M&H – News 9/2012 Spartathlon 2012 – Rückblick

Härter geht es kaum noch – Spartathlon 2012 über 246 Kilometer nonstop …

(wer etwas Geduld beim Lesen mitbringt, wird es hoffentlich nicht bereuen , 246 km sind halt etwas länger als ein Marathon …)

Am Letzten Septemberwochenende hat sich  Großartiges in Griechenland mit Thüringer Beteiligung zugetragen. Obwohl ich über 2.000 Kilometer vom Ort des Geschehens entfernt war, versuche ich doch, dem geneigten Leser einiges über dieses Ereignis zu berichten. Ich hoffe dennoch, dass es den einen oder anderen Leser interssiert….

Spartathlon – das klingt ein bisschen wie MARATHON oder TRIATHLON und ist dennoch nicht so im Allgemeinwissen verankert. Ultramarathon ist halt eher eine Randsportart. Doch fand in diesem Jahr bereits die 30. Ausgabe des in Ultraläuferkreisen legendären Spartathlon statt. Dabei handelt es sich um einen NonStop-Lauf über 246 Kilometer von Athen nach Sparta nach dem Vorbild eines griechischen Botenläufers. Die historischen Rahmenbedingungen kann Euch  Wikipedia besser beschreiben, als wenn ich den Text hier hinein kopiere:  http://de.wikipedia.org/wiki/Spartathlon .  Der Start erfolgt also jedes Jahr am letzten Freitag des September früh um 07.00 Uhr und das Ziel, die Statue des König Leonidas in Sparta, muss um 19.00 Uhr am Folgetag erreicht sein. 36 Stunden – das ist die Zeit, die meisten Läufer auf Ihrer „Festplatte“ gespeichert haben. Dabei genügt es leider nicht, die Strecke in einem gleichbleibenden Tempo abzulaufen, an jedem der 74 Checkpoints (CP) gilt es, das jeweilige Zeitlimit einzuhalten. Der Verfall der körperlichen Kräfte ist dabei „eingepreist“. Der erste Marathon muss z.B. nach 4:40 Stunden passiert sein, nach 9:30 Stunden ist bei Kilometer 81 in Korinth Schluss und für 172 Kilometer hat man 24:30 Stunden Zeit. Ab ca. 40 Kilometern handhabt man in Griechenland die jeweiligen Zeitlimits durchaus gnadenloser als die eigenen Sparbemühungen im Lande.

Dieser Lauf ist kein so richtig landschaftlich schöner Lauf (wie z.B. unser Rennsteiglauf). Ein großer Teil der Strecke verläuft auf Asphalt, teilweise auf Randstreifen einer Autobahn (in Deutschland undenkbar), vorbei an stinkenden Industrieanlagen, manchmal sicher auch an tollen Nebenstraßen am Meer. Nach ca. 160 km geht es zur Abwechslung für die geschundene Läufermuskulatur über schmale Gebirgspfade über den Sangaspass (nicht Sanga-Spass) in über 1.100 Höhe (übrigens für alle Läufer, die ganz Schnellen und die Letzten in absoluter Finsternis). Der Abstieg über genauso steile Geröllpfade bietet eine weitere unangenehme Abwechslung bei der Belastung der Füße und Beine. Wer  nach 172 Kilometern und  24:30 Stunden noch dabei ist, dem stehen noch einige Kilometer auf netten Dorf- und Nebenstraßen bevor, ehe es dann die letzten 50 Kilometer wieder entlang einer  stark befahrenen Europastraße bis nach Sparta geht…   Es ist also eher die Herausforderung, diese gigantisch anmutende Streckenlänge bei Temperaturen weit über 30 Grad zu bezwingen, die die Ultraläufer aus aller Welt immer wieder hier her zieht.

Drei Thüringer Läufer wollten sich in diesem Jahr dieser Herausforderung stellen, Gunter Rothe aus Fröttstädt (vielen als Initiator des www.thueringenultra.de bekannt), Jörg Kupfer aus Gotha und Peter Flock aus Gebesee. Eigentlich wollte ich selbst ja der Vierte im Bunde sein, aber eine hartnäckige Knieverletzung hinderte mich an diesem Start. Mit dem heutigen Kenntnisstand bin ich mir nicht ganz so sicher, ob ich immer noch traurig sein soll, dass ich nicht mitlaufen konnte oder ob ich eher froh sein soll, dass ich nicht starten konnte….

