Grenzgänger 2012

Zum Jahresabschluss noch ein 12 h-Rennen. Der Grenzgänger hat schon ne gewisse Tradition. Allerdings lief das Rennen früher in Sülzhayn, bis der dortige Veranstalter nicht mehr wollte oder konnte… In Sondershausen gibts die Veranstaltung zum zweiten Mal. Grund genug, da mal teilzunehmen und zu testen, ob das mit dem ultrahart wirklich stimmt…

Um 7.00 Uhr bin ich vor Ort, Startunterlagen einsammeln und frühstücken …

Wer sitzt denn da noch alles an meinem Tischlein?

Martin Otto vom EBM-Team ist auch am Start. Wird im Vierer-Team „Dresden-Bike“ unterwegs sein. Und ich dachte schon ich würde die EBM-Farben ganz alleine repräsentieren…

Die Zwei gehören auch zum Dresdner Team.

Meine Startnummer. Von den Stadtwerken Ettlingen. Komisch, die Nummern scheinen wild durcheinander zu gehen. Da hat man wohl von verschiedenen Rennen die Startnummern zusammen gesammelt. Während des Rennens ist kaum nachzuvollziehen, wer Einzelstarter und wer Teamfahrer ist…

Die hier…

sind gar nicht erst angetreten. Haben wohl den Wetterbericht gelesen…

Die Fahrerbesprechung (Anwesenheit Pflicht) um halb 8 verkommt zu ner reinen Werbeveranstaltung für den veranstaltenden Ferienpark. Wirklich wichtige Informationen sind hier nicht zu bekommen. Streckenkenntnis hol ich mir eh auf der ersten Runde. Werd ja Sicher heut mehrere fahren… Dreiviertel ist Schluss, ne Viertelstunde zum Aufhübschen…

Schaff ich natürlich nicht.  Der Startschuss fällt…

und ich steh noch in Unterhosen am Auto… Jetzt aber schnell in die Hose gesprungen und hinterher gehechelt… Am ersten Bergauf-Trail hab ich den Rattenschwanz ein…

Hier mal die Strecke, wie sie im Netz stand…

So war se aber nicht.

Los gings beim Kiez und zwar im Uhrzeigersinn. Abschnitt 1 (Rot) war der erste Bergauftrail. Der Smiley machts allerdings auch nicht besser.

Ganz leidlich zu fahren, (heißt übersetzt der „schönste“ Teil der Strecke)… Bei mir zu Hause in Eisenach würd ich über sowas allerdings nur die Nase rümpfen. Da gibts wirklich Trails, die die Bezeichnung auch verdient haben…Dann ein kurzes Stück geteilte Strecke, danach der neue Abschnitt 2 (Gelb) auf festem Feldweg bis zum Abschnitt 3 (schwarz). Der übelste Teil der Strecke und genau das, was ich so „liebe“… Wiesentrail. Schon nach wenigen Metern bin ich statt auf 26″ mit 32“ unterwegs. Einen Tritt auslassen geht hier gar nicht, obwohl es hier nicht einen Höhenmeter gibt. Schmierseife. Das kann ja was werden. Ein permanenter Kampf nur, um auf dem Rad zu bleiben. Vorne schmierts und hinten ist das Rad auch ständig auf Suche nach Traktion.

Abschnitt 4 stimmt wieder überein, hier auch wieder einigermaßen Grip. Abschnitt 5 (Schwarz) eine Abfahrt, danach noch ein Bergauftrail 6 (Rot) mit Matschpassagen, die grade noch fahrbar sind. Danach ne Abfahrt bis zur Zufahrtstraße und zum Ziel. In trockenem Zustand ist die Strecke einfach nur ne Zumutung. Apolda in dreifacher Potenz. Kurz durch den Wald, rum um den Rübenacker, nochmal kurz durchs Gehölz und rein ins Ziel. Die Veranstalter können sich  glücklich schätzen, das es solche Wetterbedingungen gibt, von ultrahart kann sonst keine Rede sein, so schon…

Der Mann von der Zeitnahme.

27  Minuten für die erste Runde. Die Ersten fahren pro Runde 7 Minuten schneller. Ok, damit kann ich ganz gut leben. Ich bin sogar hin und wieder am überholen. Unglaublich. Ich werd versuchen, so lange wie möglich unter ner halben Stunde zu bleiben. Runde 2 läuft auch ganz gut, mal davon abgesehen, dass die Piste immer schmieriger wird und die Kraft auf dem Pedal immer häufiger ins Leere tritt… Thomas Rehbein von den Traktoristen aus Erfurt schließt zu mir auf. Wollte eigentlich im Zweierteam starten, aber Robby, sein Teampartner, hat es vorgezogen, sein Radel im Stall zu lassen und die ,die es nicht lassen konnten, an der Strecke anzufeuern. So kurbelt Thomas auch als Solist um den Rübenacker. Ne halbe Runde fahren wir zusammen und haben ne ganz anregende Unterhaltung. Thomas ist übrigens genauso angetan von der „tollen“ Strecke… Dann ist er wieder wech. Thomas ist deutlich schneller als ich, Top 50-Fahrer beim EBM. Richtig motiviert scheint er heute allerdings nicht zu sein… Wirklich schön sind die Bedingungen ja auch nicht… Hier ein Büldel von Thomas zu nem späteren Zeitpunkt, da schon im Regen…

