgebessert, dafür gibt es jetzt neue…

Hier kündigt sich die Verpflegung schon an. Ist nämlich der stillgelegte Bahnhof von Neuhermsdorf.

Warum der Smiley so zornig gucken muss, weiß ich nicht, vielleicht waren’s dem auch zu wenig Trails…

Da isse…

Auch hier ist das Buffet noch gut gefüllt…

Schnell noch die Schneehöhen gecheckt…

… und dann weiter… Schwierigkeiten gibt es jetzt nicht mehr.

Am Zaunhaus Richtung Rehefeld und wieder in den Wald…

Nachdem mir der 4. Streckenposten versichert hat, dass es nicht mehr weit wäre, nur noch 10 km, bin ich plötzlich im Ziel. Warum wir den Skihang nur bergauf fahren durften erschließt sich mir nicht. Schade, wäre doch sicherlich spektakulär gewesen, wenn wir uns da nochmal runter gestürzt hätten…

Axel kurz vorm Ziel.

Schnegge bei der Rennanalyse mit Runterrauf und Cubation. Cubation? Der war doch zusammen mit Eispickel bis gestern noch bei der Grenzsteintrophy unterwegs…

Da isser doch, im Plausch mit nem Eisenschwein. Übrigens geile Socken… Hab auch ne kleine Aktie dran, dass die zwei die Tour so schnell geschafft haben. Hab am Mittwoch von den beiden einen Hilferuf aus Gerstungen erhalten. Ohne Bremsen fährt sich’s schlecht und Beläge für so exotische Bremsen wie die Magura sind in der „Pampa“ nicht zu erhalten. Selbst in Eisenach waren die Dinger nicht so ohne weiteres zu besorgen. Erst im fünften Radladen bin ich fündig geworden.

Ne Siegerehrung gibt es auch…

Den Preis hätte ich auch genommen…

Fazit

Unbedingt wieder mehr Trails einbauen oder mehr Regen bestellen, sonst verkommt diese kultige Veranstaltung zu nem Allerweltsrennen…

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5 Antworten zu Mad East 2012 – Sonntag

  1. benno "die wade" weber schreibt:

    der alte ringelweg war echt ätzend. konnte mich mit nem anderen eingangfahrer (sebastian) in den scott genius generation zug reinhängen. sein kommentar: endlich wieder ein berg.

  2. Ralf Stötzer schreibt:

    Herr Lesewitz wäre stolz auf seinen Zögling! Top! ;-))

  3. Ralf Stötzer schreibt:

    Ach so, noch was: längeres Etappenrennen hättest Du haben können…….. wolltest ja nicht!?

  4. Schnegge schreibt:

    Ein Rennbericht mit Fotos von Teilnehmern und alten Bekannten und Landschaft und Nebenderstreckedetails ist schon echt was Besonderes! 🙂 Danke!!
    Hach ja, im Frühling war das.. lang, lang ists her… Die Heißenthaarung sieht echt ungesund aus, aua!! 😦
    Ja dann hoffen wir, dass es nächstes Mal wieder mehr für Deinen (und unseren) Federweg zu tun gibt!!!

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