Einen schönen Vorbericht für unsere Thüringer Läufer brachte die TA in einem Bericht von Michael Voss …

http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/suche/detail/-/specific/Drei-Thueringer-Laeufer-stellen-sich-der-Tortur-Spartathlon-1785901916

Auch wenn (oder gerade weil) ich nicht dabei sein konnte, versuchte ich alle möglichen Informationen über das Internet oder das Telefon von der Strecke zu erhalten. Darüber erstattete ich einem großen Freundeskreis Bericht per E-Mail-Nachrichten und ich glaube, dass Auszüge daraus Euch einen kleinen Überblick über die Dramatik dieses Laufes ermöglichen.

Nachricht 12 Stunden vor dem Start

…  Man kann sich die Strecke auch so vorstellen:  3 x Rennsteigsupermarathon und ein Halbmarathon und dann fehlen immer noch ein paar Kilometer … . In diesem Jahr scheint es wieder mal sehr heiß zu werden, die Wetterprognosen liegen für beide Tage bei ca. 30 – 32 Grad. Gunter meldete gerade aus Athen 34 Grad.

Es wird sicher ein hartes Rennen. In den letzten Jahren lagen die Finisherquoten immer so zwischen 40 und 50%. Es muss schon alles zusammen passen und die griechischen Götter müssen einem wohlgesonnen sein, damit man das Ziel erreicht.

Freitag früh 7.00 Uhr der Start an der Akropolis (sicher nicht ganz so spektakulär)

http://www.youtube.com/watch?v=G-RRmTh3YF0

310 Läuferinnen und Läufer laufen über die Startlinie.

Dann wird es langsam warm und ich erwarte meine Lauffreunde im Internet an CP 22  (Km 81) in Korinth …

Nachricht am Freitag Nachmittag  (Zeitlimit 15:30 Uhr Ortszeit):

Der erste große und ganz wichtige Checkpoint Nr. 22 am Kilometer 81:

Die Läufer haben kurz vorher den Kanal von Korinth auf einer Brücke überquert und sicher trotz der Anstrengung den  atemberaubenden Ausblick genossen.

Peter Flock als Bester Thüringer ist nach 8:19 h durch auf Platz 37 (von 310 Gestarteten) durch.

ca. 1:24 h nach der Spitze, aber auf jeden Fall 1:21 h vor dem Besenwagen.

Gut so Peter !

Man sagt, ab dem Kilometer 81 in Korinth fängt der Spartathlon erst an…
Bis hierher laufen sich die „Helden in spe“ nur warm. Dann geht es langsam aber sicher zur Sache …

Die nächsten Zwischenergebnisse werden bei Halbzeit in Nemea veröffentlicht.

—-

So ich habe gerade nochmal geschaut, ob Jörg Kupfer schon in der Liste am CP 22 auftaucht.

Ist er aber noch nicht.

Noch 50 min. bis zum Besenwagen.

Noch kein Grund zur Unruhe – aber ein bisschen kribbelt es schon …

15:18 Uhr:

Langsam werde ich ein wenig unruhig.

Die Ergebnisse kommen etwas zeitversetzt.

19 min. vor Ablauf des Limits sind erst 117 LäuferINNEN durch.

Gunter und Jörg leider noch nicht…

15:25 Uhr:

noch 7 Minuten und zwei Thüringer fehlen noch …

Macht es nicht so spannend Jungs !

Holger

Zitter,Zitter…

15:26 Uhr:

Jörg Kupfer ist durch als 141. mit 5 min. vor dem Besenwagen …

16:08 Uhr:

Hallo,

die erste Anspannung am km 81  ist gewichen und ich bin sehr traurig im Moment. So im Moment sieht es so aus, dass der letzte registrierte Läufer bei Km 81 nach 9:49 Stunden durch ist. Da scheint es ordentlich Hitze-Bonus beim Zeitlimit gegeben zu haben (Zeitlimit eigentlich 9:30 Stunden). Leider konnte ich Gunter nicht finden. Ich hoffe ja immer noch auf eine technische Panne und das er ja vielleicht doch noch dabei ist …

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wenn die Liste an km 81 stimmt, sind nur noch 172 Läufer dabei von 310 heute früh. Schon 44% raus . Das ist heftig!