Da ist das Traktoristen-Shirt allerdings schon gut verpackt…

Ich muss an die Box. Mittlerweile ist mein Rad so zugeschlammt, dass ich nur noch im Single-Speed-Modus unterwegs bin… Nen Schlauch gibts auch, hinter Baracke 12, Parzelle 16, so genau weiß das keiner. Ich fahr einfach den Schlammspuren nach und muss mich auch noch anstellen, weil irgendwelche Staffelfahrer die Wasserstelle blockieren…

Meine Rundenzeiten haben inzwischen die halbe Stunde überschritten. Gegen 11 fängt es an zu regnen, was sag ich, zu schütten…

Kurz vorm Regen passierts, das Rad schmiert weg und ich lieg im Rübenacker. Passieren kann hier nix, die Geschwindigkeit tendiert hier eh ehr gegen Null.

Zeit noch ein paar Fotos zu schießen…

Noch ein Traktorist. Bei meiner Recherche war ich der Meinung es wäre Heiko Flache, Benno sagt aber dies wäre Rolf Horvath. Wie auch immer, beides Traktoristen und beide auch als  Solisten  unterwegs.

Ich dokumentiere auch gleich noch ein bisserl Strecke… Übrigens pfeift hier auch noch ein ganz unangenehm kaltes Lüftchen, natürlich immer von vorn…

„Schön hier“…

Ich glaub, man kann noch erkennen, dass hier ein Radel liegt. Perfekte Tarnkleidung.

Noch einer, der während meines Foto-Stopps durch rutscht…

Im Ziel wiedermal Schlange stehn am Schlauch… und dann Regen…

Um 14.00 Uhr brauch ich ne Pause. Vielleicht kann ich den Guß ja aussitzen. Die Teams fahren eisern weiter. Die Fahrerliste auf der Strecke ist recht übersichtlich geworden. Irgendwann ist die beste Klamotte durchgeweicht, oben rein und unten raus. Meine Hände sind nicht mehr existent. Handballenschaltung, wenn denn da was ist, was sich schalten lässt… Die Bedingungen erinnern mich fatal an das Salzkammergut 2009 . Ich muss mich erst mal aufwärmen, aber selbst heißer Tee hilft nicht mehr. Um 15.00 Uhr ist es ehr noch schlimmer als vorher und wärmer bin ich auch nicht geworden. Nach 10 Runden in 6 Stunden ist für mich Schluss. Ich geh erst mal duschen.

Der auch… Ich brauch ne volle Stunde unter der heißen Dusche, bis wieder überall da Gefühl ist, wo auch welches sein sollte…

Die Dresdner um Martin kämpfen bis zum Schluss, hier beim bevorstehenden Wechsel. Am Ende verpassen sie nur ganz knapp den ersten Platz…

Vom Duschen zurück ist es offiziell. Das Rennen wird verkürzt und um 17.00 Uhr beendet. Da bin ich ja ganz zufrieden mit meinem Entschluss nicht mehr weiter gefahren zu sein.

Rolf Horvath, ebenfalls von den Traktoristen aus Erfurt, ist durchgefahren. Am Ende werden es bei ihm 17 Runden. Gratulation zu Gesamtrang 6. Heiko Flache auch, mit 14 Runden reicht es bei ihm zu Platz 14.

Zum Schluss noch ein paar Impressionen…

So ähnlich sah ich auch aus, nur das Weiß um meine Augen war nicht ganz so Weiß und gelächelt hab ich auch nicht mehr…

Die Siegerehrung findet dann einen Tag später am Sonntag statt. OK, so kann man die Übernachtungszahlen auch in die Höhe treiben. Ob ich hier nochmal starte ist mehr als ungewiss…

Fazit

Ändert sich die Strecke nicht, ist dieses Rennen in der Form nicht zu empfehlen. Hier mit ultrahart zu werben, ist für mich ziemlich vermessen. Das es am Ende tatsächlich ultrahart wurde ist nicht wirklich dem Veranstalter geschuldet…

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4 Antworten zu Grenzgänger 2012

  1. benno "die wade" weber schreibt:

    das ist rolf horvath von den traktoristen und nicht heiko.
    die traktoristen waren von strecke und organisation und von der zeitnahme enttäuscht. war letztes jahr wohl auch sch…

  2. Schnegge schreibt:

    Danke für diesen Bericht! 🙂
    Scheint eine einzige Katastrophe gewesen zu sein. Aaarmer Physioterrorist! 😦 Eine Stunde duschen… ich versuch, mir das dafür Verantwortliche immer noch vorzustellen….

  3. Tom schreibt:

    Ein guter Bericht, auch wenn die Fotos nicht den schlammverschmierten Blick nachstellen können, den ich da meist hatte ^^
    Wir waren als 3er Team unterwegs und haben gar nicht weit weg gesessen…
    Zur Siegerehrung sind wir auch nicht da geblieben. Das Versprechen, unsere Urkunde mit der Post zuzuschicken wurde bis heute nicht eingehalten…

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