17:39 Uhr:

Hallo allerseits,

jetzt ist es ganz offiziell leider – Gunter ist raus. Das stimmt mich sehr traurig. Habe gerade mit seiner Frau Sabine telefoniert. Die Hitze war im Tagesverlauf wohl brutal. Na dann ist es ja kein Wunder, wenn schon die ersten 81 km so viele nicht überstanden haben (138 von 310 wie schon mal in der letzten Nachricht geschrieben.). Nur so ganz nebenbei:  die da alle angetreten sind, sind mindestens in der Lage, 100km unter 10 Stunden zu laufen und schneller, also keine ganz schlechten Läufer. Dort auszuscheiden ist keine Schande.

Für mich ist jeder ein Held, der es bei diesen Bedingungen versucht hat !!

Vor ein paar Minuten habe ich mit Jörg Kupfer telefoniert. Er ist sehr dankbar, dass die Temperaturen jetzt langsam etwas runter gehen. Er ist noch immer so knapp im Zeitlimit sagt er. Auch Jörg schilderte die Bedingungen als äußerst hart. An einer Stelle hängt ganz groß ein Thermometer, das zeigte 38 Grad an. Ich meine mich an diese Stelle gut erinnern zu können, da ich das Thermometer vor drei Jahren fotografiert hatte. Da waren es „nur“ 32 Grad, also richtig frisch gegen heute. Ein bisschen Sorgen bereitet mir in Anbetracht dieser Bedingungen der zweite Tag. Wir hatten 2009 am zweiten Tag viel Regen. Das war einerseits nicht so angenehm, da die geschundenen Füße in den aufgeweichten Socken und Schuhen doch arg gelitten haben. Aber wenn ich mir die letzten 45 km vor dem Ziel entlang einer Europastraße mit langen Anstiegen (total baumlos) in der gleißenden Hitze vorstelle …  oahhhh, da schüttelt es mich.  Na mal schauen, wann ich mich wieder melde. Sicher noch mal bis 22 Uhr, in der Hoffnung, dass Jörg und Peter bei Halbzeit noch halbwegs gut im Rennen sind. Apropos Halbzeit, der Führende, ein Tscheche ist 17.08 Uhr deutscher Zeit dort durch, danach aber noch keiner weiter. Respekt : 123 km in etwas über 11 Stunden, also über 11 km/h…Aber für unsere Jungs ist dort ja noch 4 einhalb Stunden Zeit.

Lassen wir an dieser Stelle einige der Läufer zu Wort kommen:

Gunter Rothe schrieb mir später per sms  : „Nach 65 km war Schluss. Zu heiß. So noch nicht erlebt ! Kopfschmerzen und Übelkeit. Ich komme noch mal her !!“

Ein guter Lauffreund aus Leipzig, selbst mehrfacher Spartathlon-Finisher (2010 war er 28. In der Gesamtwertung) schrieb mir: „Bin raus. Genau wie Gunter – und sehr viele andere. 36 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit. Lt. Veranstalter Temperaturrekord.“

Es ist wohl wirklich kein Kindergeburtstag!

Ich weiß im Moment nicht so recht, ob ich wirklich noch traurig sein soll, dass ich dieses Jahr nicht starten konnte oder ob ich besser froh bin, dass ich bei diesen Bedingungen nicht dabei sein musste.

Einen Tag später äußerte sich Gunter Rothe so:

„..nach einer kurzen Nacht mit ein bisschen DNF-Enttäuschung, verfolge ich nun die noch Verbliebenen! Tolle Leistung von Stu  (der spätere Sieger ) !! Und Daumendrücken für alle anderen noch Laufenden!!
Es war ziemlich heftig gestern, Temperaturen um 38°C (im Schatten!!) und kein Wind! Selbst „Spartathlon-Veteranen“ können sich nicht an ähnliche Bedingungen erinnern…
Die Griechen hatten größte Probleme, die Aussteiger bis Korrinth von der Strecke zu bekommen, deshalb wurden die Cuttoffs so lange ausgedeht bis wieder ein Bus mit freien Plätzen da war….
ultrafreundlichst aus Lakkos, ca 80km von Sparta entfernt, wo ich jetzt wieder bei meiner Familie bin. Gunter“

Nun wissen wir auch, warum gerade im ersten Drittel die sonst so harten Cutoff-Zeiten teilweise um über 20 min. toleriert wurden. Da lässt man die Leute laufen und weiß schon, dass man sie Kilometer später doch in den Bus schickt ….  So so .

Ob es Gunter auch ähnlich empfunden hat wie mein Lauffreund André Lange aus Bad Endorf im Jahre 2009 ?  … „Im Bus nach Sparta war ich dann nicht in schlechtester Gesellschaft: Viele bekannte Gesichter gezeichnet von Trauer, Schmerz und Hilflosigkeit teilten mein Leid. Insgesamt schieden 187 der 320 gestarteten Läufer aus… Dieser Lauf mit seinen 246 Km und mehr als 3.000 Hm ist anders!“

Da waren es also nur noch zwei Thüringer

Nachricht von Freitag, 20:31 Uhr

Hallo, lange gab es nichts zu hören, aber jetzt die Neuigkeiten;

Peter Flock ist als 26.  mit 2:14 Stunden Vorsprung auf den „Besenwagen“ bei Halbzeit, also ca. 123 km  durch.

Ab geht er – der Peter ! Super!

Soooo   –der Jörg Kupfer hat jetzt noch gut 1:30 Stunden Zeit.

Habe gerade mal auf meiner Urkunde von 2009 gelunst – ich war bei Km 123  ca. 52 min. vor dem Besenwagen.

…. Etwas später:  Jörg geht als 116 .  knapp  2 min. vor der Cutoff-Zeit  bei Halbzeit durch durch. Bei 122 Läufern endet die Liste (zur Erinnerung: 310 waren hoffnungsvoll am Start).

Oooh – das wird eng!

Nachricht am Samstag früh um 06:22 Uhr

Hallo allerseits,

ist doch heute nacht glattweg der Laptop neben mir eingeschlafen …

Ach nein es war umgekehrt.

Also bei KM 172 in Nestani – AB GEHT ER DER PETER…. Peter auf PLATZ   17-   Super!

Bei Kilometer 160 nur 92 (von 310 Gestarteten) durch.

Jörg Kupfer noch dabei, nur noch zwei Läufer hinter ihm.

Welche Dramatik!!

Ab diesem CP geht es ca . 300 Höhenmeter auf schmalen Gebirgspfaden auf den Sangas – Pass (1.100 Meter hoch) und auf der anderen Seite genau so steil wieder herunter.

…  und in 15 Minuten ist in Nestani (172 km) schon „Sendeschluss“.

Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: direkt am KM 160, kurz bevor es in den Steilanstieg auf den Pass geht, hat man Jörg das Weiterlaufen verwehrt – das Zeitlimit…

Wahnsinn diese Zeitlimits, lest auch dazu was eine österreichische Spartathlon-Finisherin, Katrin Sperrer,  dazu sagt:  „Nach meinem Erfolg beim Race Across Burgenland habe ich mir gedacht, schlimmer kann es beim Spartathlon auch nicht werden.Beim 48 Stundenlauf mit 303 gelaufenen Kilometern dachte ich noch genauso. Aber es ist alles nichts, und du bist niemand bei diesem Lauf. Beim Spartathlon herrschen andere Gesetze.Es ist nicht die Angst vor den Qualen, nicht vor den Kilometern und den Höhenmetern, es sind diese Zeitlimits, die dich zur Verzweiflung bringen. Die Checkpoints mit ihren “Closing Times”und die Angaben der noch verbleibenden Kilometern, von denen mich jetzt noch Albträume plagen.“

Nachricht am Samstag früh um 07:06 Uhr

Was für ein selektives Rennen auf dem Weg von Athen nach Sparta….

Checkpoint 52 bei KM 172 scheint geschlossen. Nur 83 von 310 hoffnungsvoll Gestarteten stehen noch in der Liste.

Das sind ca. 26 %  – Waaahnsinn!

Leider steht Jörg nicht mehr auf der Liste.

Schade, Jörg – ich bin sehr traurig.

Jetzt heißt es Daumen drücken für Peter. Der war bei km 195 mittlerweile 15. (3. aus deutscher Sicht).

Tja – und auf diesem hervorragenden 15.Platz blieb Peter bis Sparta!

Dazu meine abschließende Info …

 Nachricht am Samstag 12:54 Uhr

…  ein letztes Spartathlon-Update 2012

Peter Flock aus Thüringen wird in Sparta sensationell 15.  !  und er ist damit Drittbester Deutscher.

BRAVO PETER !! Hast Du gut gemacht !!!

Hier die Liste der ersten 15. Mehr sind noch nicht im Ziel.

1 2012-09-29 09:28:19 345 Thoms Stu Germany Male +
2 2012-09-29 09:36:23 261 Kiso Tetsuo Japan Male +
3 2012-09-29 10:02:17 394 Hawker Elizabeth United Kingdom Female +
4 2012-09-29 10:14:25 190 Thalmann Markus Austria Male +
5 2012-09-29 10:58:42 185 Falk Andreas Sweden Male +
6 2012-09-29 11:28:51 346 Vanicek Michael Germany Male +
7 2012-09-29 11:29:59 87 Rudolf Tamas Hungary Male +
8 2012-09-29 11:42:36 20 van den Haak Leonie Netherlands Female +
9 2012-09-29 12:16:20 243 Fukumoto Hirokazu Japan Male +
10 2012-09-29 12:16:35 355 Yang Hung-Hui Taiwan Province Of China Male +
11 2012-09-29 12:26:39 381 Oralek Daniel Czech Republic Male +
12 2012-09-29 12:38:10 151 Geerdes Gregg Taiwan Province Of China Male +
13 2012-09-29 12:45:56 41 Lubics Szilvia Hungary Female +
14 2012-09-29 12:46:05 104 Anastasiadis Stergios Greece Male +
15 2012-09-29 13:28:07 320 Flock Peter Germany Male +

Auch sehr bemerkenswert: Gesamtdritte eine Frau. Stark!

 Meine Gratulation und mein Respekt!

Schade, dass es bei der TA keine Wahl zum Sportler des Monats mehr gibt. Ich glaube, der Peter wäre ein heißer Kandidat für den Goldhelm.

Damit gehe ich von Sendung, aus Thüringer Sicht ist alles gesagt, wen mehr interessiert – Ihr wisst ja : bei www.spartathlon.gr findet Ihr die wichtigsten Ergebnisse.

Ich hoffe, Ihr habt etwas mitgefiebert und hattet eine gute Unterhaltung.

Schlussakkord

Ein Deutscher hat gewonnen, er heißt Stu Thoms . Er ist 45 Jahre alt und läuft offenbar erst seit 2007 Ultras. Seine Siegerzeit 26: 28 h.

(Hier der Zieleinlauf des Siegers   http://www.youtube.com/watch?v=QARh9_s0aqo  )

Die Siegerzeiten waren in den letzten beiden Jahren so um die 23 h. Die vergleichsweise langsamere Zeit in diesem Jahr liegt sicher nicht nur an den Bedingungen. Man muss dabei sicher berücksichtigen, dass vor 3 Wochen Weltmeisterschaften im 24 Stundenlauf stattfanden und deshalb einige der weltbesten Ultras nicht zum Spartathlon angereist sind.

Deutschland war vor 3 Wochen übrigens Mannschaftsweltmeister geworden !!! Mit dabei war auch Michael Vanicek aus Berlin, Weltmeister im Team und Fünfter in der Einzelwertung. Und jetzt ist der Wahnsinnsknabe beim Spartathlon auf dem 6. Platz. Unglaublich!

Auch fast unglaublich: unser Peter Flock aus Gebesee als 15. In der Gesamtwertung in einer Zeit von 30:28 Stunden!!!

Zwei Plätze hinter Peter kommt Jon Harald Berge aus Norwegen in das Ziel. Der war 2009 immerhin schon Dritter bei diesem Lauf ….

Wahrscheinlich wird der Spartathlon 2012 als einer der härtesten in die Geschichte eingehen. Nur 72 Läuferinnen und Läufer (von 310) erreichten das Ziel, also weniger als ein Viertel!

Lassen wir abschließend noch meinen Lauffreund André Lange  den Einlauf der erfolgreichen Spartathleten  kommentieren (er selbst hatte aufgeben müssen):

„Gegen 3:30 Uhr fiel ich dann recht erschöpft in mein Hotelbett in Sparta. Nach wenigen Stunden Schlaf begab ich mich gemeinsam mit Ralf und Didi – auch sie waren ausgeschieden – zur Statue des König Leonidas. Hier wollten wir den Finishern unseren Tribut zollen. Jeder Zieleinlauf war ein emotionales Erlebnis. Begleitet von einer Polizeieskorte und vielen Kindern wurde jeder Finisher gefeiert wie ein Nationalheld – und irgendwie sind sie das auch. Am Fusse des Leonidas, welcher berührt werden muss, kann man alles spüren und sehen: Tränen vor Glück und Freude, Erschöpfung sowie eine tiefe Zufriedenheit.“

Kleine Belohnung für Peter:

Er erscheint auf der ersten Seite des TA-Sportteils am Montagmorgen, da wo es sonst fast nur um Fußball oder Formel 1 geht …

http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/suche/detail/-/specific/Thueringer-Extremlaeufer-Peter-Flock-wird-15-in-Sparta-1724430243

als Berichterstatter aus 2.000 Kilometer Entfernung

Holger Sakuth

aus Eisenach

 PS: Lassen wir ganz zum Schluss noch ganz kurz den Peter Flock selbst zu Wort kommen, der mir gerade noch ein paar Gedanken geschickt hat:

Zitat Peter Flock

„… Und noch ein paar evtl. ganz interessante Fakten:

Bei einem durschnittlichen Energieverbrauch von 600kcal/h in 30h ~ 18.000 kcal verbraucht.

Etwa 12.000kcal während des Laufes aufgenommen (Gels, Schokolade (Ovomaltine), Cola, Bananen, Brühe)

Gesamt unterwegs ca. 50 (in Worten fünfzig) Liter getrunken und sofort wieder rausgeschwitzt.

Dazu jede Stunde 1 Salztablette, ganz wichtig!!! (Vani (der 6. hat sogar 2 genommen)

 Seit Ende Februar 2.000km trainiert bzw. in Wettkämpfen gelaufen. Also ca. 60km in der Woche. Ich glaube in dieser  Wertung wäre ich unter allen Startern ziemlich weit hinten platziert gewesen. Das war arbeitsbedingt leider auch in den 6 Wochen vorm Spartathlon nur 1x mehr (80km). Scheint also nicht der entscheidende Faktor.

 Was ich für Nachahmer sehr empfehle.

Kühlmütze-E.Cooline Basecap (Greif), einfach ins Wasser eintauchen, aufsetzen, weiterlaufen!

Nasse Baumwollwindel um den Hals (Halsschlagader kühlen)

Gamaschen ab km 130 (Schotterpiste) bis über den Sangas-Pass.

2. Paar Schuhe nach dem Sangas-Pass

 Wichtig zu Wissen: das offizielle Höhenprofil ist ein Witz, gesamt kommen etwa 3.800hm bei dem Lauf zusammen!

 Es waren übrigens keinerlei Vorurteile gegenüber Deutschen vorhanden (Krise für mich nicht erkennbar). Die Griechen sind ein sehr, sehr herzliches Volk.

Überall war eine riesengroße Begeisterung zu spüren. Kinder sind teilweise kilometerweit mit mir mitgelaufen… Krieg jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke.

PS: Werde im nächsten Jahr trotzdem nicht starten. Der Zeitaufwand (1 Woche Griechenland) ist momentan für mich zu groß und es gibt zu viele schöne Läufe.

Aber irgendwann werde ich es nochmal wagen…

Bis später Peter“

PS: Zum Schluss auch noch ein paar Bilder…

Peters Zieleinlauf. Standesgemäß im thüringenUltra-Shirt und mit Thüringen-Fahne…

Siegerfoto

Der obligatorische Schluck Wasser…

Die 3 besten Deutschen… (v.l. Peter Flock 15., Stu Thoms 1., Michael Vanicek 6.)

8 von 45, die deutschen Finisher…
Ganz rechts übrigens noch ein bekanntes Gesicht. Jens Vieler, der „Macher“ der TortourdeRuhr

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